Griechische Weinlese 2026 bringt mehr Trauben, aber stärkeren Preisdruck
Die griechische Weinlese 2026 entwickelt sich regional sehr unterschiedlich: Böotien kehrt zu normalen Mengen zurück, während Santorin und Nemea schwere Ausfälle verzeichnen. Hohe Weinbestände und eine schwache Nachfrage drücken in mehreren Festlandsregionen die Traubenpreise.
Weinbestände belasten die Lese 2026
Griechenlands Weinlese 2026 hat in einem schwachen europäischen und globalen Weinmarkt begonnen. Hohe Lagerbestände der Kellereien und die geringere Nachfrage setzen die Erlöse der Winzer unter Druck. Vertreter der KEOSEO angeschlossenen Winzergenossenschaften bewerteten die Lage im Land bei einer Sitzung am 2. September 2026, wie Gargalianoi Online berichtet.
Besonders deutlich ist der Preisdruck in Festlandsregionen, deren Erntemengen sich erholen. In Böotien dürfte die Traubenproduktion um 20–25% steigen und damit wieder das regional übliche Niveau erreichen. Der Vertragspreis für Savatiano sinkt auf 0,30 € je Kilogramm, während andere Sorten Berichten zufolge unter 0,25 € fallen könnten. Im Vorjahr wurden vergleichbare Trauben mit 0,45–0,48 € je Kilogramm vergütet.
Festland kämpft mit Preisrückgang und Wetterschäden
Achaia erwartet eine Produktion am oberen Ende des regional üblichen Bereichs, doch die Eröffnungspreise sind deutlich gesunken. Muscat de Rio wird mit 0,40–0,45 € je Kilogramm bezahlt, nach 0,70–0,75 € im Vorjahr. Mavrodaphne und Roditis dürften dem gleichen Trend folgen. Für Roditis ist ein Startpreis von 0,25 € im Gespräch, verglichen mit 0,45–0,50 € zuvor. Die örtlichen Kellereien verweisen auf hohe Weinbestände als Grund für die schwächeren Einkaufskonditionen.
In Amyntaio und Naousa wird trotz Hagel und Schwierigkeiten bei der Bekämpfung von Echtem Mehltau mit höheren Mengen gerechnet. Lagerbestände und eine geringere Nachfrage, besonders der Absatzrückgang in der Gastronomie, belasten selbst in geschützten Ursprungsgebieten die Preise. Nemea hat ein anderes Produktionsproblem: Frost traf 11.000 von insgesamt 25.000 Stremma, wobei die Schäden auf 50–100% geschätzt werden. Gleichzeitig verfügen die Kellereien über große Weinbestände. Billige Importe von Rotwein zu 0,60 € je Liter und Weißwein zu 0,50 € verstärken den Druck.
Inselmärkte entwickeln sich gegensätzlich
Auf Santorin bleibt das Angebot besonders knapp. Gegenüber 2022, dem letzten Jahr mit normaler Produktion, sind die Traubenmengen um 88% gesunken. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang um 35% gegenüber dem Vorjahr erwartet. Assyrtiko startet erneut bei 10 € je Kilogramm, und für die knappen Mengen werden Übergebote erwartet. Der Rohstoffmangel gefährdet Kellereien, die für Weine mit der Herkunft Santorin ausschließlich Trauben von der Insel verwenden.
Auf anderen Inseln sind die Bedingungen günstiger. Samos erwartet rund 10% mehr Produktion bei einem Preis von 0,80 € je Kilogramm. Paros rechnet nach Frühlingsregen und einem milden Sommer mit normalen Mengen und guter Qualität; Monemvasia erzielt 2,50 € je Kilogramm und Mandilaria 2,20 €, getragen von einer höheren Nachfrage. Rhodos meldet mehr Ertrag, bessere Qualität und stabile Preise von 0,60 €. Auf Limnos wird nach heißen Augustwinden eine gute, aber leicht kleinere Ernte erwartet; die Genossenschaft plant eine weitere moderate Preisanhebung. Kreta erlitt dagegen erhebliche Schäden durch Hagel und Falschen Mehltau.