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EU-UK-Angleichung bei Pflanzenschutzregeln beunruhigt Südafrikas Zitrusexporteure

Eine Angleichung der britischen und europäischen SPS-Vorschriften könnte südafrikanische Zitrusfrüchte in Großbritannien EU-Kontrollen unterwerfen. Exporteure warnen vor höheren Kosten und größeren Verderbrisiken.

EU-UK-Angleichung bei Pflanzenschutzregeln beunruhigt Südafrikas Zitrusexporteure

Britischer Marktvorteil könnte schrumpfen

Südafrikas Zitrusexporteure befürchten, dass eine engere Angleichung der gesundheitspolizeilichen und pflanzenschutzrechtlichen Vorschriften der Europäischen Union und des Vereinigten Königreichs die nach dem Brexit entstandenen Vorteile beseitigt. Agence Ecofin bezeichnet Zitrusfrüchte als Südafrikas wichtigste Quelle landwirtschaftlicher Exporterlöse. Die Gespräche sind deshalb für Erzeuger, Packhäuser, Logistiker und britische Importeure relevant.

FreshPlaza berichtete unter Berufung auf Politico, dass Großbritannien nach dem EU-Austritt eigene Einfuhrbedingungen festlegen konnte. Südafrikanische Zitronen, Orangen und andere Zitrusfrüchte durften ohne Pflanzengesundheitszeugnis oder Kontrolle eingeführt werden. Im Rahmen des geplanten Neustarts der Beziehungen könnte Großbritannien künftig das EU-Einfuhrsystem übernehmen. Die Verhandlungen laufen noch, und Branchenvertreter betonen, dass keine endgültige Regelung beschlossen ist.

EU-Auflagen verursachen Behandlungs- und Zertifizierungskosten

Die 2022 eingeführten EU-Regeln verlangen vorgeschriebene Kühlbehandlungen gegen den Falschen Apfelwickler sowie Pflanzengesundheitszeugnisse und Maßnahmen gegen die Zitrusschwarzfleckenkrankheit. Exporteure sehen dadurch höhere Kosten und ein größeres Verderbrisiko, besonders bei Bioware. Die EU hält die Kontrollen für wissenschaftlich begründet und zum Schutz der Pflanzengesundheit für erforderlich.

Laut FreshPlaza hat Südafrika wegen der EU-Maßnahmen zwei Streitbeilegungsverfahren bei der Welthandelsorganisation eingeleitet. Pretoria betrachtet die Vorschriften als wissenschaftlich unbegründet, diskriminierend und stärker handelsbeschränkend als nötig. Der National Agricultural Marketing Council bezifferte die bisherigen Kosten der Branche für die Einhaltung der Regeln gegen Schwarzfleckenkrankheit und Falschen Apfelwickler auf 4 Milliarden Rand. Europa nahm in der Saison 2023 rund 36 % der südafrikanischen Zitrusexporte ab, das Vereinigte Königreich 8 %.

Exporteure und britische Importeure fordern Ausnahmen

Ein südafrikanischer Regierungsvertreter sagte Politico, dass informelle Kontakte mit dem britischen Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten stattgefunden hätten. Formelle Gespräche hätten damals noch nicht begonnen. Diskutiert wurde eine Kennzeichnung für ausschließlich nach Großbritannien bestimmte Lieferungen. Sie würde eine Wiederausfuhr in die EU verhindern und getrennte britische Einfuhrregeln ermöglichen.

Boitshoko Ntshabele, Geschäftsführer der Citrus Growers’ Association of Southern Africa, bezeichnete den Prozess als frühzeitig. Auf Schwarzfleckenkrankheit und Falschen Apfelwickler gestützte Beschränkungen würden den Handel unnötig begrenzen und ohne Ausnahme auch britische Verbraucher treffen. Nigel Jenney, Geschäftsführer des britischen Fresh Produce Consortium, warnte ebenfalls vor zusätzlichem Grenzaufwand und Kosten, die letztlich bei den Verbrauchern landen könnten. Der Rahmen des EU-UK-Gipfels lässt eine kurze Liste von Ausnahmen von der dynamischen Angleichung zu. Die endgültige Regelung entscheidet, ob Großbritannien ein eigenständiger Markt bleibt oder zum verlängerten EU-Konformitätsraum wird.

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