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Europäische Spot-Strompreise steigen zweiten Monat in Folge – Hitzewelle treibt Nachfrage

Der durchschnittliche Day-Ahead-Strompreis in der von Energy Solution beobachteten Zone erreichte im Juni 2026 98,81 Euro/MWh, ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber Mai. Eine Hitzewelle trieb den Kühlbedarf, 17 Länder lagen über 100 Euro/MWh.

Europäische Spot-Strompreise steigen zweiten Monat in Folge – Hitzewelle treibt Nachfrage

Spotpreise steigen den zweiten Monat

Die Großhandelspreise für Strom am europäischen Day-Ahead-Markt (Spot) stiegen im Juni 2026 den zweiten Monat in Folge, wie aus einer von wnp.pl zitierten Analyse von Energy Solution hervorgeht. Der Durchschnittspreis in der vom Unternehmen beobachteten Zone erreichte 98,81 Euro/MWh, ein Anstieg um 7,69 Euro/MWh beziehungsweise 8,4 Prozent gegenüber Mai 2026.

Energy Solution zufolge waren die höheren Notierungen vor allem auf das anspruchsvolle Wetter in der zweiten Monatshälfte zurückzuführen. Eine intensive Hitzewelle, besonders ausgeprägt in Nordwesteuropa, erhöhte den Strombedarf zur Kühlung deutlich. Die Analysten wiesen zudem darauf hin, dass 17 Länder Preise oberhalb der psychologischen Marke von 100 Euro/MWh verzeichneten.

Netzausfälle verstärken den Druck

Neben der wetterbedingten Nachfrage verknappten lokale Netzstörungen das Angebot. Energy Solution verwies auf gedrosselte Erzeugung in Kernkraftwerken in Frankreich, Probleme in Gaskraftwerken im Vereinigten Königreich sowie eine Störung im Kernkraftwerk Paks in Ungarn.

Polen stach durch das Ausmaß seines Anstiegs hervor. Die Preise legten dort um 15,58 Euro/MWh beziehungsweise 15,8 Prozent zu – fast doppelt so schnell wie im europäischen Durchschnitt, so Energy Solution. In Polen fiel die höhere Nachfrage mit einer schwachen Winderzeugung zusammen, die im Jahresvergleich um mehr als 50 Prozent niedriger lag und eine stärkere Auslastung teurerer konventioneller Anlagen erzwang.

Termin- und Brennstoffmärkte laufen auseinander

Der Terminmarkt bewegte sich kaum. Der Jahreskontrakt mit Lieferung für 2027 für die beobachtete Zone lag laut Energy Solution im Schnitt bei 88 Euro/MWh, ein Plus von lediglich 0,44 Euro/MWh beziehungsweise 0,5 Prozent gegenüber Mai. Das Unternehmen merkte an, dass dieser bescheidene Zuwachs trotz eines minimalen Rückgangs der CO2-Zertifikatspreise und eines deutlichen Preisverfalls bei Energierohstoffen zustande kam, was auf eine Übertragung der Spotmarkt-Nervosität auf die Terminkontrakte hindeutet. Polen zählte zu den Märkten, in denen der Jahreskontrakt für 2027 über 100 Euro/MWh gehandelt wurde.

  • CO2-Zertifikate wurden den ganzen Monat ruhig in einer Seitwärtsspanne von 79 bis 82 Euro/t gehandelt.
  • Der Gasmarkt wurde als außergewöhnlich ruhig beschrieben, insbesondere geopolitisch.
  • Der Jahres-Kohlekontrakt ARA API2 fiel im Monatsvergleich um 10 Prozent und erreichte am 26. Juni mit 106 Dollar/t den tiefsten Stand seit Mitte Februar.

Die Karten der Durchschnittspreise im Bericht von Energy Solution erstellten Krzysztof Mazurski, Direktor des Bereichs Portfolio Management, und Wojciech Listoś, Analyst für den Großhandelsmarkt für Energie und Gas.

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