← Zurück zu den Nachrichten

Gefälschte Zigaretten erreichen in Toulouse fast 20% des Tabakkonsums

Gefälschte Zigaretten machten im vierten Quartal 2025 laut Angaben von Imperial Brands-Seita 19,3% des Tabakkonsums in Toulouse aus, nach 0,7% im Vergleichszeitraum 2018. Eine Beschlagnahmung von 237 Stangen verdeutlicht die Herausforderungen für Produktsicherheit und grenzüberschreitende Kontrollen.

Gefälschte Zigaretten erreichen in Toulouse fast 20% des Tabakkonsums

Anteil der Fälschungen steigt in Toulouse stark

Gefälschte Zigaretten machten im vierten Quartal 2025 19,3% des Tabakkonsums in Toulouse aus, gegenüber 0,7% im vierten Quartal 2018. Diese Zahlen nannte Hervé Natali von Imperial Brands-Seita im Gespräch mit La Dépêche. Das Unternehmen untersucht den Tabakkonsum seit mehr als zehn Jahren zweimal jährlich. Für die gesamte Region Okzitanien bezifferte Natali den Anteil gefälschter Tabakwaren am Konsum auf 25,5%.

Die Werte betreffen Fälschungen und nicht legale Zigaretten, die in Ländern mit niedrigerer Besteuerung gekauft wurden. Laut Natali lässt sich durch Echtheitsprüfungen feststellen, ob eine Packung aus einem offiziellen Markt stammt. Autorisierte Händler in Andorra, Spanien und Belgien werden von legalen Herstellern beliefert, während eine gefälschte Packung in keinem offiziellen Vertriebssystem registriert ist.

Straßenkontrolle zeigt grenzüberschreitende Herausforderung

Eine Straßenkontrolle in Haute-Garonne am Montag, 17. August, verdeutlichte die Dimension des Parallelmarktes. Zollbeamte in Cierp-Gaud beschlagnahmten bei einem aus Spanien zurückkehrenden Fahrer 237 Stangen Zigaretten und 3,5 kg Wasserpfeifentabak, berichtete La Dépêche. Der Fahrer erklärte, er habe die Zigaretten für den Eigenverbrauch gekauft. Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob Laboruntersuchungen die Ware als Fälschung einstuften.

Zugleich rückt die Produktion näher an die Verbraucher. Nach Angaben von Natali war in Frankreich bis vor Kurzem keine Fabrik für gefälschte Zigaretten identifiziert worden; seit 2021 wurden jedoch sieben illegale Werkstätten entdeckt. Die bislang zerschlagenen Organisationen stützten sich demnach vor allem auf Netzwerke mit Verbindungen zur Ukraine, zu Polen, Moldau, Armenien und Georgien. Rohstoffe wie Tabak, Papier und Zellstoffwatte kommen zudem aus Asien und Schwellenländern.

Unkontrollierte Produktion erhöht Sicherheitsrisiken

Gefälschte Zigaretten erfüllen nicht die Produktions- und Hygienevorschriften für legale Tabakwaren. Laut Natali können gefälschte Tabakprodukte Sägemehl und tierische Exkremente enthalten; das französische Zolllabor habe zudem Pilze in Filtern oder Papier dokumentiert. Damit kommt zu den bekannten Schäden legal hergestellter Tabakwaren ein weiteres, unkontrollierbares Risiko hinzu.

Das Angebot reicht von organisierten illegalen Fabriken bis zur Kleinproduktion in Privathaushalten. La Dépêche berichtet, dass immer mehr Privatpersonen Rohtabak sowie Maschinen zum Schneiden, Mahlen und Befüllen von Zigarettenhülsen im Internet bestellen und die hergestellten Zigaretten anschließend verkaufen. Legale Hersteller demontieren und zertifizieren Maschinen bei Modernisierungen oder Standortschließungen, damit die Anlagen nicht auf den Schwarzmarkt gelangen. Natali zufolge hat die Tabakbesteuerung abschreckend gewirkt; er bezweifelt jedoch, dass weiterer Steuerdruck noch das wirksamste Mittel zur Förderung des Rauchstopps ist. Für Hersteller, lizenzierte Händler und Behörden bedeutet das Wachstum des Fälschungsmarktes, dass offizielle Verkaufszahlen nur noch einen Teil des gesamten Tabakkonsums abbilden.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.