EU-Verkäufe von Elektroautos steigen 2025 um 29,7 % auf fast 1,9 Millionen
In der EU wurden 2025 fast 1,9 Millionen neue batterieelektrische Pkw verkauft, 29,7 % mehr als 2024. Auch Plug-in- und andere Hybride legten zu, während Diesel- und Benzinerregistrierungen deutlich sanken.
Registrierungen nähern sich 1,9 Millionen
Der Absatz neuer batterieelektrischer Pkw in der Europäischen Union stieg 2025 auf fast 1,9 Millionen Fahrzeuge und lag damit 29,7 % über dem Wert von 2024, berichtet e-cars.hu. Rein elektrische Modelle erreichten einen Anteil von 17,3 % an den Neuzulassungen von Pkw. Nach den von der Publikation genannten Zahlen war dies das bislang höchste Jahresvolumen der Kategorie.
Der Anstieg setzt eine zehnjährige Wachstumsphase fort. Von e-cars.hu zitierte Eurostat-Daten zeigen, dass 2015 EU-weit lediglich 47.000 batterieelektrische Autos zugelassen wurden. Bis 2020 überstieg das Jahresvolumen 500.000 Fahrzeuge; 2025 waren es fast 1,9 Millionen. Gegenüber dem Ausgangswert von 2015 entspricht dies ungefähr einer Vervierzigfachung.
Elektrischer Fahrzeugbestand in der EU wächst
Auf den Straßen der EU waren 2025 insgesamt 7,59 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge unterwegs, meldet die Publikation unter Berufung auf Eurostat. Das waren 31,5 % mehr als die 5,77 Millionen im Jahr 2024. Ein Zuwachs von mehr als 1,8 Millionen Fahrzeugen binnen eines Jahres steigert nicht nur die Nachfrage nach Autos und Traktionsbatterien, sondern auch nach Lade-, Wartungs-, Energiemanagement- und Recyclingkapazitäten.
Für die Hersteller zeigt der Marktanteil von 17,3 %, dass batterieelektrische Fahrzeuge inzwischen ein bedeutender Teil des EU-Pkw-Marktes sind, aber noch keine Mehrheit bilden. Die Unternehmen müssen deshalb mehrere Antriebstechnologien parallel bedienen. Flexible Montagelinien, eine gesicherte Batteriebeschaffung und ein vorsichtiger Umgang mit Investitionen in Motoren- und Getriebekapazitäten gewinnen an Bedeutung.
Hybride wachsen, Verbrenner verlieren
Plug-in-Hybride wuchsen noch schneller als reine Elektroautos: Ihre Registrierungen erhöhten sich 2025 um 34,2 % auf 1,03 Millionen Fahrzeuge. Andere Hybride ohne externe Lademöglichkeit legten um 13,4 % auf 3,62 Millionen zu. Viele Käufer entscheiden sich somit für einen elektrifizierten Antrieb, ohne unmittelbar auf ein vollständig batteriegetriebenes Fahrzeug umzusteigen.
Die klassischen Verbrennerkategorien entwickelten sich in die Gegenrichtung. Die EU-Registrierungen von Dieselautos sanken um 22 % auf 1,07 Millionen, die Verkäufe von Benzinern um 18,4 % auf 2,98 Millionen. Der veränderte Produktmix betrifft Fahrzeughersteller, Zulieferer und Händler. Anbieter von Verbrennungsmotoren, Kraftstoffsystemen und klassischen Getrieben stehen vor einem schrumpfenden Markt, während Hersteller von Zellen, Batteriepacks, Leistungselektronik und Elektromotoren eine größere Absatzbasis erhalten.
Energiepreise verstärken Kaufanreize
Nach Angaben von e-cars.hu trugen höhere Öl- und Kraftstoffpreise infolge militärischer Operationen der USA und Israels gegen Iran dazu bei, dass das europäische Interesse an Elektro- und Hybridautos nach der Schwäche zu Beginn des Zeitraums 2024–2025 wieder zunahm. Die Publikation führt dies auf die niedrigeren Betriebskosten zurück, die ein Teil der Käufer anstrebt. Die Verkaufsdaten trennen den Einfluss der Energiepreise nicht von anderen Faktoren, zeigen aber, wie Kraftstoffkosten die Wahl des Antriebs beeinflussen können.
Die Ergebnisse von 2025 geben den Herstellern ein klareres Nachfragesignal, erhöhen aber zugleich den Umsetzungsdruck. Batterieversorgung, Fahrzeugpreise und Ladeangebot entscheiden darüber, ob der Rekordabsatz zur tragfähigen Basis für weiteres Wachstum wird. Für die regionale Lieferkette bedeutet dies kurzfristig eine schnellere Verlagerung von klassischen Verbrennerkomponenten zu Batterien und elektrischen Antrieben, während die Hybridnachfrage beiden Technologien weiterhin Raum gibt.