Fairfax prüft Vivartias Gastronomiesparte, während Gespräche über Molkereigeschäft laufen
Fairfax führt laut Mononews eine Due-Diligence-Prüfung der Gastronomiesparte von Vivartia durch, eine Vereinbarung gibt es bislang nicht. Ein endgültiges Angebot könnte sich 300 Millionen € nähern, während Eigentümer CVC separat über den Verkauf des früheren DELTA-Molkereigeschäfts verhandelt.
Due Diligence läuft, aber noch ohne Vereinbarung
Fairfax führt eine Due-Diligence-Prüfung der Gastronomiesparte von Vivartia durch, während Eigentümer CVC die Neuordnung des griechischen Lebensmittelkonzerns vorantreibt, berichtet Mononews. Ein Unternehmen der Big Four übernimmt die Prüfung im Auftrag des ausländischen Investmentfonds. Eine Verkaufsvereinbarung wurde laut dem Bericht bislang nicht unterzeichnet.
Nach Angaben von Mononews scheinen sich beide Seiten vor Beginn der Prüfung grundsätzlich bei der Bewertung angenähert zu haben. Abhängig von den Ergebnissen könnte Fairfax ein endgültiges Angebot von annähernd 300 Millionen € vorlegen. Der Betrag ist weiterhin nur ein Richtwert; ein Abschluss hängt von der Due Diligence und den anschließenden Verhandlungen ab.
Fairfax ist bereits an mehreren bedeutenden griechischen Vermögenswerten beteiligt. Das Interesse eröffnet CVC eine mögliche Gelegenheit, einen der ertragsstärksten Bereiche von Vivartia zu veräußern. Gemessen am Beitrag zum bereinigten EBITDA und Nettogewinn des Konzerns liegt die Gastronomiesparte hinter dem Teigwarengeschäft an zweiter Stelle.
Griechenlands größte Gastronomiegruppe
Die Gastronomiesparte von Vivartia betreibt fünf Ketten: Goody’s, Everest, Flocafe, La Pasteria und Olympus Plaza. Im vergangenen Jahr übernahm sie außerdem die Jackaroo-Filialen. Das Unternehmen ist führend in der Reisegastronomie, mit Standorten an den meisten griechischen Autobahnraststätten und auf Passagierfähren sowie mehr als 50 Jahren Erfahrung in der Flughafenverpflegung.
Über Hellenic Catering und Olympic Catering ist die Sparte zudem im Airline-Catering und bei groß angelegten Gemeinschaftsverpflegungsprojekten tätig. Ende 2025 umfasste das Netz 596 Verkaufsstellen in Griechenland und im Ausland. Einschließlich des Franchisenetzes beschäftigte es 5.000 Menschen.
Umsatz und Ergebnis stiegen 2025
Der Umsatz der Sparte erhöhte sich 2025 um 13 % auf 300 Millionen €. Das bereinigte EBITDA stieg von 29,7 Millionen € auf 32,8 Millionen €, der Nettogewinn von 12,4 Millionen € im Jahr 2024 auf 13,6 Millionen €.
Einschließlich der Franchisebetriebe erzielte die gesamte Gastronomieorganisation einen Umsatz von 375 Millionen €, verglichen mit 341 Millionen € im Jahr 2024. Der operative Cashflow erreichte 26,6 Millionen €, während rund 21 Millionen € investiert wurden. Ende 2025 lagen die Bankschulden bei 100,8 Millionen € und die Leasingverbindlichkeiten bei annähernd 60 Millionen €.
Ein potenzieller Käufer erhielte damit eine große nationale Plattform mit etablierten Verbrauchermarken, Reisestandorten und eigenen Produktionskapazitäten. Die Zahlen zeigen zugleich den Kapital- und Finanzierungsbedarf: Die Investitionen beanspruchten den Großteil des operativen Cashflows, während Bank- und Leasingverpflichtungen zusammen 160 Millionen € überstiegen.
Gespräche über Molkereigeschäft laufen separat
CVC führt parallel Verhandlungen über den Verkauf von Vivartias Molkereisparte, dem früheren DELTA-Geschäft. Laut Mononews liegen Angebote vor, sie entsprechen jedoch nicht den finanziellen Vorstellungen des Verkäufers. Eine Transaktion ist daher noch nicht bis zu einer Vereinbarung vorangekommen.
Die parallelen Prozesse könnten Vivartia erheblich verändern, falls einer der Verkäufe abgeschlossen wird. Derzeit steht die Prüfung durch Fairfax jedoch nur für eine mögliche Transaktion und nicht für ein verbindliches Geschäft; auch der Verkauf der Molkereisparte bleibt offen. Investoren, Lieferanten, Franchisenehmer und Beschäftigte dürften deshalb die Ergebnisse der Prüfung und die Bedingungen eines endgültigen Angebots verfolgen.