Globale Automarken erreichen im Juli wieder 15 % Marktanteil in Russland
Globale Marken außerhalb Russlands, Chinas und Belarus erreichten im Juli 15 % des russischen Neuwagenmarktes. Sie verkauften 18.300 von insgesamt 122.000 neuen Pkw, was die anhaltende Nachfrage nach alternativen Lieferwegen zeigt.
Globale Marken nähern sich wieder dem Februarhoch
Globale Automarken erreichten im Juli 15 % der russischen Neuwagenverkäufe, wie aus von Rossijskaja Gaseta veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Die Kategorie umfasst keine Marken aus Russland, China und Belarus. Auf sie entfielen 18.300 von insgesamt 122.000 verkauften Pkw.
Das Ergebnis kehrte den Rückgang des Segments im Frühjahr um. Sergey Tselikov, Leiter der Analyseagentur Autostat, erklärte, die Kategorie habe im Februar mit 15,9 % einen Rekord erreicht und danach Anteile verloren. Von April bis Juni bewegte sie sich zwischen 12 % und 14 %, bevor der Juli den Abwärtstrend unterbrach.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Hersteller außerhalb des russisch-chinesischen Kerns trotz Sanktionen und des Umbaus offizieller Vertriebsnetze weiterhin eine bedeutende Käufergruppe erreichen. Der Juliwert lag nahe am Februarrekord, auch wenn diese Fahrzeuge im Gesamtmarkt weiterhin eine Minderheit bilden.
Anteil mehr als doppelt so hoch wie 2025
Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Erholung besonders deutlich aus. Von Januar bis Juli 2025 entfielen laut Rossijskaja Gaseta lediglich 6,5 % des russischen Neuwagenmarktes auf globale Marken. Der aktuelle Anteil ist damit mehr als doppelt so hoch und unterstreicht die wachsende Bedeutung alternativer Lieferwege.
Tselikov führte den Anstieg auf das anhaltende Interesse der Verbraucher an alternativen Fahrzeuglieferungen zurück. Nicht alle russischen Kunden wollten Produkte der russisch-chinesischen Autoindustrie kaufen. Diese Präferenz stützt die Nachfrage nach internationalen Marken, obwohl sich deren frühere Verkaufs- und Vertriebsstrukturen verändert haben.
Japanische Marken bilden mit 8,2 % Marktanteil den größten Teil des Segments. Deutsche Hersteller folgen mit 4,3 %, koreanische Marken erreichen 1,6 %. Zusammen kommen die drei Gruppen auf 14,1 % und damit auf fast den gesamten globalen Markenanteil von 15 % im Juli.
Alternative Lieferwege bleiben wirtschaftlich relevant
Die Aufteilung nach Herkunftsländern ist für Händler, Logistiker und Fahrzeugimporteure relevant, weil sie die Nachfrage außerhalb russischer und chinesischer Marken sichtbar macht. Japanische Marken allein stellen mehr als die Hälfte des gesamten Marktanteils dieses Segments. Deutsche Fahrzeuge bilden die zweitgrößte Gruppe, während koreanische Hersteller eine kleinere Präsenz halten.
Die Zahlen deuten zudem darauf hin, dass Markenpräferenzen neben der Verfügbarkeit weiterhin Kaufentscheidungen bestimmen. Ein Anteil von 15 % bietet den Verkäufern globaler Marken eine relevante Kundenbasis. Der Abstand zum Februarrekord von 15,9 % zeigt zugleich, dass das Segment nahe an seinem Höchststand seit den Sanktionen liegt, aber keinen neuen Rekord erzielt hat.
Rossijskaja Gaseta berichtete außerdem, dass die russischen Neuwagenverkäufe in den ersten sieben Monaten um 12,2 % gestiegen seien. Der wachsende Anteil globaler Marken in einem expandierenden Gesamtmarkt spricht dafür, dass ihre Erholung nicht allein auf Schwächen anderer Segmente beruht. Entscheidend wird nun sein, ob sich der Julizuwachs fortsetzt und japanische, deutsche und koreanische Marken ihre Positionen halten können.