Große Nektarinenernte in Bilecik drückt Preise trotz Exportquote von 70 Prozent
Die türkische Provinz Bilecik erzeugte auf 4.200 Dekar insgesamt 10.625 Tonnen Nektarinen, ein großer Teil davon in Osmaneli. Ein örtlicher Produzent beziffert den Preisrückgang von 60–70 Türkischen Lira im Vorjahr auf 10–20 Lira, obwohl 70 Prozent der Früchte ins Ausland gehen.
Großes Angebot belastet die Erzeugerpreise
Im Dorf Çerkeşli im Bezirk Osmaneli der türkischen Provinz Bilecik hat die Pfirsich- und Nektarinenernte begonnen. Das große Erntevolumen hat jedoch die Erlöse der örtlichen Obstbauern deutlich gedrückt. Nach Angaben von Haberler.com und Türkiye Gazetesi wurden in Bilecik auf 4.200 Dekar insgesamt 10.625 Tonnen Nektarinen erzeugt. Ein erheblicher Anteil der Produktion entfällt auf Osmaneli.
Produzent Recep Yağcı erklärte, Nektarinen hätten im vergangenen Jahr 60–70 Türkische Lira gekostet, als Ernteschäden das Pfirsichangebot in der gesamten Türkei begrenzten. In dieser Saison zahlten Käufer nur 10, 15 oder 20 Lira. Selbst beim Vergleich der Untergrenze des Vorjahres mit der diesjährigen Obergrenze beträgt der Rückgang mindestens zwei Drittel.
Yağcı führte die schwache Preisentwicklung auf die reichliche Ernte zurück. Seine Angaben verdeutlichen die Abhängigkeit der Frischobsterzeuger von kurzfristigen Angebotsschwankungen: Erholen sich die Mengen schneller als Nachfrage und Absatzkanäle, geraten die Preise ab Hof unter Druck.
70 Prozent der Ernte gehen ins Ausland
Rund 70 Prozent der genannten Pfirsiche und Nektarinen werden laut Yağcı ins Ausland geliefert, der Rest geht in den türkischen Binnenmarkt. Istanbul ist das wichtigste Ziel im Inland. Die beiden Publikationen nannten weder die ausländischen Absatzmärkte noch Exportpreise, Liefermengen oder konkurrierende Lieferländer.
Die hohe Exportquote macht die Auslandsnachfrage zu einem entscheidenden Faktor für die Preisbildung in Osmaneli. Der aktuelle Preisverfall zeigt jedoch, dass eine starke Exportorientierung den Erzeugern nicht automatisch mehr Verhandlungsmacht verschafft. Exporteure und Händler müssen die verderbliche Ware innerhalb eines kurzen Vermarktungsfensters bewegen, während Produzenten ihre Verkäufe bei großem Angebot kaum aufschieben können.
Nach Yağcıs Einschätzung kann der Binnenmarkt ohne Unterstützung durch den Export nicht die gesamte Produktion aufnehmen. Das Tempo der Auslandslieferungen wirkt sich daher unmittelbar auf die Preise ab Hof aus. Stockt der Export, konkurrieren größere Mengen in Istanbul und anderen Inlandsmärkten um Käufer. Das erhöht den Druck auf die Produzenten, selbst wenn Verfügbarkeit und Preise im Einzelhandel ein anderes Bild vermitteln.
Obstbau erfordert langfristige Investitionen
Der Preisrückgang beeinflusst auch die langfristige Erneuerung der Plantagen. Yağcı baut seit 25 Jahren auf 50–60 Dekar Pfirsiche an. Nach rund 20 Jahren werden die Bäume gerodet und die Sorten gewechselt; anschließend benötigen die neuen Anlagen weitere fünf bis sechs Jahre bis zur erneuten Produktion. Die heutigen Erlöse bestimmen somit auch, ob Landwirte die ertragsschwachen Jahre einer Erneuerung finanzieren können.
Für die Erzeuger ist entscheidend, ob das größere Volumen den niedrigeren Stückpreis nach Abzug der Kosten für Ernte, Verpackung und Plantagenpflege ausgleicht. Händler und Exporteure erhalten günstigere Ware, müssen sie aber schneller umschlagen und verlässliche Auslandsnachfrage sichern. Bilecik zeigt, dass selbst eine erfolgreiche Ernte die Rendite der Obstbauern schwächen kann, wenn der Markt das zusätzliche Volumen nicht schnell genug aufnimmt.