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Generika erreichen 87,2 % des russischen Apothekenabsatzes

Generika kamen im ersten Quartal 2026 auf 87,2 % des russischen Apothekenabsatzes nach Packungen. Nach dem Rückzug mehrerer ausländischer Anbieter bauten einheimische Hersteller vor allem das Angebot bei Diabetes-, Herz-Kreislauf-, Krebs- und Adipositasmitteln aus.

Generika erreichen 87,2 % des russischen Apothekenabsatzes

Generika festigen ihre Stellung im Apothekenmarkt

Generika erreichten im ersten Quartal 2026 einen Anteil von 87,2 % am russischen Apothekenabsatz nach Packungen, berichtete RBC. Die Entwicklung war bereits 2025 erkennbar: Nach Angaben der DSM Group entfielen 72,3 % des Einzelhandelsumsatzes mit Arzneimitteln und 86,3 % der verkauften Packungen auf Nachahmerpräparate.

Unter Einbeziehung staatlicher Beschaffungen lag der Generikaanteil 2025 bei 63,2 % des Umsatzes und 87,6 % der Menge. Lokal hergestellte Arzneimittel, die nach dem Produktionsort und damit anders als Generika abgegrenzt werden, erreichten 46,8 % des Marktes nach Wert und 69,3 % nach Menge.

DSM-Group-Chef Sergey Shulyak führte das Wachstum auf die Importsubstitution nach dem Rückzug mehrerer ausländischer Pharmahersteller zurück. Russische Alternativen expandieren besonders bei Arzneimitteln gegen Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Adipositas. Die Patientenzahlen sind hoch: Das Gesundheitsministerium registrierte 2025 bei 6,1 Millionen Russinnen und Russen Diabetes und bei 36 Millionen Adipositas. Die Zahl der Behandlungen wegen hypertensiver Herzerkrankungen stieg um 7 % auf 8,3 Millionen Fälle, bei Krebserkrankungen um 6,5 % auf 1,3 Millionen.

Kardiologie und Semaglutid treiben die Lokalisierung

Das Sortiment an Kardiologiemedikamenten wuchs in fünf Jahren um 386 Präparate; mehr als 85 % davon werden in Russland hergestellt. Im ersten Quartal 2026 wurden weitere vier Arzneimittel registriert. Viktor Dmitriev, Leiter des Verbands russischer Pharmahersteller, erklärte, einheimische Alternativen zum Thrombosemittel Rivaroxaban hätten die Therapiekosten um 40 % gesenkt. Wirksamkeit und Verträglichkeit seien nach seiner Einschätzung mit dem Original vergleichbar.

Ein weiteres Beispiel ist Semaglutid zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Nachdem das dänische Unternehmen Novo Nordisk 2023 seine Lieferungen eingestellt hatte, nahmen russische Hersteller auf Grundlage von Zwangslizenzen die Produktion von Alternativen auf. Bis 2026 stieg die Zahl der Markennamen von neun auf 13, die Zahl der Artikel einschließlich unterschiedlicher Dosierungen von 29 auf 39. Der Anteil des importierten Originalpräparats sank auf 0,1 %.

Zu den russischen Anbietern gehören Geropharm, Promomed Rus, Pharmasyntez, PSK Pharma, Pharmstandard und Sever Life Sciences. Semavik hielt 53,3 % des Segmentumsatzes, Quinsenta 43,1 %. Von Januar bis August 2026 stieg der in Rubel gemessene Umsatz von Insudive im Jahresvergleich um 271,3 %, bei Semuglina betrug das Plus 210,7 %.

Mehr Packungen bei sinkendem Durchschnittspreis

Der Semaglutid-Umsatz erreichte in den ersten acht Monaten 2026 insgesamt 24 Milliarden Rubel, ein Zuwachs von 60 %. Die Absatzmenge stieg um 77 % auf 4,7 Millionen Packungen, während der durchschnittliche Packungspreis um 8 % von 5.369 auf 4.951 Rubel sank. Präparate mit 0,25 mg kosteten zwischen 2.447 und 3.174 Rubel. Bei 1 mg reichte die Spanne von 4.154 bis 5.033 Rubel und darüber.

RNC Pharma berechnete für A10B-Antidiabetika im ersten Quartal 2026 einen 134-fachen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr erhöhte sich die Produktion blutzuckersenkender Mittel nach Packungen um mehr als 41 %.

Versorgungssicherheit wird zum nächsten Test

Branchenvertreter fordern für die nächste Phase schnellere Zulassungen russischer Generika, Produktionsförderung und eine fortgesetzte Preisregulierung. Hinzukommen müssen belegte Bioäquivalenz, zuverlässige Lieferungen und die Verfügbarkeit der benötigten Dosierungen. Davon hängt ab, ob ein breiteres Sortiment eine dauerhafte Versorgung ermöglicht oder nur ausgeschiedene Marken vorübergehend ersetzt.

Die DSM Group erwartet, dass Generika bis 2030 einen wertmäßigen Marktanteil von 67 % erreichen und der russische Pharmamarkt von 2,9 Billionen auf 4,1 Billionen Rubel wächst. Nach Angaben des Industrie- und Handelsministeriums sind bereits 86 % der Arzneimittel auf der Liste unentbehrlicher Medikamente lokalisiert; zwei Drittel werden vollständig im Inland produziert.

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