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Griechischer Kaffeehandel wächst durch Espresso und Konsum zu Hause

Der griechische Kaffeeabsatz im Einzelhandel erreichte 2025 einen Wert von 501,4 Millionen Euro und stieg bis Juli 2026 weiter. Verbraucher halten an ihrem täglichen Kaffee fest, bereiten ihn aber häufiger zu Hause zu, während Espresso und Kapseln Marktanteile gewinnen und Cafébesuche unter Druck geraten.

Griechischer Kaffeehandel wächst durch Espresso und Konsum zu Hause

Einzelhandelsumsatz übersteigt 500 Millionen Euro

Griechenlands Kaffeemarkt wächst wertmäßig, obwohl Haushaltsfinanzen und Betriebskosten unter Druck stehen. Von To Vima veröffentlichte Daten von NielsenIQ beziffern den Kaffeeumsatz im organisierten Einzelhandel und in kleinen Verkaufsstellen 2025 auf 501,4 Millionen Euro, 13,7 % mehr als im Vorjahr. Zwischen 2018 und 2025 nahm der Umsatz im Jahresdurchschnitt um 6,5 % zu. Bis Juli 2026 überschritt er 300 Millionen Euro und lag damit 8,9 % über dem entsprechenden Zeitraum 2025.

Kaffee entwickelt sich auch besser als der gesamte Markt für schnelldrehende Konsumgüter. NielsenIQ verzeichnete im organisierten Einzelhandel seit Jahresbeginn ein Wachstum von 10,1 %, verglichen mit 5,5 % für die 171 beobachteten FMCG-Kategorien. Nach Umsatz belegte Kaffee hinter Käse und Milch den dritten Rang. Zwei Kaffeeartikel standen zudem an der Spitze von rund 100.000 Einzelprodukten im organisierten Handel.

Die Nachfrage bleibt robust, weil Verbraucher Kaffee weiterhin als täglichen Grundbedarf betrachten. Fast sechs von zehn Käufern gaben laut von NewsIT zitierten Daten an, bei ihrem letzten Supermarktbesuch verpackten Kaffee oder Tee gekauft zu haben. Die Kategorie war bei 22,6 % der Besuche ein Anlass für den Gang ins Geschäft und bleibt damit trotz höherer Preise und engerer Haushaltsbudgets für Händler besonders relevant.

Espresso und Kapseln verändern den Heimkonsum

Traditioneller griechischer Kaffee bleibt zu Hause die beliebteste Variante, gefolgt von löslichem Kaffee und Filterkaffee. Espressobohnen, gemahlener Espresso und Kapseln gewinnen jedoch an Bedeutung. Löslicher Kaffee hat in den vergangenen drei Jahren nach den Verlusten während der Pandemie wieder Volumenanteile aufgebaut. Espresso wächst seit mehreren Jahren in seinen unterschiedlichen Formen.

Kapseln kamen bis Juli 2026 auf 7,6 % des Kaffeevolumens, obwohl ihr Durchschnittspreis traditionell über dem anderer Formate liegt. Das Wachstum spiegelt die Nachfrage nach Schnelligkeit, gleichbleibenden Ergebnissen und einem Café-Erlebnis zu Hause wider. NielsenIQ unterscheidet auf dem Gerätemarkt mehrere Käufergruppen: von Nutzern von Einzelportions- und Vollautomaten bis zu Verbrauchern, die moderne Espressosysteme, Halbautomaten oder Espressokocher bevorzugen.

Trinkfertiger Kaffee wächst über einen anderen Vertriebsweg. Der Umsatz im organisierten und traditionellen Einzelhandel erreichte 2025 16,8 Millionen Euro, 6,3 % mehr als 2024. Bis Juli 2026 belief er sich auf 9,1 Millionen Euro und blieb damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum weitgehend unverändert. Kleine Geschäfte mit weniger als 100 Quadratmetern, darunter Mini-Märkte, Bäckereien, Konditoreien und Kioske, bleiben der wichtigste Absatzkanal.

Zurückhaltung und steigende Kosten belasten Cafés

Außer-Haus-Kaffee bleibt kulturell bedeutend, doch die Verbraucher wählen bewusster. NielsenIQ zufolge wollen 45,7 % der Griechen Cafés und Kaffeehäuser seltener besuchen, während fast zwei Drittel ihre Restaurantbesuche reduzieren möchten. Nur 13 % bezeichneten ihre finanzielle Lage als verbessert, 47 % dagegen als verschlechtert. Für 81 % waren die Lebenshaltungskosten das wichtigste Problem.

Dennoch trinken 43 % ein- bis zweimal pro Woche außer Haus Kaffee, und fast neun von zehn besuchen ein Café. Cafés und Kaffeeketten wurden von 74,2 % der Befragten genannt; in diesen Betrieben entschieden sich 74 % der Gäste für Kaffee. Die Zahlen sprechen daher für eine sinkende Besuchsfrequenz und nicht für einen vollständigen Rückzug aus dem Kanal.

Die Betreiber müssen den schwächeren Kundenverkehr gemeinsam mit höheren Rohstoff- und Transportkosten, klimabedingten Risiken für die weltweiten Ernten und der griechischen Kaffeeverbrauchsteuer bewältigen. Der griechische Kaffeeverband erklärt, die 2017 eingeführte Steuer erhöhe die Verbraucherpreise und begünstige illegalen Handel. Verbandspräsident Anastasios Giagoglou fordert ihre Abschaffung oder Senkung. Für Händler, Röster und Geräteanbieter eröffnet die Verlagerung zur Zubereitung zu Hause Wachstumschancen; Cafés müssen dagegen ihre Besuchsfrequenz sichern, während Verbraucher freiwillige Ausgaben genauer prüfen.

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