Gold steigt um 0,8 %, nachdem Ölpreise um mehr als 5 % fallen
Der Spotpreis für Gold stieg am 4. August um 0,8 % auf 4.086,36 $ je Unze, nachdem die Ölpreise um mehr als 5 % gefallen waren. Der Markt taxiert die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September 2026 auf rund 57 % und wartet auf neue US-Arbeitsmarktdaten.
Ölpreisrückgang stützt Edelmetalle
Der Goldpreis legte am 4. August zu, nachdem ein kräftiger Rückgang der Ölpreise die unmittelbaren Sorgen über energiegetriebene Inflation gedämpft hatte. Nach Angaben von Bnews stieg der Spotpreis bis 18:20 Uhr GMT um 0,8 % auf 4.086,36 $ je Unze. US-Goldfutures schlossen 1,5 % höher bei 4.152,60 $ je Unze. Gleichzeitig bewerteten die Anleger weiterhin den wahrscheinlichen Kurs der US-Geldpolitik.
Die Ölpreise sanken um mehr als 5 % auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. Äußerungen von Vertretern Katars und der USA weckten die Hoffnung, dass der Konflikt mit Iran auf dem Verhandlungsweg gelöst werden könnte. Dies könnte den Öltransport durch die Straße von Hormus verbessern, eine zentrale Route für die globale Energieversorgung. Der Rückgang dämpfte die Inflationserwartungen und verringerte einen Teil des Drucks auf zinssensitive Anlagen.
Fed-Ausblick bleibt der entscheidende Faktor
Bart Melek, globaler Leiter der Rohstoffstrategie bei TD Securities, nannte die niedrigeren Ölpreise als einen Faktor, der Gold stütze. Der Rückgang habe auch den Zinsausblick verbessert, da die kurzfristigen Renditen leicht gesunken seien. Hohe Energiepreise können die Erwartung verstärken, dass die Federal Reserve ihre Zinsen zur Inflationsbekämpfung länger hoch halten muss. Für Gold ist dies in der Regel belastend, da das Metall keine laufenden Erträge abwirft.
Der Präsident der Federal Reserve Bank of New York, John Williams, sagte am 4. August, er sei weiterhin zuversichtlich, dass der Inflationsdruck im Laufe der Zeit nachlassen werde. Falls die Inflation nicht wie erwartet sinke, werde die Fed jedoch nicht vor einer Zinserhöhung zurückschrecken. Bei ihrer jüngsten Sitzung beließ die Notenbank die Zinsen unverändert, wobei das Abstimmungsergebnis unterschiedliche Positionen erkennen ließ. Laut Bnews sieht der Markt derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 57 % für eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung im September 2026.
Silber und Platinmetalle schneiden besser ab
Die Anleger warten nun auf weitere Signale vom US-Arbeitsmarkt. Dazu zählen der für den 5. August vorgesehene ADP-Bericht zur Beschäftigung im Privatsektor und der am 7. August erwartete Arbeitsmarktbericht außerhalb der Landwirtschaft. Die Daten könnten die Erwartungen zu Inflation, Konjunktur und der nächsten Fed-Entscheidung beeinflussen. Für Anleger und Händler am Goldmarkt bleibt das Zusammenspiel von Energiepreisen, Anleiherenditen und Beschäftigungsdaten der wichtigste kurzfristige Treiber.
Andere Edelmetalle verzeichneten stärkere Gewinne. Der Spotpreis für Silber stieg um 2,8 % auf 59,82 $ je Unze. Platin und Palladium legten jeweils um 7,1 % auf 1.742,63 $ beziehungsweise 1.354,27 $ je Unze zu. Der unabhängige Analyst Ross Norman erklärte, Platinmetalle profitierten deutlich von der Aussicht auf eine Entspannung des Konflikts mit Iran. Da diese Metalle überwiegend in der Industrie eingesetzt werden, könnte sich der Verbrauch bei sinkenden geopolitischen Spannungen und besseren wirtschaftlichen Bedingungen erholen. In Vietnam stellte die Saigon Jewelry Company am Nachmittag des 4. August für SJC-Gold in Hanoi An- und Verkaufspreise von 137 Millionen bis 140,02 Millionen Dong je Tael.