GM Korea erzielt 98,1 % des Juli-Absatzes im Ausland und verliert im Heimatmarkt
GM Korea verkaufte im Juli 42.119 Fahrzeuge, davon 98,1 % im Ausland, während der Inlandsabsatz auf 766 Einheiten sank. Die starke Exportnachfrage nach zwei kompakten SUVs steht einem schrumpfenden Modell- und Servicenetz in Korea gegenüber.
Zwei SUVs stellen den gesamten Juli-Export
GM Korea setzte im Juli in Korea und auf den Auslandsmärkten 42.119 Fahrzeuge ab, 30,6 % mehr als ein Jahr zuvor, berichtet Bloter. Das Wachstum kam fast ausschließlich aus dem Export, der um 33,3 % auf 41.353 Fahrzeuge zulegte. Der Inlandsabsatz sank dagegen um 37,5 % auf 766 Einheiten. Damit entfielen 98,1 % des Monatsvolumens auf ausländische Märkte.
Zwei in Korea gebaute kompakte SUVs bestritten den gesamten Export. GM Korea lieferte 26.822 Trax Crossover und 14.531 Trailblazer ins Ausland. Im Heimatmarkt wurden lediglich 584 Trax Crossover und 173 Trailblazer verkauft. Die höhere Auslastung der koreanischen Werke stärkt somit nicht automatisch die Position bei koreanischen Kunden.
Von Januar bis Juli zeigte sich dieselbe Entwicklung. Die Exporte stiegen um 14,5 % auf 311.605 Fahrzeuge, während der Inlandsabsatz um 35,4 % auf 6.037 Einheiten fiel. Korea stand damit für nur 1,9 % der insgesamt 317.642 verkauften Fahrzeuge. Der Inlandsanteil war bereits von 30,2 % im Jahr 2016 auf 18,3 % 2019, 14,1 % 2022 und 3,3 % 2025 gesunken. Im vergangenen Jahr wurden in Korea 15.094 Fahrzeuge verkauft, 91,6 % weniger als beim Rekord von 180.275 Einheiten im Jahr 2016.
Koreanische Werke dienen als globale Produktionsbasis
GM Korea ist weiterhin profitabel und das globale Produktionszentrum von GM für jährlich rund 500.000 kompakte SUVs. Im März kündigte GM Investitionen von 600 Millionen $, umgerechnet rund 880 Milliarden Won, in Produktentwicklung und bessere Produktionsanlagen in Korea an. Das stärkt die Fertigung, baut das Inlandsgeschäft aber nicht automatisch wieder auf.
Das Ergebnis hängt inzwischen stark von der Produktionszuteilung der GM-Zentrale und der nordamerikanischen Nachfrage nach kompakten SUVs ab. Nach dem Auslaufen von Spark, Malibu, Cruze, Damas und Labo ist das koreanische Volumensegment deutlich geschrumpft. Trax Crossover und Trailblazer sind die einzigen lokal gefertigten Modelle, die noch in Korea verkauft werden. Die Werke Bupyeong und Changwon produzieren zudem Buick-Ableitungen, überwiegend für Auslandskunden.
Der Vergleich mit Renault Korea verdeutlicht den Unterschied. Von Januar bis Juli war GM Koreas Gesamtabsatz 8,7-mal so hoch wie die 36.414 Fahrzeuge von Renault Korea. Renault Korea verkaufte im Inland jedoch 22.891 Einheiten und damit 3,8-mal so viele wie GM Korea. Der Inlandsanteil betrug dort 62,9 %, bei GM Korea dagegen 1,9 %.
Weniger Direktservice und Premiummarken prägen den Neustart
Auch das eigene Servicenetz wurde verkleinert. GM Korea wollte zunächst neun werkseigene Reparaturzentren schließen, behielt nach Gewerkschaftsprotesten und Verhandlungen jedoch die Standorte Daejeon, Jeonju und Changwon als technische Servicezentren. Dort arbeiten insgesamt 60 Fachkräfte, jeweils 20 pro Region. Rund 380 Partnerbetriebe übernehmen bereits 92 % des Kundendienstes. Die Gewerkschaft warnt dennoch vor einer schwächeren Herstellerreaktion bei großen Rückrufen und schwierigen Reparaturen.
Mit Chevrolet, Cadillac, GMC und der geplanten Einführung von Buick will GM Korea sein Inlandsgeschäft beleben. GMC verkaufte von Januar bis Juli 518 Fahrzeuge; die Einstiegspreise von Acadia und Canyon liegen im Bereich von 90 Millionen beziehungsweise 70 Millionen Won. Solche teuren Importmodelle können Marge und Markenimage verbessern, aber das frühere Volumen von Spark und Malibu nicht kurzfristig ersetzen. Buick könnte lokale Produktion und lokalen Absatz wieder verbinden, falls in Korea gebaute Modelle angeboten werden. Das erste Modell, Preise und Stückzahlen wurden jedoch noch nicht genannt. Die Entscheidung fällt vor 2028, wenn die zehnjährige Verpflichtung ausläuft, die mit den 810 Milliarden Won an öffentlichen Mitteln der Korea Development Bank und anderer Gläubiger aus dem Jahr 2018 verbunden ist.