Globale Maisströme verschieben sich durch Argentiniens wachsende China-Lieferungen
Von Donya-e-Eqtesad zitierte USDA-Daten zeigen höhere Maisexporte der USA, Argentiniens und Kanadas sowie steigenden Importbedarf in der EU, im Irak, in Jordanien und Kenia. Argentinien lieferte zudem eine Rekordmenge nach China und bot unter vier wichtigen Ursprüngen den niedrigsten FOB-Preis.
Exportangebot steigt trotz leicht sinkender Erzeugung
Die globale Maisproduktion dürfte im Wirtschaftsjahr 2026/27 leicht zurückgehen. Kleinere Ernten in der Europäischen Union und Kenia werden nur teilweise durch eine kanadische Rekordernte ausgeglichen. Der Produktionsrückgang führt jedoch nicht zu einem schwächeren Handel. Von Donya-e-Eqtesad veröffentlichte USDA-Daten zeigen höhere Exportprognosen für Argentinien, Kanada und die USA sowie wachsenden Importbedarf in mehreren Märkten.
In der USDA-Schätzung vom Juli 2026 wurde die Prognose für US-Maisexporte von 80 Millionen auf 81 Millionen Tonnen angehoben. Für Argentinien stieg sie von 38 Millionen auf 40 Millionen Tonnen, für Kanada von 1,9 Millionen auf 3 Millionen Tonnen. Damit nimmt die Exportverfügbarkeit bei mehreren Anbietern zu, obwohl die weltweite Gesamterzeugung leicht nachgibt.
Auch die Nachfrage verlagert sich geografisch. Die Importprognose der Europäischen Union stieg von 19,5 Millionen auf 22,5 Millionen Tonnen. Für den Irak erhöhte sie sich von 1,1 Millionen auf 1,4 Millionen Tonnen, für Jordanien von 750.000 Tonnen auf 1,1 Millionen Tonnen und für Kenia von 200.000 Tonnen auf 700.000 Tonnen. Die Zahlen signalisieren einen höheren Einkaufsbedarf in Europa, dem Nahen Osten und Ostafrika.
Argentinien erzielt Rekordabsatz in China
Argentinien exportierte bis Ende Juni 2026 mehr als 600.000 Tonnen Mais nach China und erreichte damit laut den von Donya-e-Eqtesad zitierten USDA-Daten einen Rekord. Der Warenstrom deutet darauf hin, dass China seine Lieferantenbasis verbreitert und nicht allein auf etablierte Ursprungsländer setzt.
Die Entwicklung erfolgt trotz eines schwächeren chinesischen Importausblicks. Chinas Prognose für 2026/27 wurde um 1 Million Tonnen von 6 Millionen auf 5 Millionen Tonnen gesenkt. Über einen längeren Zeitraum gingen die Einfuhren von 18,7 Millionen Tonnen im Wirtschaftsjahr 2022/23 auf die von der Publikation genannte frühere Schätzung von 6 Millionen Tonnen für 2026/27 zurück. Höhere Ausfuhren Russlands, der Ukraine und der Europäischen Union könnten den Welthandel dennoch stützen.
Argentiniens Preisvorteil erklärt einen Teil des Zuwachses. Der Exportpreis lag bei 207 $ je Tonne FOB, verglichen mit 219 $ für die USA, 222 $ für Brasilien und 224 $ für die Ukraine. Der Abschlag macht argentinischen Mais für preissensible Käufer attraktiv. Das USDA verweist jedoch auf das große brasilianische Angebot, die Handelsgespräche zwischen China und den USA sowie eine mögliche weitere Abnahme der chinesischen Importnachfrage.
Der Nahe Osten bleibt stark importabhängig
Die höheren Prognosen für den Irak und Jordanien unterstreichen die wachsende Bedeutung des Nahen Ostens am internationalen Maismarkt. Ein größeres Angebot aus den USA, Argentinien und Kanada erweitert die Auswahl der Ursprungsländer. Ausschlaggebend bleiben jedoch Frachtkosten, Produktqualität, Liefersicherheit und der Zugang zu einzelnen Märkten.
Der Iran weist über fünf Jahre eine andere Entwicklung als China auf. Seine Maisimporte stiegen laut Donya-e-Eqtesad von 6,7 Millionen Tonnen im Wirtschaftsjahr 2022/23 auf 9,5 Millionen Tonnen und verharren seit zwei Jahren auf diesem Niveau. Das Land bleibt damit für einen Teil des Bedarfs seiner Vieh- und Geflügelwirtschaft vom Weltmarkt abhängig.
Mehr Exportkapazität und der Wettbewerb zwischen den Ursprungsländern eröffnen Importeuren Möglichkeiten zur Diversifizierung. Zugleich kann Chinas verändertes Einkaufsverhalten Ladungen umlenken und die Verfügbarkeit für andere Käufer beeinflussen. Entscheidend für den Ausblick sind daher weniger absolute Engpässe als Preiswettbewerb, Wetterschwankungen, geopolitische Risiken und die fortlaufende Neuordnung der Handelsrouten.