Hohe Frachtkosten und Fachkräftemangel belasten Ägyptens Möbelindustrie
Hohe Frachtkosten und ein Mangel an qualifizierten Beschäftigten schwächen die Wettbewerbsfähigkeit ägyptischer Möbelhersteller auf den Exportmärkten. Branchenvertreter Alaa Nasr El-Din fordert niedrigere Transportkosten, Anreize zur Bindung von Fachkräften und die Abschaffung der Immobiliensteuer für Fabriken.
Exportpreise geraten unter Druck
Hohe Frachtkosten und ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit der ägyptischen Möbelindustrie, erklärte Alaa Nasr El-Din, erster stellvertretender Vorsitzender der Kammer für Holz- und Möbelindustrie im Verband der ägyptischen Industrien. Das Land verfüge insbesondere in Damiette und anderen Gouvernements über eine breite Basis erfahrener Holzmöbelbauer. Die Hersteller benötigten jedoch Entlastungen bei Kosten, die ihren Zugang zu Auslandsmärkten begrenzen.
Nach Angaben von El Balad schlagen die Frachtkosten unmittelbar auf den Endpreis ägyptischer Möbel durch. Dadurch fällt es Fabriken schwerer, das auf Exportmärkten verlangte Preisniveau anzubieten, selbst wenn Design und Produktionskompetenz unterschiedliche Kundenanforderungen erfüllen. Nasr El-Din forderte die zuständigen Behörden auf, praktikable Maßnahmen zur Senkung der Transportkosten zu entwickeln und ägyptischen Produkten bessere Wettbewerbschancen im Ausland zu verschaffen.
Qualifizierte Beschäftigte verlassen die Branche
Die zweite große Einschränkung ist der Mangel an technischen Fachkräften. Nasr El-Din zufolge sind qualifizierte Beschäftigte teilweise für eine Arbeit ins Ausland gegangen, sodass heimischen Herstellern weniger ausgebildete Handwerker zur Verfügung stehen. Die Möbelproduktion hängt stark von über Jahre aufgebauter praktischer Erfahrung ab. Der Verlust erfahrener Kräfte kann deshalb die Kontinuität der Fertigung, die Qualitätssicherung und eine Ausweitung der Produktion beeinträchtigen.
Er rief Politik und Unternehmen dazu auf, geeignete Anreize für den Verbleib qualifizierter Beschäftigter in der ägyptischen Möbelbranche zu schaffen. Dies ist besonders wichtig für eine Industrie, deren Angebot klassische und moderne Entwürfe sowie Sperrholz und mitteldichte Faserplatten umfasst. Die Produktvielfalt eröffnet ägyptischen Herstellern verschiedene Marktsegmente, sofern die Fabriken über genügend Personal für eine verlässliche Lieferung verfügen.
Hersteller verlangen Steuer- und Kostenentlastung
Nasr El-Din forderte zudem die Abschaffung der auf Fabriken erhobenen Immobiliensteuer. Eine geringere Belastung der Produzenten würde seiner Einschätzung nach das Geschäftsumfeld verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärken. Kleine und mittlere Hersteller benötigen besondere Unterstützung, weil Produktionskosten, Frachtgebühren und Personalengpässe ihre Expansion und die Erschließung von Exportchancen begrenzen können.
Ägyptische Möbel stehen laut El Balad in starkem Wettbewerb mit Produkten aus der Türkei und China. Nasr El-Din erklärte, kleine, mittlere und große Hersteller müssten spürbare Unterstützung erhalten, damit sie die Preisvorstellungen ausländischer Käufer erfüllen können. Maßnahmen bei Fracht- und Produktionskosten sowie bei der Verfügbarkeit von Arbeitskräften könnten das ägyptische Fertigungswissen sichern und den Zugang zu Auslandsmärkten erweitern. Ohne diese Entlastung reichen handwerkliche Tradition und Produktvielfalt möglicherweise nicht aus, um den Preisnachteil der Exporteure auszugleichen.