Globale Palmölexporte sinken im zweiten Quartal auf 12,07 Millionen Tonnen
Die weltweiten Palmölexporte sanken von April bis Juni 2026 im Jahresvergleich um 500.000 Tonnen auf 12,07 Millionen Tonnen, wie von ZOL veröffentlichte Daten von Oil World zeigen. Gleichzeitig stiegen die gemeinsamen Exporte von Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl um 8 %.
Saisonaler Anstieg im Juni gleicht Rückgang nicht aus
Die weltweiten Palmölexporte blieben im zweiten Quartal 2026 trotz eines saisonalen Anstiegs im Juni unter dem Vorjahresniveau. Nach Daten von Oil World, über die ZOL berichtete, gingen die Lieferungen von April bis Juni im Jahresvergleich um 500.000 Tonnen auf 12,07 Millionen Tonnen zurück.
Die Verbesserung im Juni reichte somit nicht aus, um den schwächeren Handel zu Beginn des Quartals auszugleichen. Alle drei im Bericht genannten Erzeugerländer exportierten weniger, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Indonesien blieb mit 6,45 Millionen Tonnen der größte Lieferant, nach 6,53 Millionen Tonnen von April bis Juni 2025. Malaysias Ausfuhren sanken von 3,77 Millionen auf 3,63 Millionen Tonnen. Thailand verzeichnete den stärksten relativen Rückgang: von 600.000 auf 260.000 Tonnen.
Andere Pflanzenöle gewinnen Marktanteile
Palmöl verlor im Berichtszeitraum Marktanteile an konkurrierende Pflanzenöle. Die weltweiten Gesamtexporte von Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl stiegen laut dem Bericht im Jahresvergleich um 8 % auf 10,4 Millionen Tonnen. Damit näherten sie sich dem Umfang des Palmölhandels und verschafften den Käufern am Speiseölmarkt zusätzliche Bezugsoptionen.
Die Zahlen sprechen eher für einen stärkeren Wettbewerb zwischen den Ölsorten als für einen allgemeinen Rückgang der international gehandelten Pflanzenölnachfrage. Ob Verarbeiter und Importeure Öle austauschen können, hängt von relativen Preisen, technischen Vorgaben und der Verfügbarkeit ab. Die Exportdaten zeigen jedoch, dass Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl von April bis Juni zusammen zusätzliche Mengen auf sich zogen. Palmölexporteure waren damit sowohl mit niedrigeren Lieferungen wichtiger Ursprungsländer als auch mit einem größeren Angebot konkurrierender Öle konfrontiert.
Indien verzeichnet den größten Nachfragerückgang
Unter den genannten Absatzmärkten verzeichnete Indien den stärksten Rückgang der Palmöllieferungen. Die Einfuhren sanken um 545.000 Tonnen auf 1,57 Millionen Tonnen. Die Lieferungen nach China gingen um 94.000 Tonnen auf 1,29 Millionen Tonnen zurück. Da beide Länder wichtige Absatzmärkte für international gehandelte Pflanzenöle sind, belasteten diese Rückgänge das Quartalsergebnis erheblich.
Der Rückgang erfasste nicht alle Märkte. Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten, nach Südkorea, auf die Philippinen, in die Türkei und in mehrere afrikanische Länder nahmen zu; konkrete Mengen für diese Zuwächse nannte die Quelle nicht. Oil World erwartet mittelfristig eine Anspannung des Marktes, weil das globale Produktionswachstum nachlässt und die Nachfrage der Biodieselhersteller steigt, besonders in Indonesien. Dadurch könnte die Exportverfügbarkeit selbst bei wachsendem Verbrauch sinken. Händler und Verarbeiter werden daher beobachten, ob Palmöl weiter Marktanteile verliert und wie Indonesien sein Angebot zwischen der heimischen Biodieselindustrie und ausländischen Käufern verteilt.