Griechische Supermärkte senken ab 31. August Preise für mehr als 900 Produkte
Griechenland weitet eine freiwillige Preissenkungsinitiative für Markenwaren, Eigenmarken und Schulbedarf aus. Die Rabatte gelten ab 31. August; die Branche rechnet mit 1.000 bis 1.100 grundlegenden Markenartikeln.
Preissenkungen starten am 31. August
Griechische Supermarktketten und Lebensmittelhersteller setzen am 31. August vereinbarte Preissenkungen im Rahmen einer nationalen Initiative für günstigere Grundbedarfsgüter um. Nach Informationen der Nachrichtenagentur ANA-MPA, über die Ta Nea berichtet, sind bereits 686 Markenartikelcodes von 55 Unternehmen, 130 Schulbedarfsartikel und 100 Eigenmarkenprodukte einbezogen. Damit umfasst die bestätigte Liste 916 Positionen; weitere Unternehmen und Produkte sollen hinzukommen.
Die Teilnahme ist freiwillig. Den Rahmen vereinbarten Regierung, Lebensmittelindustrie, Lieferanten und organisierter Einzelhandel. Die Initiative begann Ende Juni nach einer von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis im Amtssitz Maximos Mansion geleiteten Sitzung. Anschließend traf Entwicklungsminister Takis Theodorikakos Vertreter von Industrie und Handel. Regierung und Marktteilnehmer erwarten für September und Oktober weitere Preissenkungen bei Lebensmitteln und Konsumgütern.
Branche erwartet eine breitere Abdeckung
Apostolos Petalas, Generaldirektor des griechischen Supermarktverbands, sagte der Nachrichtenagentur ANA-MPA, voraussichtlich würden 60 bis 65 Hersteller und große Lebensmittel- und Konsumgüterunternehmen teilnehmen. Der durchschnittliche Rabatt könnte 6 bis 7 % betragen und 1.000 bis 1.100 grundlegende Markenartikelcodes umfassen. Die endgültige Reichweite läge damit über der bereits registrierten Produktzahl.
Die Maßnahme folgt auf sinkende Preise bei großen Supermarktketten im Juli. Das Forschungsinstitut für den Konsumgütereinzelhandel IELKA ermittelte gegenüber Juli 2025 einen Rückgang um 0,47 % und gegenüber Juni ein Minus von 0,77 %. Laut Ta Nea war dies der erste negative Jahreswert nach sieben aufeinanderfolgenden Monaten mit Preissteigerungen und der niedrigste Stand seit Dezember 2024. Petalas erwartet bis Oktober eine weitere Abschwächung der Lebensmittelinflation.
Günstigere Frischwaren gleichen Kostendruck aus
Petalas führte den Rückgang auf mehrere Faktoren zurück. Lebensmittelhersteller und Händler verzichteten bislang trotz des durch geopolitische Entwicklungen seit Februar ausgelösten Energiepreissprungs auf Preiserhöhungen. Ende Juni hatten Industrie, Lieferkette und Regierung zudem vereinbart, die Preise für Lebensmittel und Konsumgüter im Juli und August nicht anzuheben. Nach Einschätzung von Petalas zeigen die IELKA-Daten für Juli, dass die Vereinbarung eingehalten wurde.
Obst und Gemüse wurden dank günstiger Witterung billiger. Bei Frischfleisch sanken die Preise nach einer Normalisierung der Erzeuger- und Importpreise. Diese Kategorien dämpfen nun die Inflation, nachdem Rindfleisch, Kaffee, Kakao und wettergeschädigtes Obst und Gemüse in den vergangenen 24 Monaten zum Preisdruck beigetragen hatten. Der Ausblick bleibt jedoch unsicher: Laut Petalas belasten teure Energie und Verpackungen auf Erdölbasis Hersteller und Händler. Lassen diese Kosten nicht nach, könnten die Preise in Griechenland und anderen europäischen Märkten nach Oktober wieder steigen.