Griechische Pastahersteller senken Preise im Rahmen nationaler Initiative
Barilla Hellas, Melissa Kikizas und EURIMAC senken im Rahmen der griechischen Anti-Inflations-Initiative die Preise für Pasta. Bei einem Barilla-Artikel beträgt der Nachlass bis zu 44 %, während höhere Weizenpreise und sinkende ukrainische Exporte die Kostenseite belasten.
Hersteller nehmen zahlreiche Pastasorten in die Preisaktion auf
Große Pastahersteller in Griechenland senken ihre Preise im Rahmen einer nationalen Initiative gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Nach Angaben von Newsit.gr beteiligen sich Barilla Hellas, Melissa Kikizas und EURIMAC mit Nachlässen, die bei einzelnen Produkten zweistellige Prozentsätze erreichen. Auch Supermärkte sind eingebunden. Die Initiative soll die Verbraucherpreise in einer Phase anhaltenden Inflationsdrucks dämpfen.
Melissa Kikizas hat ein breites Sortiment aufgenommen, darunter Kritharaki, Spaghetti Nr. 6, Tortellini, Spaghettini Nr. 10, Linguine und Vollkorn-Penne. EURIMAC beteiligt sich unter anderem mit seiner neuen MAKVEL-Reihe mit niedrigem glykämischem Index sowie mit kurzen Nudelformen und Sorten für Lasagne und Pastitsio. Die Breite der Listen zeigt, dass sich das Programm nicht auf wenige günstige Basisprodukte beschränkt.
Barilla und Misko reduzieren die Preise von 70 Artikeln
Barilla Hellas kündigte laut den von Newsit.gr zitierten veröffentlichten Angaben Preissenkungen für 24 Barilla-Artikel und 46 Misko-Artikel an. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Mehrfachpackungen; zugleich umfasst die Aktion Spaghetti, Penne, Kritharaki und Vollkornpasta beider Marken. Der höchste ausgewiesene Nachlass von bis zu 44 % gilt für einen Artikel: Barilla Integrale Farfalle in der Packungsgröße 12×500 Gramm.
Die Preisnachlässe erhöhen die Erschwinglichkeit einer Kategorie, deren Einstiegspreis ohnehin vergleichsweise niedrig ist. Pasta ist in griechischen Supermärkten teilweise für weniger als 1 € je Packung erhältlich. Preiserhöhungen belasten das Haushaltsbudget deshalb absolut meist weniger als bei teureren verpackten Lebensmitteln. Für Hersteller und Händler können prozentuale Nachlässe auf Dutzende Artikel dennoch den realisierten Umsatz, die Werbekosten und den Produktmix beeinflussen, vor allem wenn Mehrfachpackungen im Zentrum stehen.
Hoher Verbrauch trifft auf Risiken am Weizenmarkt
Die Preissenkungen erfolgen vor dem Hintergrund steigender internationaler Weizenpreise, von Dürresorgen und rückläufigen Exporten aus der Ukraine, wie Newsit.gr berichtet. Für Pastahersteller sind diese Faktoren relevant, weil Hartweizen ihr wichtigster landwirtschaftlicher Rohstoff ist. Der Bericht nennt weder Einkaufskosten noch Produktionsmengen oder Unternehmensmargen, sodass sich die unmittelbare finanzielle Wirkung der niedrigeren Ladenpreise nicht beziffern lässt. Ein längerfristiger Anstieg der Getreidekosten würde es jedoch erschweren, hohe Rabatte ohne Anpassungen an anderer Stelle der Lieferkette aufrechtzuerhalten.
Bislang zeigt sich der griechische Pastamarkt gegenüber der Inflation widerstandsfähig. Gute Ergebnisse sowohl beim Umsatz als auch bei der Absatzmenge stützen das Wachstum der heimischen Industrie. Auch in früheren Belastungsphasen, darunter die Schuldenkrise 2015 und die Pandemie 2020, blieb die Nachfrage vergleichsweise robust. Die International Pasta Organisation beziffert den durchschnittlichen Jahresverbrauch in Griechenland auf 12,2 Kilogramm pro Kopf und führt das Land 2025 weltweit auf Rang vier hinter Italien, Tunesien und Venezuela. Deutschland liegt auf Rang fünf und hat Peru in den Top fünf ersetzt. Der hohe Pro-Kopf-Verbrauch schafft einen großen, stabilen Aktionsmarkt; wie lange die Angebote tragfähig bleiben, hängt jedoch vom Verhältnis zwischen niedrigeren Ladenpreisen und höheren Weizenkosten ab.