← Zurück zu den Nachrichten

Europas Elektroautoabsatz beschleunigt sich, Marktanteil erreicht im Juli 25,7%

Die Neuzulassungen von Elektroautos stiegen im Juli in 16 wichtigen europäischen Märkten um 13% gegenüber dem Vorjahr und erreichten einen Anteil von 25,7%. Günstigere Modelle, Förderprogramme und hohe Kraftstoffpreise stützten die Nachfrage, während öffentliche Ladepunkte knapp bleiben.

Europas Elektroautoabsatz beschleunigt sich, Marktanteil erreicht im Juli 25,7%

Elektroautos gewinnen europaweit Marktanteile

Der Absatz von Elektroautos beschleunigte sich im Juli in den meisten europäischen Märkten. Hohe Kraftstoffpreise, staatliche Förderung und ein wachsendes Angebot erschwinglicher Modelle stützten die Nachfrage, wie von tportal.hr veröffentlichte und Reuters bereitgestellte Daten zeigen. Nach Beginn des Krieges mit Iran im Februar und dem dadurch ausgelösten Anstieg der Mineralölpreise nahm das Interesse weiter zu.

Nach Angaben von New Automotive und E-Mobility Europe stiegen die Elektroauto-Zulassungen im Juli in 16 Märkten um 13% gegenüber dem Vorjahr. Diese Länder stehen für mehr als 90% des Autoabsatzes in der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelsassoziation. Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge an allen Neuzulassungen lag dort bei 25,7%.

Das Juli-Ergebnis setzt das starke erste Halbjahr fort. Branchendaten zufolge nahm der Elektroautoabsatz in der EU in den ersten sechs Monaten um 40,5% auf mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge zu. Der Marktanteil erreichte 20,7%, auch wenn die Verbreitung zwischen den einzelnen Ländern weiterhin stark variiert.

Frankreich und Großbritannien treiben den Wandel

Frankreich verzeichnete einen der deutlichsten Zuwächse. Nach Einführung eines geförderten „Sozialleasings“ für Käufer mit niedrigem Einkommen erreichte der Elektroanteil an den Juli-Zulassungen den Rekordwert von 35%, nach 17% ein Jahr zuvor. In den ersten sieben Monaten lag er bei 29%.

In Großbritannien entfiel im Juli mehr als die Hälfte der Renault-Bestellungen auf Elektroautos, während der Renault 5 das meistverkaufte Elektroauto des Landes war. Renault will Ende des Jahres den elektrischen Twingo zu einem Einstiegspreis von weniger als 20.000 £ vor möglichen staatlichen Zuschüssen anbieten. Das Modell zeigt, wie europäische Hersteller mit kleineren und günstigeren Fahrzeugen neue Käufergruppen erschließen.

Sowohl traditionelle europäische Hersteller als auch chinesische Wettbewerber erweitern ihr Angebot preisgünstiger Elektroautos, häufig flankiert von staatlichen Anreizen. Chinesische Marken gewinnen zudem im günstigen Segment des Gebrauchtwagenmarktes an Präsenz und verschärfen den Wettbewerb in beiden Vertriebskanälen.

Die Onlineplattform OLX meldete seit Beginn des Krieges mit Iran einen starken Anstieg der Anfragen nach Elektrofahrzeugen in Frankreich, Rumänien, Portugal und Polen. Damit beeinflussen Kraftstoffkosten offenbar auch Restwerte, Händlerbestände und grenzüberschreitende Ströme gebrauchter Fahrzeuge.

Ladeinfrastruktur bleibt der zentrale Engpass

Die europäische Entwicklung steht im Gegensatz zu den USA. Dort stieg der Elektroautoabsatz im zweiten Quartal zwar um 15% gegenüber dem ersten Quartal, lag nach dem Wegfall der bundesweiten Steuerförderung aber mehr als 20% unter dem Vorjahreswert. Cox Automotive erwartet für dieses Jahr einen Rückgang um 23% gegenüber 2025 und lediglich 6,2% Marktanteil.

Europas aktueller Aufschwung ist mit zwei klaren Risiken verbunden. Fallende Ölpreise könnten den Kostenvorteil gegenüber Verbrennern verringern und die Nachfrage abschwächen. Zugleich fehlt es an öffentlichen Ladepunkten, insbesondere für Millionen Bewohner von Mehrfamilienhäusern ohne Möglichkeit, eine private Ladestation zu installieren.

Für Autohersteller ermöglicht die stärkere Nachfrage höhere Stückzahlen und breitere elektrische Modellpaletten. Für Batterieanbieter und Ladebetreiber signalisiert der Juli-Anteil von 25,7% einen wachsenden Bedarf an Zellen, Komponenten und Infrastruktur. Das weitere Wachstum hängt jedoch davon ab, ob erschwingliche Fahrzeuge, Fördermaßnahmen und der Ladeausbau die Nachfrage auch bei veränderten Energiepreisen tragen.

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.