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Fast die Hälfte des EU-Vaping-Marktes ist irregulär, während Brüssel die Tabakregeln überarbeitet

Fast die Hälfte der in der Europäischen Union verkauften Vaping-Produkte ist irregulär und erfüllt die EU-Vorgaben für Nikotinprodukte nicht. Der Befund fällt in die Vorbereitung der europäischen Tabak- und Nikotinreform, die Gesundheitsschutz und wachsenden Schwarzmarkt zugleich adressieren muss.

Fast die Hälfte des EU-Vaping-Marktes ist irregulär, während Brüssel die Tabakregeln überarbeitet

Ein halber Markt außerhalb der Regeln

Fast die Hälfte der in der Europäischen Union verkauften Vaping-Produkte ist irregulär, fällt also nicht unter die Vorgaben der Union für Nikotinprodukte. Diese Einschätzung bildet den Hintergrund für die in Brüssel vorbereitete Reform des europäischen Tabak- und Nikotinrechts: Der Markt hat sich deutlich schneller verändert als das Recht, das ihn ordnen soll.

Irregulär bedeutet nicht einen einzigen Verstoß. Dazu zählen Geräte und Liquids, die nie bei nationalen Behörden angezeigt wurden, Produkte mit unzulässiger Nikotinstärke, Füllmenge oder Aromatisierung, Ware ohne vorgeschriebene Warnhinweise und Rückverfolgbarkeit sowie Sendungen, die ohne Verbrauchsteuer und Zollabfertigung über die Grenze kamen. Die kommerzielle Wirkung ist jedes Mal dieselbe. Nicht konforme Ware erreicht das Regal günstiger als konforme, weil sie Prüfung, Anzeige, Kennzeichnung und Steuer überspringt, die das legale Pendant bereits bezahlt hat. Diese Kostenlücke, nicht die Vorliebe der Konsumenten, hält den Parallelmarkt in dieser Größenordnung am Leben.

Zwei Ziele, die in verschiedene Richtungen ziehen

Die Reform muss zwei Ziele zusammenbringen, die sich nicht automatisch stützen: den Schutz der öffentlichen Gesundheit angesichts einer Vielzahl neuer Nikotinprodukte und die Eindämmung eines bereits wachsenden illegalen Handels. Strengere Produktvorgaben, Aromenbeschränkungen und höhere Abgabenlast senken die Attraktivität der legalen Kategorie, verkleinern die illegale aber nicht von selbst. Wo ein legales Produkt aus dem Regal verschwindet, steht der unversteuerte Ersatz meist längst über informelle Kanäle, Online-Marktplätze und grenzüberschreitende Sendungen bereit. Je enger der legale Rahmen, desto größer die Arbitrage für jene, die ihn ignorieren.

  • Hersteller: Produktspezifikationen, Anzeigepflichten und Aromenregeln entscheiden, welche Sortimente den Übergang überstehen und welche vom Markt müssen.
  • Importeure und Distributoren: Liefer- und Zollrisiko steigt mit der schärferen Kontrolle von Lieferketten außerhalb der EU, Beschlagnahmen und Standzeiten werden zum Betriebskostenfaktor.
  • Handel: Fachgeschäfte und Convenience-Kanäle tragen das Regulierungsrisiko an der Kasse und zugleich einen Preisnachteil gegenüber nicht konformen Anbietern in derselben Straße.
  • Nationale Haushalte: Auf der irregulären Hälfte des Marktes werden weder Verbrauchsteuer noch Mehrwertsteuer erhoben, das fiskalische Argument wiegt damit so schwer wie das gesundheitliche.

Der Engpass liegt im Vollzug, nicht im Gesetzestext

Die Größe des irregulären Segments verschiebt den Maßstab für den Erfolg der Reform. Einheitliche Regeln zu Inhaltsstoffen, Verpackung und Aromen lassen sich zentral schreiben, angewendet werden sie von nationalen Zoll-, Marktüberwachungs- und Steuerbehörden mit unterschiedlicher Kapazität und Prioritätensetzung. Ein gemeinsames Regelwerk bei ungleichem Vollzug erzeugt genau das heutige Bild: Rechtstreue konzentriert sich bei großen, nachverfolgbaren Anbietern, Umgehung bei kleinen und beweglichen.

Für die Branche lautet die praktische Frage, wie viel der irregulären Hälfte sich in den versteuerten Markt zurückholen lässt und wie schnell. Konforme Hersteller haben Prüfung, Registrierung und Kennzeichnung bereits bezahlt; jeder Monat, in dem der Parallelkanal seinen Preisvorteil behält, verschiebt Volumen und Marge. Investoren rechnen dieselbe Aufgabe rückwärts: Das ausgewiesene Kategoriewachstum in der EU bildet nur die gemeldete Seite eines Marktes ab, dessen andere Hälfte gar nicht erfasst wird. Solange der Vollzug diese Lücke nicht teilweise schließt, unterschätzen Prognosen auf Basis legaler Verkäufe die Nachfrage und überschätzen den für regulierte Anbieter erreichbaren Anteil.

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