Griechische Back- und Süßwarenzulieferer investieren trotz Margendruck
Rodoula hat eine Produktions- und Lagerinvestition über 41,56 Millionen € genehmigt, an deren Finanzierung sich ein Investmentfonds beteiligen könnte. Stelios Kanakis und Puratos Hellas steigerten 2025 ihren Umsatz, verzeichneten wegen höherer Kosten und Nachfragerisiken jedoch leicht rückläufige Nettogewinne.
Rodoula genehmigt Anlage für 41,56 Millionen €
In Griechenlands Branche für Back- und Süßwarenzutaten wird trotz höherer Lebensmittel- und Energiekosten sowie des Drucks auf die Konsumnachfrage weiter investiert. Das griechische Wirtschaftsmedium OT berichtet, dass Rodoula SA ein Projekt über 41,56 Millionen € genehmigt hat. Geplant ist ein mehrstöckiges Produktions- und Lagergebäude mit Untergeschoss und Büroflächen.
Der Beschluss geht aus einem am 30. Juli 2026 eingereichten Protokoll des Rodoula-Verwaltungsrats hervor. Die Finanzierung soll 30 Millionen € an langfristigen Bankkrediten und 11,56 Millionen € an Eigenmitteln umfassen. Rodoula beabsichtigt, das Eigenkapital ganz oder teilweise durch eine Kapitalerhöhung unter Beteiligung eines Investmentfonds aufzubringen. Damit könnte ein neuer institutioneller Investor in die Expansion einsteigen.
Für das Projekt wurde außerdem eine Förderung in Form einer Steuerbefreiung von 25% beziehungsweise 10,39 Millionen € genehmigt. Fremdkapital, Eigenkapital und Steuerentlastung bilden damit den Finanzierungsrahmen für zusätzliche Produktions- und Lagerinfrastruktur. Fonds zeigen weiterhin Interesse an der Lebensmittelherstellung und besonders an Zulieferern von Zutaten für Back- und Süßwaren.
Höhere Umsätze, aber anhaltender Gewinndruck
Andere Anbieter der Branche versuchen, das Umsatzwachstum zu sichern und zugleich Brutto- und Nettomargen zu verteidigen. Stelios Kanakis SA erzielte 2025 einen Umsatz von 32,37 Millionen €, 6,8% mehr als die 30,28 Millionen € im Jahr 2024. Der Gewinn nach Steuern blieb weitgehend stabil, sank jedoch von 2,48 Millionen € auf 2,42 Millionen €. Für 2026 strebt das Unternehmen eine stärkere Marktposition, weiteres Umsatzwachstum, stabile Margen und niedrigere Betriebskosten an.
Zugleich sucht Stelios Kanakis nach neuen Geschäftsmöglichkeiten in Griechenland und insbesondere im Ausland. Im jüngsten Jahresabschluss nennt das Unternehmen eine schwächere Nachfrage infolge der allgemeinen Konsumflaute sowie steigende Rohstoffpreise als mögliche Belastungen. Für Hersteller und Händler von Zutaten ist dies entscheidend: Bei schwachen Verbraucherausgaben lassen sich höhere Kosten schwerer an Bäckereien, Konditoreien und andere Lebensmittelkunden weitergeben.
Puratos Hellas verzeichnete ein schnelleres Umsatzwachstum. Die Erlöse stiegen 2025 um 11,20% von 39,62 Millionen € auf 44,06 Millionen €. Der Nettogewinn ging dennoch leicht von 2,32 Millionen € auf 2,27 Millionen € zurück. Die Geschäftsleitung bewertet die Finanzlage angesichts der geopolitischen Krise als zufriedenstellend, beobachtet aber den weiteren Inflationsanstieg und die höheren Lebensmittelpreise genau.
Liquidität und Kosten rücken in den Mittelpunkt
Puratos Hellas hat laut OT mehrere Maßnahmen zur Sicherung der Profitabilität und Verbesserung des Cashflows vorbereitet. Einzelheiten wurden im Ausgangsmaterial nicht genannt. Der Schwerpunkt verdeutlicht ein branchenweites Problem: Umsätze können nominal steigen, während höhere Einsatz- und Betriebskosten verhindern, dass daraus stärkere Gewinne entstehen.
Die Preise für Lebensmittelzutaten und Energie sind auf internationalen und heimischen Märkten seit 2025 instabil; die Krise im Nahen Osten erhöht die Unsicherheit zusätzlich. Rodoulas Vorhaben signalisiert Vertrauen in zusätzliche Produktions- und Lagerkapazitäten. Die Ergebnisse von Stelios Kanakis und Puratos Hellas zeigen zugleich, weshalb Kostenkontrolle zentral bleibt. Für Hersteller, Händler und Investoren ist entscheidend, ob die neuen Kapazitäten und höheren Umsätze bessere Mittelzuflüsse liefern, ohne die Nachfrage zu schwächen oder die Margen weiter zu drücken.
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