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Frankreichs Pfirsich- und Nektarinenernte erreicht trotz Hitzewellen fast 220.000 Tonnen

Frankreich erzeugte 2026 vorläufig fast 220.000 Tonnen Pfirsiche und Nektarinen, obwohl der Sommer fünf Hitzewellen brachte. Der Absatz stieg um mehr als 12 %, doch Schädlinge und ein Überangebot später Nektarinen bleiben Risiken.

Frankreichs Pfirsich- und Nektarinenernte erreicht trotz Hitzewellen fast 220.000 Tonnen

Produktion übersteht fünf Hitzewellen

Frankreichs Pfirsich- und Nektarinenbranche hielt Produktion und Vermarktung in der vorläufigen Bilanz der Saison 2026 trotz fünf sommerlicher Hitzewellen auf hohem Niveau. La France Agricole berichtete, dass die Plantagen weniger litten als hitzeempfindlichere Kulturen. Gleichzeitig förderten die hohen Temperaturen die Nachfrage.

Agreste, der Statistikdienst des französischen Landwirtschaftsministeriums, erklärte am 9. September 2026, die Hitze habe örtlich die Fruchtgröße beeinträchtigt, besonders bei späten Sorten. Die Gesamtmenge sei jedoch nicht wesentlich gesunken, da Pfirsichanlagen weithin bewässert werden und die Baumart Wärme vergleichsweise gut verträgt.

Die vorläufige Produktion wird auf fast 220.000 Tonnen geschätzt und liegt damit nahe der Medfel-Prognose von 224.000 Tonnen. Auf Mitglieder des nationalen Erzeugerverbands AOP Pêches et Abricots de France dürften fast 157.000 Tonnen entfallen, nach 146.000 Tonnen im Jahr 2025.

Junge Anlagen und hohe Nachfrage stützen die Saison

AOP-Direktor Raphaël Martinez berichtete bei einer Fachtagung am 15. September im CTIFL-Zentrum in Balandran im Département Gard von einer hohen und gleichmäßigen Pfirsichproduktion von rund 4.000 Tonnen pro Woche. Bei Nektarinen lagen die Wochenmengen zunächst zwischen 6.000 und 7.000 Tonnen und überschritten Ende August 8.000 Tonnen.

Die endgültige Ernte könnte über der ersten Schätzung liegen. Die Lese dauerte noch an, und die Erneuerung von fast 6 % der Plantagen in den beiden vorangegangenen Wintern hat junge, ertragreiche Bestände in Produktion gebracht. Wegen der weiterhin hohen Temperaturen Ende August und im gesamten September rechnete Martinez mit weiter steigenden Mengen. Die Branche mahnt dennoch zur Vorsicht bei Neupflanzungen, um ein Überangebot zu vermeiden. Besonders das Angebot später Nektarinen gilt bereits als zu hoch.

Auch die Vermarktung verlief günstig. Sommerwetter und Werbeaktionen, darunter das Pfirsich- und Nektarinenfestival der AOP, ließen den Absatz trotz gestiegener Preise gegenüber 2025 um mehr als 12 % wachsen. Laut Agreste stabilisierten sich die Preise im August 2026 auf hohem Niveau und lagen 6 % über 2025 sowie über dem Durchschnitt der Jahre 2021-2025. Ende August betrugen die Bestände rund 6.000 Tonnen, verglichen mit 7.300 Tonnen ein Jahr zuvor. Der größere Warenfluss wurde damit besser aufgenommen.

Schädlinge und spanische Konkurrenz bleiben Risiken

Der Pflanzenschutz war das größte Produktionsproblem. Die Anlagen erlebten außergewöhnlich starken Befall durch saugende Schädlinge, darunter Blattläuse, Rosenthripse und Zikaden. Bei Nektarinen erreichten die Verluste bis zu 25 % und verringerten unmittelbar die vermarktbaren Mengen. Der Erzeugerverband aktivierte sein Forschungs- und Entwicklungsnetz und arbeitet mit dem französischen Obstbauernverband daran, wirksame Pflanzenschutzmöglichkeiten zu erhalten.

Auch bei Plattpfirsichen wächst der Wettbewerbsdruck. Spanische Erzeuger gewannen laut La France Agricole Marktanteile zulasten französischer Rundpfirsiche zurück. Die französische Branche prüft deshalb einen Ausbau der heimischen Plattpfirsichproduktion. Für Erzeuger und Vermarkter zeigt die Saison, dass Bewässerung, Hitzetoleranz und Anlagenerneuerung die Ernte absichern können. Neue Pflanzungen müssen jedoch Schädlingsdruck, spätes Angebot und die Konkurrenz aus Spanien berücksichtigen.

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