EU erwartet 9,6 Millionen Tonnen Sonnenblumenkerne, Spaniens Pistazien- und Traubenernte steigt
Die EU-Sonnenblumenerzeugung könnte 2026 bei 9,6 Millionen Tonnen liegen, gestützt durch 5 % mehr Anbaufläche. Andalusien meldet zugleich eine Rekordernte bei Pistazien, während sich die Aussichten für Weintrauben auf den Kanaren verbessern.
EU-Sonnenblumenernte steuert auf Dreijahreshoch zu
Die Europäische Union dürfte 2026 rund 9,6 Millionen Tonnen Sonnenblumenkerne erzeugen, wie aus von Renovables Verdes angeführten Prognosedaten hervorgeht. Das wären etwa 1,2 Millionen Tonnen mehr als in der Vorsaison und die größte EU-Ernte seit drei Jahren. Die Erholung beruht auf höheren Erträgen und einer voraussichtlichen Ausweitung der Anbaufläche um 5 %.
Rumänien, Frankreich und Bulgarien dürften den größten Beitrag zum Zuwachs leisten. Rumänien bleibt mit annähernd 2,1 Millionen Tonnen voraussichtlich größter EU-Produzent, rund 18 % mehr als in der vorherigen Kampagne. Die Sonnenblumenfläche soll etwa 1,2 Millionen Hektar erreichen; zugleich wird ein höherer Durchschnittsertrag erwartet.
Frankreich könnte mit ungefähr 1,9 Millionen Tonnen auf den zweiten Platz vorrücken. Das entspräche einem Anstieg von fast 33 % gegenüber dem Vorjahr. Auch für Ungarn, Bulgarien, Spanien und Griechenland werden deutliche Zuwächse erwartet. Deutschland könnte mit rund 175.000 Tonnen einen Landesrekord erzielen, 32.000 Tonnen mehr als zuvor, während die Fläche von etwa 62.000 auf 77.000 Hektar wächst.
Die größere Ernte dürfte den EU-Ölmühlen mehr Rohstoff bereitstellen und die interne Versorgung mit Pflanzenöl und Eiweißschrot stärken. Sonnenblumen werden zudem zu einem festen Bestandteil der Fruchtfolge, vor allem für Betriebe, die eine Alternative zu Wintergetreide suchen und Wetter- sowie Einkommensrisiken verteilen wollen.
Andalusien erzielt größte Pistazienernte der jüngeren Geschichte
Andalusien hat in der jüngsten Kampagne fast 700 Tonnen Pistazien geerntet und damit den höchsten Wert seiner jüngeren Geschichte erreicht. Auch die Preise lagen auf einem Fünfjahreshoch: Biopistazien erzielten rund 8 € je Kilogramm, konventionelle Ware etwa 7,39 € je Kilogramm. Die Angaben stammen vom nationalen Erzeuger- und Vermarkterverband Appistaco.
Appistaco mit Sitz in Navas de San Juan in der Provinz Jaén bewirtschaftet beziehungsweise betreut mehr als 1.400 Hektar und zählt rund 250 Mitglieder. Die meisten bearbeiten kleine Flächen von zwei oder drei Hektar und nutzen Pistazien als Ergänzung zum Einkommen aus Olivenhainen. Der Anbau reicht über Jaén und andere Teile Andalusiens hinaus bis Kastilien-La Mancha, Murcia und Extremadura.
Mit dem Heranreifen jüngerer Anlagen dürfte die Erzeugung weiter steigen. Pistazienbäume benötigen nach der Pflanzung gewöhnlich etwa sechs Jahre bis zur ersten nennenswerten Ernte. Wiederholte sommerliche Hitzewellen ziehen die nächste Ernte vor: Betriebe im Gebiet El Condado in Jaén wollen mehrere Wochen vor dem üblichen Beginn in der zweiten Septemberhälfte starten.
Kanaren erwarten bessere Weintraubenernte
Die Weintraubenerzeuger auf den Kanarischen Inseln rechnen mit einer Ernte, die zwar nicht außergewöhnlich, aber deutlich besser als in den vergangenen Jahren ausfallen dürfte. Damals hatten Dürre und extreme Hitze die Mengen stark reduziert. Ein feuchterer und kühlerer Winter förderte einen kräftigen Austrieb und half den Reben, einen Teil der Belastungen früherer Kampagnen abzubauen.
Die Witterung begrenzte zudem den Pilzdruck auf Reben und Trauben. Das unterscheidet die Saison von früheren Jahren, als Krankheiten wie Falscher Mehltau in Herkunftsgebieten wie Islas Canarias und Tacoronte-Acentejo erhebliche Verluste verursachten. Die Entwicklung der drei Kulturen zeigt dennoch den anhaltenden Einfluss von Hitze und veränderten Niederschlagsmustern: Sie verbessern einzelne Erträge und fördern die Diversifizierung, verschieben aber auch Erntetermine und sorgen für regionale Unterschiede.