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Fairtrade erhöht 2027 Mindestpreise für Bananen wegen steigender Kosten

Fairtrade International erhöht den durchschnittlichen Mindestpreis für Bananen ab dem 1. Januar 2027 um 5,6% auf Ex-Works- und um 3,9% auf FOB-Ebene. Die Anpassung berücksichtigt höhere Produktions- und Logistikkosten, Klimabelastungen, geopolitische Instabilität sowie Schädlinge und Krankheiten.

Fairtrade erhöht 2027 Mindestpreise für Bananen wegen steigender Kosten

Neue Preisuntergrenzen gelten ab Januar 2027

Fairtrade International erhöht den durchschnittlichen Mindestpreis für Bananen auf Ex-Works-Ebene um 5,6% und auf FOB-Ebene um 3,9%, berichtete FreshPlaza. Die neuen Untergrenzen unterscheiden sich je nach Herkunft und gelten für Verträge, die ab dem 1. Januar 2027 mit Erzeugern geschlossen werden.

Der Standardausschuss von Fairtrade genehmigte die Änderungen im September. Die Organisation überprüft ihre Bananenmindestpreise jährlich und legt dabei die durchschnittlichen Kosten eines nachhaltigen Anbaus zugrunde. Liegt der Marktpreis über dem jeweiligen Mindestpreis, müssen Käufer den Marktpreis zahlen.

Die unterschiedlichen Erhöhungen auf Ex-Works- und FOB-Ebene sind für die gesamte Lieferkette relevant. Ex Works bezeichnet den Preis am Bereitstellungsort des Erzeugers, während FOB auch die Kosten bis zur Verladung auf das Schiff im Exporthafen umfasst. Der geringere prozentuale FOB-Anstieg zeigt, dass die Anpassung stärker auf der Produktionsstufe liegt, auch wenn absolute Preise und Veränderungen je nach Herkunft abweichen.

Klima, Krankheiten und Logistik treiben Kosten

Fairtrade begründete die Anpassung mit steigenden Kosten für Anbau, Nachhaltigkeit und Logistik sowie mit Klimabelastungen, geopolitischer Instabilität, Schädlingen und Krankheiten. Als konkrete Risiken für die Bananenproduktion nannte die Organisation El Niño und die Fusarium Tropical Race 4.

Die Bananenpreisüberprüfung 2026 stützte sich auf Kostendaten zertifizierter Erzeuger und technische Bewertungen. Die Konsultationen umfassten 47 Fairtrade-Mindestpreise in neun Ursprungsländern und zwei Ländergruppen. Insgesamt beteiligten sich 114 zertifizierte Erzeuger, Exporteure, Importeure und Händler.

Silvia Campos, leitende Bananenberaterin bei Fairtrade International, erklärte, die Erzeuger stünden am Anfang einer zunehmend globalen Schocks ausgesetzten Lieferkette, hätten jedoch häufig den geringsten Spielraum für zusätzliche Kosten. Nachhaltige Lieferketten erforderten Preise, die tatsächliche Produktionskosten abbilden, langfristige Einkaufszusagen und Zusammenarbeit zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit.

Prämie bleibt unverändert

Die Fairtrade-Prämie bleibt bei 1 $ je Karton. Fairtrade-Bananenerzeuger erhielten 2024 Prämienzahlungen von mehr als 36,4 Millionen €, 3,4% mehr als 2023. Die Mittel werden zusätzlich zum Mindestpreis gezahlt und können für im Fairtrade-System festgelegte Prioritäten verwendet werden.

Nach der Mindestpreisüberprüfung und der Aktualisierung der Lohnrichtwerte passte Fairtrade auch seine Referenzpreise für existenzsichernde Löhne an. Dieser Referenzwert bezeichnet den Preis je Bananenkarton, der erforderlich ist, damit Plantagenarbeiter einen existenzsichernden Lohn erhalten können.

Die Fairtrade-Lohndifferenz bleibt eine freiwillige Zusatzleistung von Handelspartnern, die neben Mindestpreis und Prämie gezahlt werden kann. Die Beiträge werden als Fairtrade-Bananenbonus an die Beschäftigten verteilt.

Für Erzeuger bietet die höhere Untergrenze stärkeren Schutz bei schwachen Marktpreisen, begrenzt ihre Erlöse in festeren Märkten aber nicht. Importeure und Händler müssen ab 2027 herkunftsspezifische Mindestpreise in ihre Verträge aufnehmen. Ob die Anpassung die Ladenpreise erreicht, hängt von Marktpreisen, Fracht- und Umschlagkosten, Wechselkursen und der Verteilung der Mehrkosten entlang der Lieferkette ab.

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