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Wachstum der globalen Ölsaatenerzeugung fällt auf Fünfjahrestief

Oil World erwartet für 2026/27 eine Produktion der zehn wichtigsten Ölsaaten von 705,9 Millionen Tonnen, 14,1 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr, aber den geringsten Zuwachs seit fünf Jahren. Sinkende Durchschnittserträge und höhere Betriebsmittelkosten begrenzen den Effekt einer Flächenausweitung um 9,6 Millionen Hektar.

Wachstum der globalen Ölsaatenerzeugung fällt auf Fünfjahrestief

Mehr Fläche bringt nur begrenztes Wachstum

Die globale Erzeugung der zehn wichtigsten Ölsaaten soll im Wirtschaftsjahr 2026/27 um 14,1 Millionen Tonnen auf 705,9 Millionen Tonnen steigen. Das geht aus Daten von Oil World hervor, über die APK-Inform berichtet. Trotz des Anstiegs rechnen die Analysten mit dem geringsten jährlichen Produktionszuwachs seit fünf Jahren.

Der verhaltene Ausblick gilt trotz einer Ausweitung der weltweiten Anbaufläche um 9,6 Millionen Hektar. In Indien, Nordamerika, der Europäischen Union und Australien werden niedrigere Durchschnittserträge erwartet, sodass die zusätzlichen Flächen weniger Erzeugung liefern. Oil World verweist zudem auf stark gestiegene Produktionskosten, vor allem für Dünger, Pflanzenschutzmittel und Dieselkraftstoff. Damit verteuert sich die Sicherung der Erträge, was die Entscheidungen über Anbau und Betriebsmitteleinsatz in den wichtigsten Produktionsregionen beeinflussen kann.

Sojabohnen und Sonnenblumenkerne führen den Zuwachs an

Die weltweite Sojabohnenerzeugung soll 440,3 Millionen Tonnen erreichen und damit um 14,1 Millionen Tonnen gegenüber der Vorsaison steigen. Bei Sonnenblumenkernen wird ein Plus von 6,4 Millionen Tonnen auf 64,3 Millionen Tonnen erwartet, bei Raps ein Anstieg um 1,1 Millionen Tonnen auf 87,3 Millionen Tonnen. Da die Zuwächse dieser drei Kulturen zusammen größer sind als das Wachstum aller zehn Ölsaaten, weisen die Zahlen auf einen Produktionsrückgang bei den übrigen sieben Kulturen hin.

Die Konzentration des Wachstums auf Sojabohnen und Sonnenblumenkerne wird die Rohstoffwahl der Verarbeiter beeinflussen. Der erwartete Rückgang der weltweiten Palmölproduktion und der Exportmengen dürfte die Abhängigkeit von anderen Pflanzenölen bis zum Ende des laufenden Jahres und im Jahr 2027 erhöhen. Dadurch entsteht zusätzliche Nachfrage nach Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl, während niedrigere Erträge eine schnelle Ausweitung des Saatenangebots erschweren können.

Verarbeitung wächst weiter

Die Ölsaatenverarbeitung nahm 2025/26 um 23,6 Millionen Tonnen zu und soll 2026/27 im vierten Jahr in Folge kräftig wachsen. Wichtigster Treiber bleibt die Nachfrage nach Pflanzenöl und Schrot. Die Sojabohnenverarbeitung wird auf 384,3 Millionen Tonnen geschätzt, 7,2 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Rapsverarbeitung soll um 3,7 Millionen Tonnen auf 85,7 Millionen Tonnen und die Verarbeitung von Sonnenblumenkernen um 4,9 Millionen Tonnen auf 56,85 Millionen Tonnen steigen. Für die übrigen sieben Ölsaaten wird ein Rückgang um 0,9 Millionen Tonnen auf 73,6 Millionen Tonnen erwartet.

Die größten Verarbeitungszuwächse werden in den USA, Brasilien, Argentinien, Russland, der Ukraine und China erwartet. In China soll sich das Wachstum der Sojabohnenverarbeitung 2026/27 auf 1,2 Millionen Tonnen verlangsamen. Dagegen könnte sich die Verarbeitung von Raps und Canola erholen, falls der prognostizierte deutliche Anstieg der chinesischen Canolaimporte aus Kanada eintritt. Für Erzeuger und Verarbeiter ist die wachsende Lücke zwischen kräftiger Verarbeitung und dem schwächsten Produktionszuwachs seit fünf Jahren entscheidend. Das Marktgleichgewicht hängt von Erträgen, Betriebsmitteleinsatz und verfügbaren Exportmengen der wichtigsten Ursprungsländer ab.

Vollständige Marktanalyse

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