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EU und Algerien starten zweijährige Partnerschaft für ökologische Landwirtschaft

Die EU finanziert mit 1 Million Euro ein zweijähriges Projekt zur Modernisierung der algerischen Vorschriften, Zertifizierung und landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten im Biosektor. Algerien bewirtschaftet bislang nur 4.000 Hektar ökologisch und exportierte 2024 etwas mehr als 3.000 Tonnen Bioprodukte in die EU.

EU und Algerien starten zweijährige Partnerschaft für ökologische Landwirtschaft

Zweijähriges Programm mit EU-Finanzierung

Die Europäische Union und Algerien haben eine neue Partnerschaft geschlossen, um den algerischen Biosektor zu ordnen und seinen Rechtsrahmen zu modernisieren. Nach Angaben von RFI wird das auf zwei Jahre angelegte Projekt von der EU mit 1 Million Euro finanziert und vom algerischen Landwirtschaftsministerium geleitet.

Die Initiative wurde am Donnerstag am Sitz der Nationalen Landwirtschaftskammer in Algier gestartet. Algerien will seine ökologische Erzeugung ausbauen und zugleich seine Vorschriften an neuere Standards anpassen, insbesondere an die Anforderungen für den Zugang zum europäischen Markt.

Rechtsrahmen, Kennzeichnung und Unterstützung der Lieferketten

Das Programm umfasst fünf Bereiche: die Stärkung des rechtlichen und institutionellen Rahmens, den Aufbau eines belastbaren Kennzeichnungssystems, die Begleitung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten beim Übergang zu den neuen Standards, die Ausarbeitung von fünf Lastenheften und die Information der Öffentlichkeit über ökologische Landwirtschaft.

Die Zertifizierung steht im Mittelpunkt. RFI zufolge müssen algerische Erzeuger wegen unzureichender nationaler Standards derzeit ausländische Organisationen einschalten, um ihre Produkte als biologisch zertifizieren zu lassen. Ein nationales landwirtschaftliches Qualitätssiegel könnte Erzeugern und Verarbeitern einen klareren heimischen Zertifizierungsweg eröffnen. Für Exporteure bleibt jedoch die Anerkennung auf den jeweiligen Zielmärkten entscheidend.

Das Projekt soll Algerien außerdem an die 2022 eingeführten EU-Anforderungen heranführen. Die dazugehörige Übergangsfrist läuft bis Dezember, was den Zeitdruck bei der rechtlichen und institutionellen Umsetzung erhöht. Für Anbieter in der EU entscheidet die Regelkonformität darüber, ob ihre Ware als Bioprodukt vermarktet werden darf, und nicht nur über den Grenzübertritt.

Kleine Produktionsbasis, großer europäischer Markt

Nach Angaben von RFI werden in Algerien lediglich 4.000 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Diese geringe Fläche zeigt sowohl das frühe Entwicklungsstadium des Sektors als auch den Arbeitsaufwand für eine Ausweitung der zertifizierten Erzeugung. Die Umstellung der Betriebe erfordert neben Gesetzen praktische Unterstützung bei Produktion, Dokumentation, Kontrolle und Kennzeichnung.

Im Jahr 2024 exportierte Algerien etwas mehr als 3.000 Tonnen Bioprodukte in die Europäische Union. Dieses Volumen schafft bereits eine geschäftliche Grundlage für die Partnerschaft. Weiteres Wachstum hängt jedoch davon ab, ob die Erzeuger die Vorgaben dauerhaft erfüllen und dies über ein glaubwürdiges Zertifizierungssystem nachweisen können.

Folgen für Erzeuger und Investoren

Ein funktionierender nationaler Rahmen könnte die Abhängigkeit algerischer Landwirte und Verarbeiter von ausländischen Zertifizierungsstellen verringern und den Weg zum Biostatus planbarer machen. Die fünf vorgesehenen Lastenhefte sollen zudem die Produktionsanforderungen für die vom Programm erfassten Agrarketten konkretisieren.

Für Investoren und europäische Abnehmer könnten strengere Regeln und bessere Rückverfolgbarkeit die Bewertung algerischer Lieferungen erleichtern. Das Projekt garantiert weder höhere Produktion noch steigende Exporte; RFI nennt auch keine Zielmengen, vorrangigen Kulturen oder beteiligten Unternehmen. Kurzfristig liegt seine Bedeutung im Aufbau der rechtlichen, institutionellen und zertifizierungstechnischen Voraussetzungen, die Algerien für die Entwicklung seines Biosektors und den Erhalt des EU-Marktzugangs benötigt.

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