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Frankreichs Getreideexporte dürften 2026/27 wegen höherer Futternachfrage sinken

FranceAgriMer erwartet 2026/27 schwächere französische Exporte von Weichweizen, Gerste und Hartweizen. Kleinere Ernten, eine kräftige inländische Futternachfrage und der internationale Wettbewerb könnten die Ausfuhren begrenzen und die Weichweizenbestände auf 3,6 Millionen Tonnen steigen lassen.

Frankreichs Getreideexporte dürften 2026/27 wegen höherer Futternachfrage sinken

Kleinere Weizenernte, aber hohe Anfangsbestände

Frankreichs Getreideexporte dürften im Wirtschaftsjahr 2026/27 nachgeben, weil eine geringere Produktion, ein steigender inländischer Futterverbrauch und eine schwächere Wettbewerbsposition die Ausfuhren begrenzen. Wie Terre-net berichtete, legte FranceAgriMer am 16. Juli erste Prognosen für französischen Weichweizen, Gerste und Hartweizen vor. Die Behörde betonte, dass die Bilanzen auf den ersten Produktionsschätzungen von SSP/Agreste beruhen und in den kommenden Monaten revidiert werden können.

Die französische Weichweizenproduktion wird 2026 voraussichtlich um 4 % gegenüber dem Vorjahr sinken. Die vermarktete Erfassung dürfte entsprechend auf 29,6 Millionen Tonnen zurückgehen. Hohe Anfangsbestände federn den Rückgang ab: Das gesamte Angebot soll im Jahresvergleich nur um 1 % abnehmen und über dem Fünfjahresmittel bleiben.

Der Inlandsverbrauch dürfte vor allem bei Mischfutterherstellern zulegen. Frankreichs Maisfläche ist um 20 % geschrumpft, zudem bedrohen Hitzewellen die Erträge. FranceAgriMer zufolge könnte die französische Maisernte historisch niedrig ausfallen; europaweit sei die Lage ähnlich. Steigende Maispreise würden Weichweizen in Futterrationen wettbewerbsfähiger machen. Sein Futtereinsatz soll daher von 4,7 Millionen Tonnen im Vorjahr und einem Fünfjahresmittel von 4,6 Millionen Tonnen auf 5 Millionen Tonnen steigen.

Schwarzmeerwettbewerb begrenzt Drittlandexporte

Die Weichweizenausfuhren in andere EU-Staaten werden auf 7,4 Millionen Tonnen geschätzt. Das wären weniger als die 7,9 Millionen Tonnen von 2025/26, aber mehr als das Fünfjahresmittel von 7,1 Millionen Tonnen. Französischer Futterweizen dürfte im europäischen Markt wettbewerbsfähig bleiben, da Tierhalter Alternativen zu Mais suchen.

Die Lieferungen außerhalb der EU sollen auf 7 Millionen Tonnen fallen, 0,4 Millionen Tonnen weniger als 2025/26 und 1 Million Tonnen unter dem Fünfjahresmittel. Frankreich steht im Wettbewerb mit Anbietern aus dem Schwarzmeerraum; zugleich wird in Marokko, einem seiner wichtigsten Abnehmer, eine bessere Ernte erwartet. Dadurch könnten die Weichweizen-Endbestände auf 3,6 Millionen Tonnen steigen, den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren.

Die Prognose hängt stark vom Krieg zwischen Russland und der Ukraine ab. Eine reichliche Schwarzmeerproduktion würde die französische Wettbewerbsfähigkeit normalerweise belasten. Neue Kampfhandlungen oder logistische Störungen im Asowschen und Schwarzen Meer könnten russische und ukrainische Lieferungen jedoch einschränken. FranceAgriMer zufolge könnte dies französischem Weizen Absatzchancen im Mittelmeerraum eröffnen, darunter in Ägypten.

Auch Gersten- und Hartweizenausfuhren gehen zurück

Die französische Gerstenerfassung wird auf 9,4 Millionen Tonnen geschätzt, rund 650.000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Der inländische Futtereinsatz soll von knapp 1,1 Millionen auf 1,2 Millionen Tonnen steigen, während die EU-Ausfuhren auf 2,8 Millionen Tonnen zulegen könnten. Die Drittlandexporte dürften dagegen wegen schwächerer Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere in Saudi-Arabien, von 3,9 Millionen auf 2,6 Millionen Tonnen sinken. Die Lieferungen nach China sollen stabil bleiben. Die Endbestände werden mit 1,9 Millionen Tonnen oder mehr als zwei Monatsverbräuchen veranschlagt. FranceAgriMer warnt allerdings, dass die Sommergerstenerträge niedriger als derzeit offiziell angenommen ausfallen könnten.

Am engsten ist die Hartweizenbilanz. Die Erfassung soll bei einem Produktionsrückgang von etwa 17 % um 18 % auf 1 Million Tonnen sinken. Wegen geringerer französischer Wettbewerbsfähigkeit und einer besseren Ernte in Italien könnten die EU-Ausfuhren von 750.000 auf 560.000 Tonnen zurückgehen. Unter dem stärkeren Wettbewerb Kanadas dürften die Drittlandexporte von 160.000 auf 70.000 Tonnen fallen. Endbestände von 114.000 Tonnen würden kaum einen Monatsverbrauch decken und den Markt empfindlich für Produktions- und Nachfrageänderungen machen.

Vollständige Marktanalyse

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