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EU-Mercosur-Abkommen dürfte brasilianische Schuhexporte nach Europa stärken

Der Branchenverband Abicalçados erwartet, dass die Handelssäule des EU-Mercosur-Abkommens die Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Schuhe in Europa schrittweise verbessert. 2025 exportierte Brasilien 17,4 Millionen Paar in die EU, 5,2% mehr als 2024, doch der Zollabbau erstreckt sich über bis zu 10 Jahre.

EU-Mercosur-Abkommen dürfte brasilianische Schuhexporte nach Europa stärken

EU-Mercosur-Abkommen soll Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Schuhe in Europa verbessern

Das Inkrafttreten der Handelssäule des Abkommens zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union könnte der brasilianischen Schuhindustrie den Weg zu schrittweisen Wettbewerbsvorteilen auf dem europäischen Markt ebnen, so der Branchenverband Abicalçados laut Berichten von DatamarNews und World Footwear. Die Umsetzung soll am 1. Mai beginnen, doch der Verband warnt, dass die breitere Wirkung vom Tempo des Zollabbaus in den kommenden Jahren abhängt.

Brasilien exportierte 2025 laut Abicalçados 17,4 Millionen Paar Schuhe in die Europäische Union, ein Volumen, das 5,2% über dem von 2024 lag. In Containern ausgedrückt beliefen sich die Schuhlieferungen in den Block im ersten Quartal 2026 auf 484 TEU, basierend auf Daten von Datamar. Die Branche sieht die EU, auf die rund 40% der weltweiten Schuhimporte entfallen, als hochwertigen Markt mit starker und anhaltender Importnachfrage.

Zölle fallen über bis zu ein Jahrzehnt

Derzeit liegt der Einfuhrzoll der Europäischen Union auf Schuhe je nach Zolllinie zwischen 3,5% und 17%. Laut Abicalçados erfolgt die Abschaffung dieser Zölle für Waren mit Ursprung im Mercosur schrittweise über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren, sodass die spürbareren Effekte eher mittel- und langfristig als unmittelbar nach dem Inkrafttreten auftreten dürften.

Nach Ansicht des Verbands besteht einer der Haupteffekte des Abkommens darin, Brasiliens Zollnachteil gegenüber Wettbewerbern zu verringern, die bereits im Rahmen von Handelsabkommen mit der Europäischen Union tätig sind, etwa Vietnam. In diesem Zusammenhang, so Abicalçados, könnte die Öffnung dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Schuhe in einem Markt mit starker Importnachfrage wiederherzustellen.

Ursprungsregeln im Fokus

Der Verband hebt zudem die Ursprungsregeln als zentrales Thema hervor. Ohne solche Schutzmechanismen, so das Argument, könnten Länder außerhalb des Abkommens versuchen, EU-Mitglieder als Plattform für Handelstriangulation und unrechtmäßigen Zugang zum Zollvorteil zu nutzen. Um dieses Risiko zu begrenzen, enthält der Abkommenstext Anforderungen an den regionalen Wertanteil.

  • Für Schuhe geringeren Werts verlangt die Regel einen regionalen Wertanteil von mindestens 60%, unter Berücksichtigung heimischer Vorleistungen und Produktionskosten innerhalb des vom Abkommen erfassten Gebiets.
  • Dieselbe Regel verbietet die Verwendung von Schäften, die aus Ländern außerhalb des Abkommens importiert werden.

Nach Ansicht der Branche soll dieser Rahmen sowohl die Triangulation begrenzen als auch eine stärkere regionale Integration der Produktionskette fördern. Für Exporteure und Importeure lautet die praktische Erkenntnis, dass die Zollentlastung schrittweise und nicht sofort erfolgt und dass der Zugang zum Vorteil vom Erreichen der Schwellen für den regionalen Wertanteil abhängt.

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