Ghana startet GHATSI: Ziel sind 400.000 Tonnen Tomaten pro Jahr
Ghana hat die Tomaten-Selbstversorgungsinitiative GHATSI gestartet, die eine jährliche nationale Tomatenproduktion von 400.000 Tonnen anstrebt. Die erste Phase im Zyklus 2026/2027 zielt auf rund 100.000 Tonnen auf mehr als 10.000 Acres, Landwirte erhalten Finanzierungen von 20.000 GH¢ je Acre. Laut Ministerium gibt Ghana jährlich über 400 Millionen US-Dollar für Importe von frischen Tomaten und Tomatenmark aus.
Ghana hat die Ghana Tomato Self-Sufficiency Initiative (GHATSI) gestartet, eine nationale öffentlich-private Partnerschaft mit dem Ziel einer jährlichen Tomatenproduktion von 400.000 Tonnen und dem Ende der Abhängigkeit von importierten frischen Tomaten und Tomatenmark. Der Start fand am 15. September um 10:00 Uhr in Anloga statt und wurde vom Minister für Ernährung und Landwirtschaft, Eric Opoku, geleitet, wie PrimeNewsGhana unter Berufung auf eine Mitteilung des Ministeriums berichtet.
Das Ministerium erklärte, Ghana gebe jährlich über 400 Millionen US-Dollar für Importe frischer Tomaten und von Tomatenmark aus, obwohl Boden, Wasser und Klima günstig seien. Den Großteil dieser Ausgaben führt die Mitteilung auf das Angebotsdefizit in der Nebensaison von Dezember bis Juli zurück, wenn das heimische Angebot knapp wird und Abnehmer auf importierte Ware und Konzentrat ausweichen.
Gestaffelte Mengenziele
Die erste Phase im Produktionszyklus 2026/2027 soll rund 100.000 Tonnen liefern. Sie umfasst mehr als 10.000 Acres in 40 Distrikten, 12 Regionen und über 100 Gemeinden, heißt es in der von PrimeNewsGhana zitierten Mitteilung.
Der vollständige Rollout zielt auf 400.000 Tonnen jährlich und damit auf das Vierfache der Menge aus Phase eins. Einen Termin für das Erreichen dieses Ziels nennt die Mitteilung nicht; auch die Verarbeitungskapazität für die zusätzliche Ernte wird nicht aufgeschlüsselt.
20.000 GH¢ je Acre für Landwirte
GhanaWeb berichtete unter Berufung auf Opoku, dass Tomatenerzeuger im Rahmen von GHATSI Finanzierungen von 20.000 GH¢ je Acre erhalten können. Dasselbe Medium beschreibt das Programm als Vorhaben, das in der Saison 2026/27 rund 100.000 Tonnen anstrebt, um die Abhängigkeit von Importtomaten zu senken.
Im Rahmen des Farmer Enhancement Package erhalten teilnehmende Betriebe finanzierte Betriebsmittel, Unterstützung bei der Bewässerung, Beratungs- und technische Dienstleistungen sowie eine Mehrgefahren-Ernteversicherung. Die Rückzahlung erfolgt direkt bei der Abnahme, der Kredit wird also mit der Lieferung verrechnet und nicht separat vom Landwirt bedient.
Eine ganzjährig integrierte Wertschöpfungskette
Das Ministerium beschreibt GHATSI als Versuch, eine integrierte, ganzjährig arbeitende heimische Wertschöpfungskette aufzubauen, indem Landwirte und Flächen mit Ertragssteigerung, strukturierter Finanzierung, Mehrgefahren-Ernteversicherung, Sammelvermarktung, industrieller Verarbeitung und gesichertem Marktzugang verknüpft werden.
- Ende der Importabhängigkeit und stabile Versorgung das ganze Jahr über
- Höhere und abgesicherte Einkommen der Landwirte über Vertragsanbau
- Dauerhafte Beschäftigung für junge Menschen entlang der Wertschöpfungskette
- Vermeidbare Nachernteverluste beseitigen
- Risiken durch Klima- und Schädlingsschocks verringern
Zum Start wurden laut Ministerium Regierungsvertreter, regionale Behörden, traditionelle Autoritäten, Landwirte, Finanzinstitute, Versicherer, technische Partner und Medien erwartet.
Was noch offen ist
Die veröffentlichten Mitteilungen nennen Mengen, Flächen und die Finanzierung je Acre, lassen aber mehrere operative Parameter offen. Die Herkunft der Mittel für die Linie von 20.000 GH¢ je Acre, die beteiligten Versicherer und Finanzinstitute, der Preismechanismus bei der Abnahme sowie die für Phase eins verfügbare industrielle Verarbeitungskapazität wurden nicht erläutert. Für Importeure und Verarbeiter, die derzeit die Lücke von Dezember bis Juli füllen, zählt vor allem der Zeitpunkt: Die ersten 100.000 Tonnen sind für den Zyklus 2026/2027 angesetzt, eine Verdrängung von importiertem Mark und Frischware beginnt also frühestens in dieser Saison.