Föderation Bosnien und Herzegowina deckelt Pelletmargen bei vier und acht Prozent
Die Regierung der Föderation Bosnien und Herzegowina hat die Großhandelsmarge für Holzpellets auf vier Prozent und die Einzelhandelsmarge auf acht Prozent begrenzt, befristet auf 90 Tage. Vorausgegangen war ein Preisanstieg auf 550 bis 900 KM je Tonne vor der Heizsaison. Die Abgabepreise der Hersteller bleiben unreguliert.
Die Regierung der Föderation Bosnien und Herzegowina hat eine direkte Preiskontrolle für Holzpellets eingeführt und begrenzt die Margen, die Groß- und Einzelhändler erheben dürfen. Der Beschluss wurde laut Radiosarajevo.ba am 18. September in einer telefonischen Sitzung auf Vorschlag des Föderalen Handelsministeriums gefasst.
Die maximale Großhandelsmarge beträgt vier Prozent, berechnet auf die ursprüngliche Einkaufsbasis, und stellt die insgesamt zulässige Marge aller Großhändler in derselben Handelskette auf dem Gebiet der Föderation dar. Die maximale Einzelhandelsmarge liegt bei acht Prozent des Einkaufspreises des Händlers. Sämtliche Kalkulationen sind in konvertiblen Mark (KM) je Tonne Nettogewicht auszuweisen, der Verkaufspreis einer einzelnen Verpackung bemisst sich anteilig nach deren Nettogewicht.
Geltungsbereich und Aufsicht
Die Maßnahme gilt laut jabuka.tv und Radiosarajevo.ba für Unternehmen sowie andere juristische und natürliche Personen, die auf dem Gebiet der Föderation mit Pellets handeln, unabhängig von ihrem Sitz, der Verkaufsform und der Herkunft der Ware. Sie erfasst alle Handelsbezeichnungen und Qualitätsklassen von Holzpellets, in sämtlichen Verpackungen und als Schüttware, unabhängig davon, ob ein Qualitätszertifikat vorliegt. Die Qualitätsanforderungen und sonstigen Bedingungen für das rechtmäßige Inverkehrbringen bleiben unverändert.
Neben den Margenobergrenzen regelt der Beschluss den Einkaufspreis und die anerkannten Kosten, die Kalkulation entlang der Großhandelskette, interne Warenbewegungen zwischen verbundenen Beteiligten und Herstellern, den Verkaufspreis und zusätzliche Entgelte, den Umgang mit vorhandenen Lagerbeständen und die Preisanpassung, Dokumentations- und Meldepflichten sowie die Inspektionsaufsicht. Er gilt 90 Tage ab dem Tag des Inkrafttretens.
Das Föderale Handelsministerium erklärte als Antragsteller, Ziel der Maßnahme sei es, einen ungerechtfertigten Anstieg der Handelsmargen zu verhindern, dabei die tatsächlichen Lieferkosten anzuerkennen und die Marktversorgung zu beobachten. Erklärte Absicht ist es, den Lebensstandard der Bevölkerung zu schützen, insbesondere einkommensschwacher Haushalte, und die Belastung der Haushaltsbudgets durch Heizkosten zu mildern. Ein einheitlicher Höchstverkaufspreis wird nicht festgelegt, der Abgabepreis der Hersteller nicht begrenzt.
Preise zwischen 550 und 900 KM je Tonne
Nach den jüngsten Zahlen des Föderalen Handelsministeriums, die cazin.net zitiert, kostete eine Tonne Pellets im September rund 750 KM, gegenüber 550 bis 650 KM zu Jahresbeginn.
Im Kanton Una-Sana bewegen sich die Preise laut cazin.net zwischen etwa 550 und 900 KM je Tonne, wobei die günstigste Ware schwer zu bekommen ist. In Online-Inseraten erreicht die Tonne rund 850 KM, mit Lieferung bis zu 900 KM. Muhamed Helać, Direktor eines Pelletherstellers, sagte cazin.net, die aktuellen Einzelhandelspreise lägen bei 830 bis 850 KM je Tonne inklusive Mehrwertsteuer, abhängig von Qualität und Klasse der Pellets sowie davon, ob der Transport enthalten sei.
Für eine durchschnittliche Heizsaison werden drei bis vier Tonnen benötigt. Bei 900 KM je Tonne gibt ein Haushalt allein für den Brennstoff 2.700 bis 3.600 KM aus. Für eine Familie, die vier Tonnen kauft, beträgt die Differenz zwischen 550 und 900 KM 1.400 KM je Saison.
Preise um 550 KM sind bei einzelnen Herstellern zu finden, das Problem ist die Verfügbarkeit: Die Wartelisten sind lang, und ein Teil der Bürger berichtet, trotz Anmeldung und Wartezeit letztlich keine günstigen Pellets zu erhalten, berichtet cazin.net. Danach wenden sich Käufer an andere Händler, darunter Tankstellen, die sich früher größere Mengen gesichert hatten. Laut Marktinformationen, die das Portal anführt, kaufen einzelne Händler erhebliche Produktionsmengen auf, füllen die Pellets in eigene Verpackungen um und verkaufen sie deutlich teurer an Endkunden weiter.
„Diese fehlende Marktkontrolle, diese Unfähigkeit, die Margen zu begrenzen, und alles, was gerade geschieht, hat keinerlei Rechtfertigung“, sagte Murisa Marić, Geschäftsführerin des Verbraucherverbands DON aus Prijedor.
Rohstoffmangel hinter dem Preisanstieg
Die Hersteller führen die Preissteigerungen auf Probleme bei der Rohstoffbeschaffung zurück. Eine geringere Produktion in der Holzindustrie bedeutet weniger Sägespäne und andere Reststoffe, die für die Pelletproduktion verwendet werden; zugleich bestehen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Holzrohstoff aus der Forstwirtschaft, so cazin.net. Ein Teil der heimischen Produktion geht zudem auf den Markt der Europäischen Union, wo Hersteller Käufer mit weitaus höherer Zahlungsfähigkeit finden.
Der Verband der zertifizierten Pellethersteller in BiH warnt, dass ein Teil der Händler die aktuelle Lage maximal ausnutzen wolle. Verbandspräsident Goran Ivanović sagte, eine Lösung bestünde darin, den Herstellern größere Rohstoffmengen zu günstigeren Preisen zugänglich zu machen.
Die im Kanton Una-Sana verkauften Pellets stammen überwiegend aus Produktionsstätten in den Gebieten Bosanski Petrovac, Bihać, Bosanska Krupa und Novi Grad.