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EU hebt Sperre für brasilianisches Geflügel und Honig auf - Audit beseitigt technischen Einwand

Ein Audit der EU-Kommission bestätigt, dass brasilianisches Hähnchenfleisch die EU-Vorgaben zum Einsatz antimikrobieller Mittel erfüllt. Damit entfällt der Einwand, wegen dem Brasilien zum 3. September von der Liste zugelassener Lieferanten gestrichen wurde. 2025 kamen rund 265.000 Tonnen brasilianisches Geflügelfleisch in die EU, im Januar und Februar entfielen 43,2 Prozent der EU-Geflügelimporte auf das Land.

EU hebt Sperre für brasilianisches Geflügel und Honig auf - Audit beseitigt technischen Einwand

Ein Audit der Europäischen Kommission hat das wichtigste technische Hindernis für die Rückkehr von brasilianischem Geflügelfleisch und Honig auf den EU-Markt beseitigt, wie Newsweek Romania berichtet. Die Prüfung bestätigte, dass brasilianische Hähnchenprodukte ausreichende Garantien für die Einhaltung der EU-Vorschriften bieten. Beide Produkte könnten binnen Wochen wieder in Geschäften und Supermärkten in Rumänien und anderen Mitgliedstaaten liegen.

Das ist eine deutliche Veränderung gegenüber der Lage Anfang September. Zum 3. September war Brasilien wegen eines technischen Einwands zu den Garantien beim Einsatz von Tierarzneimitteln von der EU-Liste zugelassener Lieferanten für Geflügelfleisch und Honig gestrichen worden. Mit dem Ergebnis des Audits ist dieser Einwand praktisch entfallen.

Was die Prüfer kontrolliert haben

Das Audit prüfte vor allem, ob Brasilien garantieren kann, dass bei der Produktion von Geflügelfleisch und Bienenerzeugnissen für die EU die europäischen Anforderungen an den Einsatz antimikrobieller Mittel eingehalten werden. Das EU-Recht verbietet unter anderem den Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsförderung oder Leistungssteigerung. Die Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE) prüfte zudem:

  • ob die Produktionskette für den EU-Markt zuverlässig von der übrigen Erzeugung getrennt werden kann;
  • ob das Rückverfolgbarkeitssystem wie gefordert funktioniert;
  • ob die brasilianische Behörde all diese Punkte tatsächlich kontrolliert.

Neben Geflügelbetrieben und Bienenständen nahmen die Prüfer auch Futtermittelhersteller, Schlachtbetriebe und amtliche Stellen unter die Lupe. Die Breite der Kontrolle ist wichtig, denn der Einwand betraf die Überwachung der gesamten Kette und nicht einen einzelnen Betrieb. Der Abschlussbericht hatte besonderes Gewicht, weil die EU-Prüfer bereits Anfang September eine positive Vorbewertung abgegeben hatten.

Es bleiben Verwaltungsschritte

Brasilien muss nun formell wieder in die Liste der Drittländer aufgenommen werden, deren Garantien zum Einsatz von Tierarzneimitteln - insbesondere antimikrobieller Präparate - die EU anerkennt. Nach Angaben des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums stehen im Wesentlichen administrative und regulatorische Verfahren aus, nicht eine neue grundlegende technische Konformitätsbewertung.

Brasilien hat beantragt, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SCoPAFF) zu setzen. Nach Informationen der brasilianischen Regierung könnte der Ausschuss die Frage am 20. und 21. Oktober behandeln. Newsweek Romania berichtet, dass brasilianisches Hähnchenfleisch voraussichtlich im November in die Geschäfte in der EU und in Rumänien zurückkehrt.

Um welche Mengen es geht

Die Bedeutung der Entscheidung reicht weit über ein Tiergesundheitsverfahren hinaus. Brasilien ist einer der größten Drittlandlieferanten von Geflügelfleisch für die EU: Nach Daten der Europäischen Kommission kamen 2025 rund 265.000 Tonnen brasilianisches Geflügelfleisch in die EU. Honig fiel unter denselben Einwand und wird mit derselben Entscheidung freigegeben, beide Handelsströme öffnen sich also gemeinsam.

Anfang 2026 festigte Brasilien seine Position weiter. Im Januar und Februar kamen zusammen 74.331 Tonnen Geflügelfleisch aus dem Land, 26,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit entfielen 43,2 Prozent der gesamten EU-Geflügelimporte auf Brasilien, also mehr als zwei von fünf Tonnen. Ein Ausschluss bis Jahresende hätte dem Markt einen Importanteil entzogen, den kein einzelner alternativer Ursprung kurzfristig ersetzen kann. Ein Neustart im November begrenzt die Unterbrechung auf etwa zwei Monate Lieferungen, wobei der Ausschusstermin im Oktober die entscheidende Variable bleibt.

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