← Zurück zu den Nachrichten

Griechische Wein- und Mostbestände steigen um 18% auf 2,01 Millionen Hektoliter

Die griechischen Bestände an Wein und Most erreichten am 31. Juli 2026 insgesamt 2.012.529 Hektoliter, 18% mehr als 2025. Schwächere Verkäufe der Kellereien und Rekordzuflüsse günstiger Weine aus anderen EU-Staaten erhöhen während der Lese 2026 den Druck auf die Traubenpreise.

Griechische Wein- und Mostbestände steigen um 18% auf 2,01 Millionen Hektoliter

Bestände erreichen 2,01 Millionen Hektoliter

Die griechischen Bestände an Wein und Most beliefen sich am 31. Juli 2026 auf 2.012.529 Hektoliter, wie Gargalianoi Online berichtete. Die Abteilung für Reben, Wein und Spirituosen im griechischen Ministerium für ländliche Entwicklung und Ernährung übermittelte die Daten am 1. September 2026 an die Europäische Kommission.

Der griechische Branchenverband KEOSOE, der die Angaben auswertete, errechnete gegenüber den 1.705.581 Hektolitern von 2025 einen Anstieg um 18%. Bereits 2025 waren die Bestände im Jahresvergleich um 12,23% gestiegen. Damit haben sich die Überschüsse vor Beginn der neuen Vermarktungssaison das zweite Jahr in Folge aufgebaut.

Wein ohne geografische Angabe dominiert

Den größten Bestand bildete Wein ohne geografische Angabe mit 1.272.573 Hektolitern beziehungsweise 63,23% der Gesamtmenge. 2025 hatte sein gemeldeter Anteil bei 27,90% gelegen. Wein mit geschützter geografischer Angabe kam auf 23,06%, nach 31,98% im Vorjahr.

Die starke Verschiebung hin zu Wein ohne geografische Angabe konzentriert das Bestandsproblem im weniger differenzierten Marktsegment. Dort entscheidet der Preis besonders stark über den Absatz. Zugleich erhöhen die größeren Mengen den Lagerbedarf und lassen den Kellereien weniger Platz für den neuen Jahrgang.

KEOSOE führte den Bestandsanstieg teilweise auf geringere Verkäufe der Kellereien im Jahr 2026 zurück. Das Ausmaß des Rückgangs lasse sich jedoch erst zum Jahresende bestätigen. Berichte über einen sinkenden Konsum haben die Marktstimmung zusätzlich belastet, müssen dem Verband zufolge aber ebenfalls noch überprüft werden.

Traubenpreise fallen während der Lese

Die Bestandszahlen treffen auf die laufende Lese 2026 und erheblichen Druck auf die Rohstoffpreise. Bei einer außerordentlichen Vorstandssitzung erklärte KEOSOE, dass die Ankaufspreise für Trauben in vielen Fällen um 60% gefallen seien. Nachfrage sei weiterhin vorhanden, allerdings nur zu niedrigen Preisen. Der Verband verwies zudem auf mögliche kartellähnliche Praktiken am Traubenmarkt.

Als weiteren Faktor nannte KEOSOE große Mengen nicht exportierter Tafeltrauben, die in Kellereien gelangen. Ihre Verarbeitung zu Wein ist verboten, dennoch zahlen Kellereien Berichten zufolge €0,15 je Kilogramm. Nach Ansicht des Verbandes drückt dies die Preise legaler Keltertrauben. In mehreren Regionen bleiben Rebflächen ungelesen oder werden vor ausreichender Reife hastig abgeerntet, wobei nur €0,20 je Kilogramm gezahlt werden. KEOSOE warnt, dass diese Bedingungen die Aufgabe von Weinbergen beschleunigen.

Günstiger EU-Wein verstärkt den Druck

Hinzu kommen günstige Weinkäufe aus anderen EU-Mitgliedstaaten. Gemeldet wurden €46 je Hektoliter für Weißwein und €58 je Hektoliter für Rotwein. Die Zuflussmengen erreichten im Juli 2026 einen historischen Rekord. Für Kellereien entsteht damit eine preiswerte Alternative, obwohl die heimischen Bestände bereits hoch sind, während die Verhandlungsposition der Winzer weiter geschwächt wird.

Der Bestandsüberhang deutet nicht auf eine große Ernte 2026 hin. Laut KEOSOE dürfte die kommende Weinproduktion noch unter den bereits niedrigen Ernten von 2025 und 2024 liegen. Eine kleinere Produktion kann einen weiteren Lageraufbau begrenzen, doch zunächst müssen die Kellereien 2,01 Millionen Hektoliter vorhandenen Wein und Most abbauen. Solange sich der Absatz nicht erholt oder die Bestände sinken, dürften Lagerkosten und günstige EU-Angebote die Einkäufe der Kellereien und die Erlöse der Weinbaubetriebe in der neuen Vermarktungssaison belasten.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.