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Ersatzteilmangel lässt "Auto-Kannibalismus" in Russland zurückkehren

Ein Ersatzteilmangel verbreitet in Russland die Praxis des "Auto-Kannibalismus", bei der funktionsfähige Teile von einem Fahrzeug abmontiert werden, um ein anderes zu reparieren. Laut Versicherern werden Autos heute oft nicht zum Weiterverkauf, sondern zur Zerlegung gestohlen.

Ersatzteilmangel lässt "Auto-Kannibalismus" in Russland zurückkehren

Ein Ersatzteilmangel beschleunigt in Russland die Praxis des sogenannten "Auto-Kannibalismus", bei dem Fahrzeuge mit Teilen repariert werden, die von anderen Autos abmontiert wurden. Das berichtet das litauische Portal 15min.lt unter Berufung auf das russische Portal autonews.ru.

Die Praxis, technisch einwandfreie Teile von einem Fahrzeug abzunehmen und in ein anderes einzubauen, hat sich besonders bei Taxi- und Carsharing-Unternehmen ausgebreitet, die viele identische Modelle betreiben. In solchen Fällen ist es wirtschaftlicher, Türen, einen Stoßfänger, eine Motorhaube oder Scheinwerfer von einem Auto zu übernehmen, als neue Teile zu suchen.

Gestohlene Autos beliefern den Gebrauchtteilemarkt

Der Bericht zitiert Experten, wonach der Markt für Gebrauchtteile in den letzten Jahren zunehmend nicht nur durch nach Unfällen ausgemusterte Autos, sondern auch durch gestohlene Fahrzeuge gespeist wird. Laut russischen Versicherungsgesellschaften werden Autos heute häufig nicht zum Weiterverkauf, sondern zur Zerlegung in Einzelteile gestohlen.

Die Versicherer nennen mehrere Ursachen: Original-Ersatzteile sind nach Veränderungen auf dem Markt stark im Preis gestiegen, einige Teile sind knapp, und die Logistikkosten sind gestiegen. Dadurch ist der illegale Ersatzteilmarkt für Kriminelle deutlich attraktiver geworden.

Die Nachfrage konzentriert sich auf Teile der beliebtesten Modelle. Gestohlene Autos werden meist zerlegt, ihre Komponenten online, über illegale Werkstätten oder auf dem Schattenmarkt verkauft. Zu den am häufigsten verkauften Teilen nennt der Bericht:

  • Scheinwerfer
  • Karosserieteile
  • Räder
  • Elektronikkomponenten
  • Bremssysteme
  • Teile von Abgasanlagen

Lexus und Kia am häufigsten betroffen

Versicherungsgesellschaften geben an, dass Lexus 2026 neben beliebten Kia-Modellen zu den am häufigsten gestohlenen Autos in Russland zählt. Chinesische Autos werden hingegen bislang seltener zum Ziel von Dieben.

Experten führen dies auf den noch relativ kleinen Bestand solcher Fahrzeuge und einen erst im Entstehen begriffenen Gebrauchtteilemarkt zurück. Sie räumen jedoch ein, dass mit der wachsenden Zahl chinesischer Autos in Russland auch die Nachfrage nach deren Teilen steigen wird.

Ältere Fahrzeuge tragen das höchste Risiko

Die Statistik der Versicherer zeigt, dass das höchste Diebstahlrisiko auf ältere Autos entfällt. Den Daten zufolge waren mehr als die Hälfte der gestohlenen Fahrzeuge vier Jahre oder älter.

Vollständige Marktanalyse

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