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Europas Dürre drückt Maisernte 2026, Frankreich erwartet Rückgang um 35 Prozent

Hitze, anhaltender Wassermangel und kleinere Anbauflächen werden Europas Maisproduktion 2026 voraussichtlich deutlich senken. Frankreich erwartet einen Rückgang um 35 Prozent auf 9 Millionen Tonnen, während in Osteuropa weniger Mais angebaut wird.

Europas Dürre drückt Maisernte 2026, Frankreich erwartet Rückgang um 35 Prozent

Dürre belastet Erträge und Anbauflächen

Europas Maisproduktion dürfte 2026 auf breiter Front sinken, da extreme Hitze, Dürre und kleinere Anbauflächen wichtige Erzeugerregionen treffen. RFI berichtet, dass die kontinentale Ernte ein historisch niedriges Niveau erreichen könnte. Bei den Erträgen wird Frankreich voraussichtlich am stärksten betroffen sein.

Die Folgen reichen über den Getreideanbau hinaus. In Frankreich haben aufeinanderfolgende Hitzewellen und eine außergewöhnliche Dürre Gemüsebestände zerstört, Weiden ausgedörrt und die Milchproduktion verringert. Auch den Maisbeständen fehlt Wasser, während hohe Temperaturen die Ertragsaussichten zusätzlich verschlechtern.

Arthur Portier, Maiserzeuger im Département Oise und Berater bei Argus Media, erklärte gegenüber RFI, dass die Ursachen regional unterschiedlich seien. Frankreich leide vor allem unter geringeren Erträgen. In Rumänien, Ungarn, Bulgarien und weiteren osteuropäischen Ländern habe der ausgeprägte Wassermangel über mehrere Jahre viele Landwirte dazu bewegt, weniger Mais anzubauen. Dadurch seien die Flächen erheblich geschrumpft.

Frankreich rechnet mit 9 Millionen Tonnen

Die französische Regierung erwartet, dass die Maisernte 2026 um 35 Prozent auf nur 9 Millionen Tonnen fällt. Laut RFI wäre dies ein historischer Tiefstand, der seit 1980 nicht mehr verzeichnet wurde. Die Prognose zeigt besonders deutlich, wie stark die diesjährige Hitze und Dürre die Erträge beeinträchtigen.

Der europäische Rückgang hat damit zwei Ursachen: In stark betroffenen Regionen werden weniger Tonnen je Hektar geerntet, während in Gebieten mit wiederkehrendem Wassermangel weniger Hektar bestellt werden. Diese Kombination führt zu einem breiteren Produktionsrückgang als ein saisonaler Wetterschock in einem einzelnen Land.

Auch die europäische Produktion von Weizen und anderem Halmgetreide dürfte 2026 nach den jüngsten Prognosen sinken, berichtet RFI. Die gleichzeitige Schwäche mehrerer Kulturen könnte das Angebot an heimischem Getreide für Verarbeiter, Tierhalter und andere Großverbraucher verknappen.

Importbedarf dürfte steigen

Europa wird daher voraussichtlich mehr Mais importieren müssen, um den Binnenverbrauch zu decken. Der zusätzliche Bedarf wurde nicht beziffert. Ein allgemeiner Produktionsrückgang erhöht jedoch die Bedeutung ausländischer Lieferanten für europäische Käufer.

Die Aussichten für die ukrainische Ernte 2026 gelten als relativ günstig, doch die Logistik bleibt ein wesentliches Hindernis. Portier zufolge sind Transport und Versicherung im Schwarzen Meer extrem teuer. Ukrainische Anbieter könnten daher kurzfristig nur begrenzt von der hohen europäischen Nachfrage profitieren, die im November entstehen dürfte.

Logistik und Versorgung rücken in den Vordergrund

Für Futtermittelhersteller und Tierhalter bedeutet eine kleinere regionale Ernte eine stärkere Abhängigkeit von Importmais und den Kosten seiner Beförderung nach Europa. Händler müssen neben verfügbaren Exportmengen auch Transportkapazitäten, Versicherung und Liefertermine bewerten, insbesondere bei Ladungen aus dem Schwarzen Meer.

Europas Erzeuger stehen vor einer anderen Rechnung. Wiederholter Wassermangel hat Landwirte in Teilen Osteuropas bereits zur Verringerung ihrer Maisflächen veranlasst. Frankreich zeigt zugleich, wie schnell Hitze die Erträge selbst dort mindert, wo Mais weiterhin großflächig angebaut wird. Die Ernte 2026 wird zeigen, ob Käufer die fehlenden europäischen Mengen ersetzen können, obwohl logistische Probleme den Zugang zu einer der nächstgelegenen großen Getreidequellen begrenzen.

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