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EU steigert Eierimporte wegen wachsender Nachfrage und Vogelgrippe

Die Eiernachfrage in der EU wächst schneller als das heimische Angebot, das durch die Vogelgrippe zusätzlich belastet wird. Laut RFI erreichten die Importe im ersten Quartal 94.000 Tonnen und damit das Volumen des gesamten Jahres 2025.

EU steigert Eierimporte wegen wachsender Nachfrage und Vogelgrippe

Eiernachfrage übersteigt Europas Produktion

Europa greift verstärkt auf importierte Eier zurück, weil wachsender Konsum auf eine geringere heimische Produktion trifft. Nach Angaben von RFI importierte die Europäische Union im ersten Quartal dieses Jahres 94.000 Tonnen Eier und damit ebenso viel wie im gesamten Jahr 2025. Importware bildet weiterhin eine Minderheit im europäischen Supermarktangebot, das von lokalen Erzeugnissen dominiert wird. Der schnelle Anstieg weist jedoch auf eine wachsende Versorgungslücke hin.

Die Nachfrage nimmt bereits seit mehreren Jahren zu. Laut RFI stieg der Verkauf von Eierkartons in Supermärkten innerhalb von 10 Jahren um 25 % und in den vergangenen drei Jahren um 11 %. Eier sind inzwischen der am häufigsten gekaufte Supermarktartikel und liegen vor Milch und Joghurt. Ausschlaggebend sind ihr hoher Proteingehalt, der niedrige Preis, die einfache Zubereitung und ihre Eignung für verschiedene religiöse Ernährungsregeln. Trends in sozialen Medien haben die Präsenz von Eiern in der Ernährung zusätzlich erhöht.

Vogelgrippe reduziert Legehennenbestände

Europäische Landwirte verkaufen ihre gesamte Eierproduktion, doch Tierseuchen verhindern einen ausreichend schnellen Ausbau des Angebots. Ausbrüche der Vogelgrippe führten zur Stallpflicht oder zur Keulung von Legehennen und verringerten damit unmittelbar die Produktionskapazität. In Spanien mussten Ende 2025 sämtliche Hühner in geschlossenen Ställen gehalten werden, weil Zugvögel die Krankheit zwischen Ländern verbreiteten. Anschließend wurden 2 Millionen Hühner gekeult.

In Polen fiel der Eingriff noch größer aus: Dort wurden 9 Millionen Hühner getötet, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Folgen gehen über die unmittelbare Zahl verlorener Tiere hinaus, denn der Wiederaufbau der Legehennenbestände und die Erholung der Produktion benötigen Zeit. Bei weiter steigendem Konsum konkurrieren Verarbeiter, Einzelhändler und Gastronomie um ein kleineres europäisches Angebot. Dadurch gewinnen Importe an Bedeutung, obwohl heimische Eier den Einzelhandel weiterhin beherrschen.

Ukraine und Türkei gewinnen Marktanteile

Die Ukraine ist laut RFI mit großem Abstand zum wichtigsten externen Eierlieferanten der EU geworden. Ihre Produktion übersteigt den heimischen Bedarf und schafft damit einen Exportüberschuss. Geflügelbetriebe unterliegen dort zudem weniger Auflagen als in der EU, was höhere Erträge ermöglicht. Auch die Türkei hat sich zu einem bedeutenden Lieferanten entwickelt: Die EU-Eierimporte aus dem Land haben sich in diesem Jahr auf das 24-Fache erhöht. Selbst das weiter entfernte China liefert zunehmend Eier nach Europa.

Die Verschiebung eröffnet Exporteuren Chancen, verschärft aber die Wettbewerbsdebatte in der EU. Europäische Erzeuger erfüllen strengere Haltungsanforderungen, während Importware aus Produktionssystemen mit anderen Standards stammen kann. Frankreich, von RFI als führendes Geflügelland der EU bezeichnet, bereitet eine Ausweitung des heimischen Angebots vor. Insgesamt werden 220 Projekte für neue Geflügelbetriebe geprüft; bis 2035 soll das Land bei Eiern wieder Selbstversorgung erreichen. Bis daraus Legehennenkapazitäten entstehen, bleibt der EU-Markt anfällig für Verluste durch Vogelgrippe und stärker auf die Ukraine, die Türkei und weitere externe Lieferanten angewiesen.

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