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Gasbasierte Stromexporte erhöhten Griechenlands Großhandelskosten

Stromexporte verbesserten Griechenlands Handelsbilanz im Elektrizitätssektor, doch zusätzliche Gaskraftwerke erhöhten laut Green Tank die inländischen Großhandelspreise. Die Belastung von 914,4 Millionen € übertraf den kumulierten Handelsvorteil von 821,2 Millionen € bis Juni 2026.

Gasbasierte Stromexporte erhöhten Griechenlands Großhandelskosten

Exporterlöse gingen mit höheren Inlandspreisen einher

Griechenlands Stromexporte haben einen eindeutig positiven Beitrag zur Handelsbilanz des Elektrizitätssektors geleistet. Der zusätzliche Einsatz fossilen Erdgases zur Deckung dieser Exporte erhöhte jedoch die Kosten im Inland, wie eine Analyse von Green Tank zeigt.

Die Studie mit dem Titel „Stromexporte aus fossilem Gas: die Kosten für den griechischen Markt und das Klima“ untersuchte den Einfluss exportorientierter Gasverstromung auf den griechischen Day-Ahead-Markt, kurz DAM. Green Tank verweist auf die enge Verbindung zwischen DAM- und Endkundenpreisen. Die zusätzlichen Erzeugungskosten landen damit letztlich auf den Stromrechnungen griechischer Haushalte und Unternehmen.

Während der Stunden, in denen Griechenland Nettoexporteur von Strom war, erreichte Gas im heimischen Erzeugungsmix einen durchschnittlichen Anteil von 35,8 %. Hätten Gaskraftwerke ausschließlich den Inlandsbedarf gedeckt, wäre die Stromproduktion aus fossilem Gas um 6,56 TWh beziehungsweise 11,4 % niedriger ausgefallen als tatsächlich verzeichnet.

Großhandelsbelastung übertraf den Handelsvorteil

Nach Berechnungen von Green Tank erhöhte der zusätzliche Gasverbrauch für Stromexporte den durchschnittlichen DAM-Preis um 6,23 €/MWh. Daraus entstand für den griechischen Stromgroßhandel eine Belastung von 914,4 Millionen €.

Dieser Betrag überstieg den kumulierten Vorteil aus der positiven Stromhandelsbilanz. Auf Grundlage der vollständigen Daten der griechischen Statistikbehörde belief sich dieser bis Juni 2026 auf 821,2 Millionen €. Höhere Nettoexporterlöse bedeuteten somit keinen gleichwertigen gesamtwirtschaftlichen Gewinn, sobald die Wirkung auf die Großhandelspreise berücksichtigt wird.

Die zusätzliche Gasverstromung verursachte außerdem Klimakosten. Green Tank errechnete, dass die geringere Gasproduktion im hypothetischen Szenario den CO2-Fußabdruck Griechenlands um 2,6 Millionen Tonnen reduziert hätte. Die Exportstrategie beeinflusst daher sowohl die Preisbildung im Inland als auch die Emissionen; die Handelsbilanz allein bildet das Ergebnis nicht vollständig ab.

Erneuerbare Exporte hätten ein anderes Ergebnis erzielt

Green Tank modellierte auch ein Szenario, in dem dieselbe Exportmenge durch zusätzliche erneuerbare Erzeugung statt durch Gas gedeckt worden wäre. Unter dieser Annahme wäre der durchschnittliche DAM-Preis um weitere 7,24 €/MWh gesunken. Der inländische Großhandelsmarkt hätte davon mit 1,065 Milliarden € profitiert.

Auch in diesem Szenario wäre der Beitrag des Stromhandels positiv geblieben. Green Tank bezifferte den kumulierten Handelsbilanzvorteil bis Juni 2026 auf 605,4 Millionen €. Dieser Wert lag zwar unter dem Vorteil der tatsächlichen Handelsbilanz, wäre aber mit sinkenden Großhandelspreisen statt zusätzlichen Inlandskosten verbunden gewesen.

Nikos Mantzaris, leitender Politikanalyst bei Green Tank, bezeichnete den fortlaufenden Ausbau exportorientierter Kapazitäten auf Basis fossilen Gases zur Stärkung der griechischen Rolle für die Energiesicherheit Südosteuropas als wirtschaftlich und ökologisch nicht tragfähig. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien und von Speichern könne dagegen eine positive Handelsbilanz sichern und zugleich die DAM-Preise für Wirtschaft und Verbraucher senken.

Die Analyse rückt den Erzeugungsmix des exportierten Stroms in den Mittelpunkt der regionalen Energiestrategie Griechenlands. Für Erzeuger, Händler und industrielle Stromkunden zählt nicht allein, ob das Land Strom exportiert. Entscheidend ist auch, welche Technologie während der Exportstunden den inländischen Grenzpreis setzt.

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