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Ernteprognosen für Ghana und Côte d’Ivoire erhöhen Risiko steigender Kakaopreise

Ghanas Kakaoernte dürfte um 13 % auf 650.000 Tonnen sinken, während StoneX für Côte d’Ivoire 2026–2027 einen Rückgang um 11 % auf 1,8 Millionen Tonnen erwartet. Wetterextreme und Pflanzenkrankheiten könnten das globale Angebot weiter verknappen.

Ernteprognosen für Ghana und Côte d’Ivoire erhöhen Risiko steigender Kakaopreise

Ghana erwartet einen Produktionsrückgang um 13 %

Ghanas Kakaoernte dürfte um 13 % auf 650.000 Tonnen fallen, nach mehr als 750.000 Tonnen im Vorjahr. Das berichtet Sofokleousin unter Berufung auf Schätzungen des Ghana Cocoa Board. Die Prognose basiert auf Felduntersuchungen und Zählungen der Kakaofrüchte und deutet auf eine weitere schwierige Saison für den weltweit zweitgrößten Produzenten hin.

Der erwartete Verlust von mehr als 100.000 Tonnen ist für einen Weltmarkt bedeutend, der empfindlich auf Angebotsänderungen in Westafrika reagiert. Ghana und Côte d’Ivoire sind die beiden größten Kakaoerzeuger. Die Entwicklung ihrer Plantagen bestimmt daher wesentlich die Verfügbarkeit und die Kosten der Bohnen für Verarbeiter und Schokoladenhersteller.

Wetter und Krankheiten gefährden die Erträge

Ein starker El Niño verursacht in der Region erhebliche Schwankungen der Niederschläge, von lang anhaltender Trockenheit bis zu Überschwemmungen, berichtete Sofokleousin. Beide Extreme beeinträchtigen die Produktivität der Kakaobäume: Trockenheit hemmt die Pflanzenentwicklung, während zu viel Feuchtigkeit die Feldarbeit erschwert und die Ausbreitung von Krankheiten begünstigt.

Starke Regenfälle der vergangenen Wochen haben das Risiko der Schwarzfäule erhöht, die Kakaofrüchte verrotten lässt. Besonders gefährdet sind Anbaugebiete, in denen Landwirte nur begrenzten Zugang zu Pflanzenschutzmitteln haben. Der Krankheitsdruck könnte die wetterbedingten Verluste verschärfen und eine Verbesserung der Erträge im Saisonverlauf erschweren.

Prognose für Côte d’Ivoire verstärkt die Sorgen

Auch Côte d’Ivoire steht unter genauer Beobachtung. Im August wurde in südlichen Anbaugebieten eine neue Blüte festgestellt. Dennoch schätzt StoneX, dass die Produktion in der Saison 2026–2027 um 11 % auf 1,8 Millionen Tonnen sinken könnte. Eine bessere Blüte allein dürfte demnach nicht ausreichen, um die Folgen der Wettervolatilität und der Krankheitsrisiken auszugleichen.

Laut Sofokleousin werden Kakao-Futures inzwischen nahe 6.000 $ je Tonne gehandelt, doppelt so hoch wie die rund 3.000 $ im Februar. Nach mehreren schlechten Ernten erreichte der Markt Ende 2024 ein Rekordniveau von 13.000 $ je Tonne. Die Preise sind anschließend gesunken, doch die weltweiten Lagerbestände haben sich nicht vollständig erholt. Damit fehlt ein ausreichender Puffer gegen eine weitere größere Störung.

Bestätigen sich die Prognosen für Ghana und Côte d’Ivoire, müssten Verarbeiter stärker um verfügbare Bohnen konkurrieren. Höhere Rohstoffkosten könnten die Verarbeitungsmargen drücken und die Kosten entlang der gesamten Schokoladenkette erhöhen. Händler und Hersteller werden deshalb Niederschläge, Krankheitsbefall und Fruchtentwicklung genau verfolgen, denn bei niedrigen Beständen können bereits kleine Änderungen der regionalen Ernteprognose starke Preisbewegungen auslösen.

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