Fufeng startet stufenweises Maisprojekt über 1,5 Milliarden $ in Kasachstan
Die chinesische Fufeng Group hat die nächste Phase eines Maisverarbeitungsprojekts im kasachischen Gebiet Schambyl eingeleitet. Der Industriepark könnte künftig 3 Millionen Tonnen jährlich verarbeiten; die Gesamtinvestition soll rund 1,5 Milliarden $ erreichen.
Erste Phase für 500.000 Tonnen pro Jahr
Die chinesische Fufeng Group hat die nächste Stufe einer großen Investition in die Maisverarbeitung im kasachischen Gebiet Schambyl gestartet. Damit entsteht ein neuer industrieller Absatzkanal für lokales Getreide und eine überwiegend auf den Export ausgerichtete Produktionsbasis. Präsident Kassym-Schomart Tokajew nahm am 25. September während des Investitionsforums „Kasachstan–China“ per Video an der Zeremonie teil.
Die erste Phase umfasst Investitionen von 350 Millionen $ und eine Verarbeitungskapazität von bis zu 500.000 Tonnen Mais jährlich. Forbes Kazakhstan bezeichnete die Zeremonie als Baubeginn eines Industrieparks für die tiefe Maisverarbeitung. Moy Gorod berichtete hingegen, dass das zum Projekt gehörende Aminosäurewerk SHENGTAI BIOTECH CO., LTD im Bezirk Schu nahe der Sonderwirtschaftszone JIBEK JOLY bereits errichtet sei und nun die nächste Projektphase begonnen habe. Die Investitionsvereinbarungen waren bei Treffen von Premierminister Olschas Bektenow mit der Führung der Fufeng Group auf dem KGIR-2024 und in Shanghai erzielt worden.
Aminosäuren bilden das Kernsortiment
Der bestehende Komplex ist auf Aminosäuren wie Isoleucin, Leucin, Valin, Threonin und Glutamin spezialisiert. Sie werden in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, in der Biotechnologie sowie bei der Herstellung von Spezialnahrung und Futtermittelzusätzen eingesetzt. Mais wird damit von einem landwirtschaftlichen Massengut zum industriellen Rohstoff für höherwertige Inhaltsstoffe.
Nach Angaben von Moy Gorod sollen 80% der Fertigprodukte exportiert und 20% auf dem kasachischen Binnenmarkt verkauft werden. Die vorliegenden Quellen nennen weder Zielländer noch Mengen einzelner Produkte oder erwartete Verkaufspreise. Der hohe Exportanteil macht jedoch den Zugang zu internationalen Kunden und eine effiziente Logistik entscheidend für die Wirtschaftlichkeit. Lieferungen im Inland könnten zugleich die kasachischen Wertschöpfungsketten für Lebensmittel, Futtermittel und Pharmaprodukte stärken.
Ausbau auf 3 Millionen Tonnen vorgesehen
In der zweiten Phase soll die jährliche Verarbeitungskapazität auf 3 Millionen Tonnen Mais steigen und das Produktsortiment erweitert werden. Forbes Kazakhstan beziffert die Investitionen dieser Stufe auf 1,15 Milliarden $, wodurch das Gesamtvolumen 1,5 Milliarden $ erreichen könnte. Der Industriepark soll rund 1.500 Arbeitsplätze schaffen und in Kasachstan einen vollständigen Kreislauf für die tiefe Getreideverarbeitung aufbauen.
Die Rohstoffbeschaffung wird für die weitere Entwicklung ausschlaggebend sein. Bereits in der ersten Phase will das Werk jährlich rund 500.000 Tonnen Mais kaufen und bietet kasachischen Landwirten damit einen stabilen Großabnehmer. Laut Moy Gorod könnte diese Nachfrage eine Ausweitung der regionalen Maisflächen fördern. Für 3 Millionen Tonnen wäre ein deutlich größeres und verlässliches Liefernetz nötig, sodass Anbauentscheidungen, Erträge sowie Lager- und Transportkapazitäten unmittelbar über den Erfolg entscheiden. Die Landwirte erhalten einen langfristigen Absatzkanal; Fufeng muss bei wachsender Produktion gleichbleibende Mengen und Qualität sichern. Das Projekt verbindet somit chinesisches Kapital und Verarbeitungstechnik mit der landwirtschaftlichen Basis Kasachstans und stärkt die Möglichkeit, verarbeitete Inhaltsstoffe statt unverarbeitetem Getreide zu exportieren.