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Irans Agrarexporte weichen von den VAE ab: Frachtkosten fünffach gestiegen

Die Containerfracht auf der Route Iran-VAE ist von rund 5.000 auf etwa 25.000 Dirham gestiegen, die Agrarlieferungen in die Emirate sind um rund 20 Prozent gesunken, berichtet Donya-e-Eqtesad. Ein Teil der Ladung wird nach Russland, in den Irak und nach Afghanistan umgeleitet; die Handelsbilanz des Sektors lag in den ersten neun Monaten des iranischen Jahres 1404 bei minus 4,6 Milliarden Dollar.

Irans Agrarexporte weichen von den VAE ab: Frachtkosten fünffach gestiegen

Geopolitische Unsicherheit zeichnet die Landkarte der iranischen Agrarexporte neu. Stark gestiegene Frachtraten, ein knapperes Transportangebot und wachsende Schwierigkeiten bei der Rückführung von Exporterlösen haben die Lieferungen in die Vereinigten Arabischen Emirate verringert und einen Teil der iranischen Agrarladung nach Russland, in den Irak und nach Afghanistan verschoben, berichtet die Teheraner Wirtschaftszeitung Donya-e-Eqtesad.

Containerraten in die VAE rund fünfmal höher

Sadreddin Niavarani, stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Exportentwicklung der Handelskammer Irans, sagte Donya-e-Eqtesad, der Transport eines Containers auf der VAE-Route habe früher rund 5.000 Dirham gekostet und koste inzwischen etwa 25.000 Dirham. Die Fracht auf diesem Korridor sei damit etwa fünfmal so teuer geworden, also um mehr als 400 Prozent gestiegen. Der Anstieg fällt sehr unterschiedlich aus: Auf den Routen in den Irak liegt das Plus nach seinen Angaben nur bei rund 15 bis 20 Prozent.

Das Exportvolumen in die Emirate ist um etwa 20 Prozent zurückgegangen. Einen Teil dieses Rückgangs führt Niavarani auf die schrumpfende erwerbstätige Bevölkerung in den VAE zurück: Ein Teil der Iraner, Inder und anderer ausländischer Staatsangehöriger habe das Land verlassen, was die Nachfrage geschwächt habe. Der Markt selbst sei nicht geschlossen: Iranische Aprikosen, Kirschen, Kopfsalat und anderes Gemüse würden weiterhin in emiratischen Märkten angeboten, die Exportgrenzen seien offen.

Die Abfertigung an den Grenzen sei erleichtert worden, so Niavarani; die Steuerung liege weitgehend bei den Provinzen, und der Zoll halte Sendungen derzeit nicht auf. Agrarexporteure hätten an den Übergängen aktuell keine nennenswerten Wartezeiten.

Konzentrierte Handelsstruktur und ein Defizit von 4,6 Milliarden Dollar

Zahlen des Nationalen Zentrums für strategische Studien zu Landwirtschaft und Wasser der Handelskammer Irans, die Donya-e-Eqtesad zitiert, weisen für die ersten neun Monate des iranischen Jahres 1404 eine Handelsbilanz für Agrarprodukte und Nahrungsmittelindustrie von minus 4,6 Milliarden Dollar aus. Die Partnerstruktur ist stark konzentriert:

  • Irak: 39 Prozent der Agrarexporte und damit wichtigstes Zielland.
  • VAE: 33 Prozent der Agrarimporte und damit wichtigste Bezugsquelle.
  • Mehr als 30 Prozent der iranischen Agrarimporte kommen aus den VAE.
  • Rund ein Fünftel der Agrarexporte geht in die VAE.

Diese Konzentration mache die Lieferkette sowohl für Grundgüter als auch für Agrarexporte anfällig für jede Störung in den Beziehungen zu den VAE und den südlichen Golfstaaten, schreibt die Zeitung.

Mengen verlagern sich nach Russland, in den Irak und nach Afghanistan

Akbar Fathi, stellvertretender Minister für Planung und Wirtschaft im Ministerium für landwirtschaftlichen Dschihad, sagte der Zeitung, der weltweite Lebensmittelmarkt sei nicht auf ein oder wenige Länder begrenzt; wenn es in einem Markt Probleme gebe, müssten Alternativen aufgebaut werden. Er verwies auf die Verbindungen zu den eurasischen Staaten und den Status Irans als Beobachter in der Eurasischen Wirtschaftsunion und sagte, Russland sei wegen der Größe seines Marktes als alternatives Exportziel definiert worden.

Der Handel mit den VAE sei nicht abgebrochen, so Fathi; Iran decke weiterhin einen Teil des dortigen Bedarfs, ernsthafte Sorgen um den Zielmarkt bestünden nicht. Rund 30 Prozent der iranischen Importe seien früher über die VAE gelaufen; ein Teil davon werde nun aus anderen Ländern bezogen, ein weiterer Teil komme weiterhin über die emiratische Route. Die Verlagerung der Schiffsrouten habe die Transportkosten deutlich erhöht und spürbar auf den Handel gewirkt.

Während des 40-tägigen Krieges seien die Exporte weitergelaufen, sagte Fathi; abgesehen von Beschränkungen in den ersten ein bis zwei Stunden zur Herstellung von Ordnung sei der Versand danach im Normalbetrieb weitergegangen. Er räumte eine hohe Importabhängigkeit bei Futtermitteln ein und erklärte, das Ministerium arbeite daran, die Handelsbilanz durch höhere Exporte im Verhältnis zu den Importen zu verbessern.

Devisenrückführung als entscheidende Hürde

Niavarani nennt drei Hauptprobleme der Exporteure: höhere Frachtraten, weniger verfügbare Transportmittel und Schwierigkeiten bei der Rückführung von Geld und Devisen. Das letzte Problem sei das gravierendste. Da Bankkanäle und viele Transaktionen in den VAE eingeschränkt seien, löse eine bloße Verlängerung der Fristen für die Devisenrückführungspflicht das Problem nicht: Devisen kämen weiterhin ins Land, ein Teil davon jedoch über inoffizielle Kanäle.

Er forderte die Zentralbank auf, die Rückführungsbedingungen an die aktuelle Wirtschafts- und Handelslage anzupassen, und verlangte vom Parlament, Devisen aus dem Anwendungsbereich des Gesetzes zur Bekämpfung des Waren- und Devisenschmuggels herauszunehmen: Wer Exporterlöse ins Land zurückbringe, dürfe nicht mit Schmugglern gleichgesetzt werden.

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