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Ethanol-Diesel-Gemisch fällt in Indien durch Sicherheitstest, Streit um E20 verschärft sich

Indiens Erdölministerium teilte dem Parlament mit, dass die Beimischung von Ethanol den Flammpunkt von Diesel stark senkt und das Gemisch die vorgeschriebenen Sicherheitsnormen verfehlt. Zugleich stellen Fachleute die E20-Politik für Benzin infrage, während die Regierung Devisenersparnisse von mehr als 1,97 Billionen Rupien seit 2014-15 anführt.

Ethanol-Diesel-Gemisch fällt in Indien durch Sicherheitstest, Streit um E20 verschärft sich

Indiens Programm zur Beimischung von Ethanol ist im Dieselbereich auf ein technisches Hindernis gestoßen, während die Debatte über 20 Prozent Ethanol im Benzin, bekannt als E20, an Schärfe gewinnt. Die Industrie stellt die Beimischung als Weg dar, die Abhängigkeit von Rohölimporten zu senken, während Forschende und frühere Regierungsvertreter Auswirkungen auf Verbrauch, Anbaustrukturen, Wassernutzung und Ernährungssicherheit hinterfragen, berichtet Jagran.

Ethanol-Diesel-Gemisch verfehlt Flammpunkt-Vorgabe

Staatsminister für Erdöl und Erdgas Suresh Gopi erklärte im Parlament, die Zugabe von Ethanol habe den Flammpunkt von Diesel deutlich gesenkt, und das Gemisch habe die vorgeschriebenen Sicherheitsnormen nicht erfüllt, wie Press Trust of India in einem von Jagran übernommenen Bericht meldete. Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der die aus einem Kraftstoff austretenden Dämpfe entzündlich sind.

Staatliche Ölkonzerne führten die Versuche mit Ethanol-Diesel-Gemischen in eigenen Forschungs- und Entwicklungszentren, in akkreditierten Laboren und gemeinsam mit Fahrzeugherstellern durch. Die Prüfungen ergaben einen starken Rückgang des Flammpunkts in Gegenwart von Ethanol. Ein großflächiger Einsatz solcher Kraftstoffe ist bis zur Lösung des technischen Problems unwahrscheinlich. Die Beimischung von Isobutanol zu Diesel hat noch nicht begonnen.

E20 im Benzin: Effizienzverluste und Altfahrzeuge

Die Indian Federation of Green Energy (IFGE) argumentiert, Ethanol und Elektrofahrzeuge sollten als einander ergänzende und nicht als konkurrierende Optionen gelten; Indien brauche eine breit aufgestellte Strategie mit Ethanol, Elektroautos, Hybriden, Erdgas und Wasserstoff. Dilip Patil, Regionaldirektor der IFGE, verwies darauf, dass bereits rund 300 Millionen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf Indiens Straßen unterwegs sind. Ethanol könne deshalb Benzinverbrauch und Rohölimporte senken, während Elektro- und Hybridtechnik schrittweise wachse.

Unter Verweis auf Studien von ARAI, Indian Oil und SIAM erklärte der Verband, die Kraftstoffeffizienz könne unter E20 gegenüber E10 um etwa 2 bis 6 Prozent niedriger ausfallen. Großflächige Motorschäden zeigten die Tests nicht, und in Neufahrzeugen kommen zunehmend ethanolverträgliche Materialien zum Einsatz. Die zentrale Sorge gilt der Anpassung älterer Fahrzeuge an E20.

  • Devisenersparnisse von mehr als 1,97 Billionen Rupien seit 2014-15, nach Angaben des Ministeriums.
  • Rund 31,6 Millionen Tonnen Rohöl wurden im selben Zeitraum durch Ethanol ersetzt.
  • Die Isobutanol-Beimischung zu Diesel steht noch aus; im Verkehr konzentriert sich der Ethanoleinsatz auf Benzin.

Rohstoffe: Maisimporte, Wasser und der Vergleich mit Brasilien

D. Raghunandan, Wissenschaftler und Aktivist des Delhi Science Forum, der frühere Staatssekretär für Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung Siraj Hussain sowie das frühere NITI-Aayog-Mitglied Ramesh Chand forderten eine umfassende Bewertung der Folgen der Ethanolpolitik für Umwelt, Anbaustrukturen, Ernährungssicherheit, Grundwasser und Bauerneinkommen. Raghunandan sagte, der steigende Maiseinsatz in der Ethanolproduktion habe Indiens Position verändert: Das Land habe früher Mais exportiert und müsse ihn nun importieren, um die heimische Nachfrage zu decken. Damit wachse das Risiko, dass sich die Landwirtschaft von Nahrungsmitteln zur Kraftstoffproduktion verschiebe und sich der Wasserverbrauch ändere.

Ramesh Chand erklärte, die Regierung habe Ethanol in den vergangenen Jahren gefördert, um Überschüsse an Reis und Zucker zu verwerten, und sprach sich dafür aus, die Reisfläche zugunsten von Mais zu verringern, da Nassreis mehr Wasser verbraucht und höhere Methanemissionen verursacht. Raghunandan empfahl eine Rückkehr von E20 zu E10. Die Fachleute forderten zudem Preisentlastungen für Verbraucher, falls E20 die Kraftstoffeffizienz senkt und die Wartungskosten erhöht.

Siraj Hussain hält den Vergleich mit Brasilien für unpassend. Brasilien produziert 45 Millionen Tonnen Zucker und exportiert 36 Millionen Tonnen, bei kleinerer Bevölkerung und weit größeren Anbauflächen, während mehrere Studien darauf hindeuten, dass der Klimawandel Indiens Produktion um bis zu 25 Prozent verringern könnte.

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