Griechenland stellt 80 % der Baumwollfläche und -produktion der EU
Auf Griechenland entfallen nach Angaben der Europäischen Kommission rund 80 % der Baumwollfläche und -produktion in der EU. 2024 wurden auf etwa 2,11 Millionen Stremma 709.700 Tonnen Saatbaumwolle geerntet; ein dreijähriges Pilotprogramm zahlt Erzeugern 31,7 Euro je Stremma für eine Verringerung des CO₂-Fußabdrucks.
Griechenland dominiert die Baumwollerzeugung der EU
Auf Griechenland entfallen rund 80 % sowohl der Baumwollanbaufläche als auch der Baumwollproduktion in der Europäischen Union. Damit ist das Land mit großem Abstand der wichtigste Erzeuger der EU, wie aus Daten der Europäischen Kommission hervorgeht, über die Newpost berichtete. Die Kultur belegt fast 6 % der gesamten griechischen Landwirtschaftsfläche und sichert die wirtschaftliche Grundlage Tausender Betriebe, Verarbeitungsunternehmen und ländlicher Regionen.
Der Anbau konzentriert sich auf Mittel- und Nordgriechenland, insbesondere auf Thessalien, Mazedonien und Thrakien. Nach Angaben des Ministeriums für ländliche Entwicklung und Ernährung wurden 2024 rund 2,11 Millionen Stremma bewirtschaftet. Die Ernte belief sich bei 36.682 Erzeugern auf 709.700 Tonnen Saatbaumwolle. Ein Stremma entspricht 0,1 Hektar, sodass die gemeldete Fläche etwa 211.000 Hektar umfasst.
Förderpolitik setzt auf Qualität und geringere Emissionen
Das Ministerium hat Baumwolle in ein dreijähriges Pilotprogramm zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks aufgenommen. Erzeuger, die sich zu einer Reduzierung verpflichten, können 31,7 Euro je Stremma erhalten. In den wichtigsten Anbauregionen werden zudem Programme zum integrierten Pflanzenschutz und die technische Beratung der Betriebe fortgesetzt.
Die Maßnahmen sollen aus der großen Produktionsbasis einen höheren wirtschaftlichen Wert schaffen. Zu den Prioritäten zählen Produktqualität, Zertifizierung, Technologie, ein effizienterer Einsatz von Betriebsmitteln und Wasser sowie die Anpassung an veränderte Klimabedingungen. Diese Faktoren bestimmen sowohl die Produktionskosten als auch die Fähigkeit griechischer Baumwolle, ihre starke Position auf den internationalen Märkten zu behaupten.
Der Schwerpunkt verlagert sich von Menge zu Wert
Spyros Protopsaltis, Generalsekretär für ländliche Entwicklung und Ernährung, bezeichnete die führende Stellung Griechenlands als Vorteil, der wirksamer genutzt werden müsse. Er verwies auf Tausende Erzeuger, lokale Wirtschaftsräume, Verarbeitungsunternehmen und eine Lieferkette mit bedeutender Präsenz auf internationalen Märkten. In der nächsten Phase müssten Qualität, Zertifizierung, Technologie und die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen stärker in den Mittelpunkt rücken.
Die zentrale Aufgabe der Branche besteht damit nicht darin, ihren bereits dominierenden EU-Anteil weiter auszubauen, sondern höhere Erlöse aus der bestehenden Ernte zu erzielen. Niedrigere Betriebsmittelkosten und eine effizientere Wassernutzung könnten die Margen der Betriebe stützen. Zertifizierung und gleichbleibende Qualität können zugleich die Position griechischer Baumwolle bei Verarbeitern und ausländischen Käufern stärken. Die Prämie für die CO₂-Minderung schafft einen direkten finanziellen Anreiz, den die Erzeuger allerdings gegen die Kosten der Programmauflagen abwägen müssen.
Die Zahlen wurden anlässlich des jährlich am 7. Oktober begangenen Weltbaumwolltags hervorgehoben. Der Tag wurde erstmals 2019 gefeiert und 2021 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen offiziell anerkannt. Die diesjährige zentrale Veranstaltung findet in Taschkent, Usbekistan, statt. Zu ihren Hauptthemen gehören Handel, die Baumwoll-Wertschöpfungskette, Nachhaltigkeit und Klimafinanzierung.
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