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Größere europäische Pfirsichernte trifft auf uneinheitliche Nachfrage und höhere Kosten

Europas Pfirsich- und Nektarinenernte 2026 wird auf 2,74 Millionen Tonnen geschätzt, rund 8 % mehr als 2025. Das zusätzliche Angebot belastet die italienischen Erzeugerpreise, während ausgewählte französische Segmente knapp bleiben und spanische Produzenten höhere Kosten tragen.

Größere europäische Pfirsichernte trifft auf uneinheitliche Nachfrage und höhere Kosten

Europäische Produktion steigt um 8 %

Der europäische Markt für Pfirsiche und Nektarinen ist mit einer größeren Ernte, stärkerem Wettbewerb zwischen den Erzeugerländern und zunehmend unterschiedlichen Preisentwicklungen in die zweite Julihälfte gestartet. Fruchtportal berichtete unter Berufung auf EastFruit, dass Europêch die europäische Ernte 2026 auf rund 2,74 Millionen Tonnen schätzt. Das sind etwa 8 % mehr als die 2,53 Millionen Tonnen des Jahres 2025.

Spanien bleibt mit deutlichem Abstand der größte Produzent. Die gemeinsame Ernte von Pfirsichen, Nektarinen und Plattfrüchten wird auf knapp 1,2 Millionen Tonnen geschätzt, rund 5 % mehr als 2025. Italien erwartet einen Anstieg um 3 % auf 867.239 Tonnen, Frankreich um 4 % auf 224.027 Tonnen. Die stärkste Erholung zeichnet sich in Griechenland ab: Die Produktion könnte 455.000 Tonnen erreichen und damit 35 % über der frostgeschädigten Saison 2025 liegen.

Italienische Erzeugerpreise bleiben unter Druck

Die Rückkehr griechischer Mengen und das moderate Wachstum in Spanien und Italien verschaffen europäischen Einkäufern mehr Ware. Die Wirkung auf die Preise unterscheidet sich jedoch nach Markt, Sorte, Kaliber und Qualität. Die ISMEA-Beobachtung für die zweite Juliwoche zeigte bei den wichtigsten italienischen Pfirsich- und Nektarinenkategorien Erzeugerpreise unter den jeweiligen Vergleichswerten.

Weißfleischige Pfirsiche kosteten im Durchschnitt etwa 0,85 € je Kilogramm und damit 15,3 % weniger als 2024. Gelbfleischige Pfirsiche lagen bei rund 0,86 € je Kilogramm, ein Rückgang um 9,2 %. Weißfleischige Nektarinen erzielten durchschnittlich 0,95 € je Kilogramm, 9,3 % weniger als im Vergleichszeitraum 2025, gelbfleischige Nektarinen 0,84 €, ein Minus von 12,8 %. Vom 6. bis 12. Juli wurden gelbe Pfirsiche in Ravenna mit 1,05 €, in Bologna mit 0,90 € und in Cosenza mit 0,75 € je Kilogramm notiert. Das verdeutlicht den Einfluss von Herkunft und Handelsspezifikation.

Knappheit stützt ausgewählte französische Kategorien

In Teilen des französischen Marktes zeigt sich ein anderes Bild. Das Market News Network von FranceAgriMer meldete am 13. Juli, dass der Nektarinenmarkt in Südostfrankreich weiterhin ein Defizit aufwies und die Aufträge die sofort verfügbare Menge überstiegen. Am 15. Juli wurden weißfleischige Nektarinen der Kategorie I und Größe AA aus Rhône-Alpes für etwa 2,90 € je Kilogramm angeboten. Gelbfleischige Pfirsiche derselben Kategorie lagen bei rund 2,80 €.

Spanische Importware war günstiger erhältlich. Am Importmarkt Saint-Charles kosteten spanische gelbfleischige Pfirsiche der Kategorie I und Größe A durchschnittlich 1,40 € je Kilogramm. In Rungis wurden spanische gelbe Pfirsiche der Größe AA nach einer Erhöhung um 0,40 € im Mittel mit 2,40 € notiert. Die breite Spanne beruht auf Unterschieden bei Herkunft, Kaliber, Verpackung und Verkaufsphase. Ein einheitlicher europäischer Richtpreis bildet die Marktlage deshalb nicht angemessen ab.

Katalanische Kosten verringern den Spielraum

Mit fortschreitender Kampagne gewinnt die Kostenlage für spanische Anbieter an Bedeutung. Eine am 14. Juli am Sitz von Afrucat vorgestellte Studie bezifferte die durchschnittlichen Produktionskosten für Pfirsiche, Nektarinen und Plattfrüchte in Katalonien 2026 auf 14.298 € je Hektar. Das sind 10–15 % mehr als im Durchschnitt der Jahre 2020–2024. Bei einem geschätzten Ertrag von 24.431 Kilogramm je Hektar wurden die landwirtschaftlichen Produktionskosten mit 0,585 € je Kilogramm berechnet.

Einschließlich der geschätzten Verpackungs- und Vermarktungsausgaben steigen die Gesamtkosten auf rund 1,234 € je Kilogramm. Die vom regionalen Landwirtschaftsministerium beauftragte CREDA-UPC-IRTA-Studie basiert auf Buchführungsdaten des katalanischen Landwirtschaftsnetzwerks. Sie bezeichnet den Wert als Referenz für Verhandlungen und betriebswirtschaftliche Bewertungen, nicht als empfohlenen Verkaufspreis. Bei einem größeren Angebot an Standardware haben Lieferanten mit gleichbleibender Qualität, größeren Kalibern, präziser Sortierung, längerer Haltbarkeit und verlässlichen Lieferprogrammen bessere Chancen auf die weiterhin knappen, höherpreisigen Segmente.

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