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Griechenland setzt Ausschuss für Atomenergie mit 24-monatigem Prüfauftrag ein

Griechenland hat einen Regierungsausschuss eingesetzt, der eine mögliche Rolle der Atomenergie in der nationalen Energiestrategie prüfen soll. Das von Vizeenergieminister Nikos Tsafos geleitete Gremium muss binnen 24 Monaten seinen Abschlussbericht vorlegen.

Griechenland setzt Ausschuss für Atomenergie mit 24-monatigem Prüfauftrag ein

Regierung startet formelle Atomprüfung

Griechenland hat einen Regierungsausschuss für Atomenergie eingerichtet, der untersuchen soll, ob das Land ein nationales Atomenergieprogramm beginnen sollte. Das Gremium wurde durch eine Entscheidung des Ministerpräsidenten und des Kabinetts geschaffen und stellt laut Energypress den ersten formellen institutionellen Schritt zur Prüfung dieser Technologie dar.

Den Vorsitz übernimmt der stellvertretende Minister für Umwelt und Energie, Nikos Tsafos. Dem Ausschuss gehören die zuständigen Generalsekretäre der Ministerien an, darunter Vertreter des Verteidigungs- und des Außenministeriums. Beteiligt sind außerdem die Vorsitzenden der griechischen Atomenergiekommission und des Forschungszentrums Demokritos sowie ein Vizepräsident der Regulierungsbehörde für Abfall, Energie und Wasser.

Auf Einladung können auch die Leiter des Übertragungsnetzbetreibers IPTO, des Verteilnetzbetreibers HEDNO, des Zentrums für erneuerbare Energie und Energieeinsparung, der Technischen Kammer Griechenlands und des griechischen Unternehmensverbandes teilnehmen. Auch externe Fachleute können einbezogen werden.

Abschlussempfehlung binnen 24 Monaten

Der Ausschuss übernimmt nach den Verfahren der Internationalen Atomenergie-Organisation die Funktion der griechischen Nuclear Energy Programme Implementing Organization. Er organisiert die von der IAEA definierte Phase 1, die Erkundungsphase, und muss binnen 24 Monaten nach seiner Einsetzung einen Abschlussbericht an das Kabinett übermitteln. Dieser soll eine Empfehlung für oder gegen ein nationales Atomenergieprogramm enthalten.

Das Arbeitsprogramm umfasst 19 von der IAEA festgelegte Themenbereiche. Vorgesehen sind eine Analyse institutioneller Lücken, vorläufige Machbarkeitsstudien, eine Kosten-Nutzen-Prüfung und ein Fahrplan mit Maßnahmen und Fristen für den Fall einer positiven Regierungsentscheidung. Der Abschlussbericht muss die Ergebnisse zusammenfassen und eine technische Empfehlung zum möglichen Programmstart geben.

Nach Angaben von Energypress tagt der Ausschuss regulär alle zwei Monate. Sondersitzungen können vom Vorsitzenden oder vom Umwelt- und Energieminister veranlasst werden. Das Gremium koordiniert die beteiligten Institutionen, beauftragt vorbereitende Studien, informiert das Kabinett auf Anfrage und vertritt Griechenland bei der IAEA, in zuständigen Gremien der Europäischen Union, bei der Internationalen Energieagentur und gegenüber weiteren internationalen Institutionen.

Kosten, Sicherheit und Technik im Mittelpunkt

Die Einsetzung des Ausschusses ist noch keine Entscheidung für den Bau eines Atomkraftwerks. Er soll klären, ob Atomenergie zum griechischen Energiemix passt, unter welchen Annahmen sie die Kosten für Verbraucher senken könnte und ob mögliche Vorteile für die Versorgungssicherheit die finanziellen und betrieblichen Risiken rechtfertigen. Auch Finanzierung, Steuerung, Rechtsrahmen, Regulierung und ein realistischer Zeitplan gehören zum Mandat.

Der Ausschuss kann konventionelle Reaktoren und kleine modulare Reaktoren nach Kosten, Sicherheit, technischer Reife und Kompatibilität mit dem griechischen Stromsystem vergleichen. Untersucht werden können zudem Anwendungen in der Schifffahrt, auf nicht angeschlossenen Inseln, in Mikronetzen, in der Industrie und in Rechenzentren. Auch der Brennstoffkreislauf und mögliche Ergänzungen des Nationalen Energie- und Klimaplans sind Teil des Auftrags.

Tsafos zufolge verfolgt der Ausschuss zunächst zwei Ziele: die öffentliche Debatte anhand internationaler Erfahrungen zu verbessern und die praktischen Fragen zur Tragfähigkeit eines griechischen Programms zu beantworten. Für Stromunternehmen, Industriekunden und potenzielle Investoren sind die kommenden 24 Monate damit eine Prüfungsphase und keine Beschaffungs- oder Bauphase. Erst der Abschlussbericht wird zeigen, ob Griechenland den nächsten Schritt unternimmt und welche institutionellen Voraussetzungen vor einer Investitionsentscheidung geschaffen werden müssen.

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