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Glencore vermarktet bis zu 60 Millionen Tonnen Bauxit aus Guinea

Glencore wird im Rahmen eines Fünfjahresvertrags jährlich mehr als 10 Millionen Tonnen Bauxit für die staatliche Nimba Mining aus Guinea vermarkten. Die Vereinbarung umfasst eine Vorfinanzierung von mehr als 300 Millionen $, während China der wichtigste Absatzmarkt bleiben dürfte.

Glencore vermarktet bis zu 60 Millionen Tonnen Bauxit aus Guinea

Fünfjahresvertrag schafft Planungssicherheit

Der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore hat mit der staatlichen Nimba Mining Company aus Guinea einen Vertrag über die Vermarktung von Bauxit geschlossen. Laut RFI umfasst die Vereinbarung über fünf Jahre zwischen 50 Millionen und 60 Millionen Tonnen. Glencore soll jährlich mehr als 10 Millionen Tonnen vermarkten und eine Vorfinanzierung von mehr als 300 Millionen $ bereitstellen.

Nimba Mining erhält damit mehr Transparenz über künftige Absatzmengen und die zu erwartenden Einnahmen. Diese Planbarkeit ist besonders relevant, weil Guineas Bauxitförderung jedes Jahr wächst und das Land der weltweit größte Exporteur dieses Aluminiumerzes bleibt.

Bei aktuellen Bauxitpreisen von 32 bis 38 $ je Tonne stellen die vereinbarten Mengen eine erhebliche Einnahmequelle für das guineische Staatsunternehmen dar. Die Preisspanne verdeutlicht den Umfang des erfassten Rohstoffs. RFI nennt jedoch weder die Preisformel und den Lieferplan noch die konkreten Minen, aus denen das Bauxit stammen soll.

Breitere Finanzierung, aber China bleibt zentral

Die Transaktion eröffnet Guinea über einen der größten Rohstoffhändler der Welt einen weiteren Finanzierungs- und Vermarktungskanal. Für die Regierung ist sie Teil der erklärten Strategie, die Partnerschaften im Bergbau zu verbreitern und die Abhängigkeit von wenigen Geschäftspartnern zu verringern.

Eine entsprechende Diversifizierung der Endabnehmer ist damit nicht zwangsläufig verbunden. China bleibt der wichtigste Markt für guineisches Bauxit: Laut RFI gingen im vergangenen Jahr fast drei Viertel der Exporte des Landes nach China. Glencore kann die vereinbarten Mengen weiterhin an chinesische Aluminiumoxidraffinerien verkaufen. Kurzfristig ändern sich somit vor allem Finanzierung und Verkaufsorganisation, weniger die geografischen Handelsströme.

Für chinesische Raffinerien bleibt die wachsende Produktion Guineas eine wichtige Rohstoffquelle. Nimba Mining kann über Glencores Handelsnetz einen berechenbareren Zugang zu Kunden und Zahlungsströmen erhalten. Die Vorfinanzierung bringt zudem Liquidität gegen künftige Lieferungen vorzeitig ins Unternehmen. Bedingungen und Verwendung der Mittel werden im Bericht allerdings nicht genannt.

Guinea will mehr Verarbeitung im eigenen Land

Die Vereinbarung fällt in eine Phase, in der Guinea einen größeren Teil der Wertschöpfung aus seinen Bodenschätzen im Land halten will. Die Regierung plant 5 Aluminiumoxidraffinerien und möchte einen Teil der Branche vom Export unverarbeiteten Bauxits zur lokalen Verarbeitung führen. Bauxit ist das wichtigste Erz für die Produktion von Aluminium und Gallium. Zusätzliche Raffineriekapazitäten könnten daher die Struktur des Bergbausektors und Guineas Rolle in nachgelagerten Lieferketten verändern.

RFI zufolge könnte Glencore auch bei diesem Verarbeitungsvorhaben ein strategischer Partner werden. Eine konkrete Investitionszusage für Raffinerien wurde im Zusammenhang mit dem Vermarktungsvertrag jedoch nicht bekannt gegeben. Fest stehen bislang die Laufzeit von fünf Jahren, mehr als 10 Millionen Tonnen pro Jahr und über 300 Millionen $ Vorfinanzierung.

Die wirtschaftliche Wirkung hängt damit von der Umsetzung ab: von den liefernden Minen, dem Versandzeitpunkt, den tatsächlich erzielten Preisen und den Fortschritten bei den geplanten Raffinerien. Kurzfristig verbessert der Vertrag die Absatzplanung von Nimba Mining und verschafft Glencore eine bedeutende Stellung im Exportkanal des weltweit führenden Bauxitexporteurs.

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