Griechenland soll bis 2030 Europas zweithöchstes FTTP-Teilnehmerwachstum erreichen
Für Griechenlands FTTP-Anschlüsse wird bis 2030 ein jährliches Wachstum von 20,8 % erwartet, der zweithöchste Wert unter 31 europäischen Märkten. Die Zahl aktiver Anschlüsse könnte 2,6 bis 2,7 Millionen erreichen und den Fokus von der Netzabdeckung auf die Kundengewinnung verlagern.
Teilnehmerwachstum liegt weit über Europas Durchschnitt
Griechenland dürfte bis 2030 zu den am schnellsten wachsenden europäischen Märkten für Glasfaser bis zum Gebäude gehören, weil die größere Netzabdeckung zunehmend in aktive Anschlüsse umgewandelt wird. Capital.gr berichtet unter Berufung auf das Telekommunikationsanalysehaus Point Topic, dass Griechenland beim prognostizierten FTTP-Teilnehmerwachstum unter 31 europäischen Märkten hinter Österreich den zweiten Platz belegt.
Point Topic erwartet für die griechischen FTTP-Anschlüsse bis 2030 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 20,8 %. Österreich führt mit 22,5 %, gefolgt von Griechenland, Belgien mit 19,4 % und Deutschland mit 16,5 %. FTTP umfasst sowohl Glasfaser bis in die Wohnung als auch bis zum Gebäude.
In den 31 Märkten soll die Zahl der FTTP-Anschlüsse von 112,4 Millionen Ende 2025 auf 157,4 Millionen im Jahr 2030 steigen. Dies entspricht einem Gesamtwachstum von 40,1 % über fünf Jahre und einer jährlichen Rate von 7 %, deutlich weniger als in Griechenland.
Reichweite ist nicht mehr die einzige Kennzahl
Sollte sich die jährliche Prognose von 20,8 % bestätigen, könnte Griechenland bis 2030 rund 2,6 bis 2,7 Millionen aktive FTTP-Anschlüsse erreichen. Die Unterscheidung zwischen Teilnehmern und erschlossenen Gebäuden ist wirtschaftlich entscheidend: Nur aktive Kunden erzeugen Umsätze, während erschlossene Gebäude lediglich in Reichweite des Netzes liegen.
Die höchsten Wachstumsraten werden meist für Länder mit bislang niedriger FTTP-Abdeckung, geringer Anschlussquote oder einer Kombination aus beidem erwartet. Daraus entsteht Spielraum für eine schnelle Kundengewinnung. Der Erfolg hängt jedoch von Preisen, Installationskapazitäten und der Wechselbereitschaft von Haushalten und Unternehmen ab.
Europas FTTP-Abdeckung soll von 76 % der Haushalte im Jahr 2025 auf 90,7 % im Jahr 2030 steigen. Dennoch könnten dann rund 85 Millionen Haushalte ohne aktiven FTTP-Anschluss bleiben, darunter 62,5 Millionen, die bereits vom Glasfasernetz erreicht werden. Die Umwandlung vorhandener Abdeckung in zahlende Anschlüsse wird damit ebenso wichtig wie der weitere Ausbau.
Griechische Betreiber bauen ihre Positionen aus
Capital.gr zufolge verfügte OTE Ende Juni über 687.000 aktive FTTH-Anschlüsse. Nova überschritt im ersten Halbjahr die Marke von 300.000 Teilnehmern. Vodafone hat keine vergleichbare aktuelle absolute Teilnehmerzahl veröffentlicht, erklärt jedoch, das eigene Glasfasernetz erreiche mehr als 550.000 Haushalte und Unternehmen.
Weitere Infrastrukturanbieter verbreitern den Wettbewerb. Inalan betreibt ein eigenes Netz mit 100 % FTTH, vor allem in Athen und Thessaloniki, und expandiert nach Kreta. PPC ist über FiberGrid eingestiegen. Dessen Netz erreicht rund 2,05 Millionen Gebäude und soll bis 2028 auf 3,8 Millionen ausgebaut werden. Diese Zahlen bezeichnen die Abdeckung, nicht aktive Kunden.
Der europäische Markt reift, nachdem die Teilnehmerzahl von 9,7 Millionen im Jahr 2013 auf 112,4 Millionen im Jahr 2025 gestiegen ist. Frankreich soll 2030 mit 31,7 Millionen Anschlüssen größter FTTP-Markt bleiben. Das Vereinigte Königreich dürfte Spanien 2028 überholen und 23,2 Millionen erreichen. Für Anbieter von Glasfaserkabeln, Anschlusstechnik und Installationsdiensten signalisiert Griechenlands Wachstum anhaltende Nachfrage; die Rendite der Betreiber wird jedoch zunehmend von der Anschlussquote statt von der Zahl erschlossener Gebäude abhängen.