EU startet vierte Wasserstoff-Auktion über 500 Mio. Euro mit 75-Prozent-Regel gegen China
Die Europäische Kommission hat die Bedingungen der vierten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank veröffentlicht: 500 Millionen Euro Förderung für erneuerbaren Wasserstoff. Geförderte Projekte müssen mindestens 75 % ihrer Elektrolyseur-Komponenten außerhalb Chinas beziehen, was den Anteil chinesischer Anbieter am Fördermarkt begrenzt.
Brüssel begrenzt chinesische Ausrüstung in neuer Wasserstoff-Subventionsrunde
Die Europäische Kommission hat die Bedingungen für die vierte Auktion der Europäischen Wasserstoffbank veröffentlicht – eine Ausschreibung über 500 Millionen Euro für die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff in der EU. Prägend für die Runde ist eine Lieferketten-Vorgabe: Geförderte Projekte müssen sicherstellen, dass mindestens 75 % der eingesetzten Elektrolyseur-Komponenten nicht aus China stammen.
Die Maßnahme ist das bislang deutlichste Zeichen, dass die EU ihre "De-Risking"-Agenda für saubere Technologien auf den Wasserstoffsektor überträgt. Elektrolyseure – die Anlagen, die Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff spalten – sind das Kernstück jedes Projekts für erneuerbaren Wasserstoff. Chinesische Hersteller haben in diesem Segment rasch expandiert und bieten Anlagen unter den Preisen europäischer Wettbewerber an.
Wie die Auktion funktioniert
Die Europäische Wasserstoffbank zahlt eine feste Prämie je Kilogramm produzierten erneuerbaren Wasserstoffs – zusätzlich zum Marktpreis und für einen festgelegten Zeitraum. Die Entwickler bieten die von ihnen benötigte Förderhöhe; die niedrigsten Gebote erhalten den Zuschlag, bis das Budget ausgeschöpft ist. Indem Brüssel die 500 Millionen Euro an eine Herkunftsschwelle koppelt, nutzt es den Zugang zur Förderung als Hebel, um die Beschaffung von chinesischen Elektrolyseuren hin zu europäischen und anderen nichtchinesischen Anbietern zu lenken.
Was das für den Handel bedeutet
Für Exporteure von Elektrolyseur-Ausrüstung zeichnet die 75-Prozent-Regel die Landkarte des europäischen Marktes neu. Chinesische Anbieter, die vor allem über den Preis konkurrieren, sehen ihren erreichbaren Anteil an geförderten Projekten auf ein Viertel der installierten Leistung je Projekt begrenzt. Europäische und verbündete Hersteller können profitieren – sofern sie in den geforderten Mengen und zu den geforderten Kosten liefern können.
Für Wasserstoffproduzenten wirft die Vorgabe eine praktische Kostenfrage auf. Sind nichtchinesische Elektrolyseure teurer, brauchen Entwickler womöglich höhere Subventionen, damit Projekte finanzierbar werden – und das entscheidet, wie viel Kapazität die 500 Millionen Euro tatsächlich finanzieren.
Teil eines größeren Musters
Die Herkunftsbedingung folgt einem breiteren Vorgehen der EU, an die Förderung sauberer Energie Resilienz- und Nichtpreis-Kriterien zu knüpfen – von Batterien bis zur Solarenergie. Die Wasserstoff-Auktion überträgt diese Logik auf einen Markt, in dem Chinas Fertigungsvorsprung erst entsteht, was die Regel eher präventiv als korrigierend macht.
Das Ausmaß der Reaktion wird sich erst zeigen, wenn die Gebote eingereicht und die Gewinner benannt sind. Vorerst stecken das Budget von 500 Millionen Euro und die Schwelle von 75 % nichtchinesischer Ausrüstung den Rahmen ab, in dem die nächste Welle von Projekten für erneuerbaren Wasserstoff in Europa konkurriert.