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Erneuerbare überholen Kohle, globaler Stromverbrauch steigt bis 2027 auf 30.700 TWh

Der Anteil erneuerbarer Energien an der weltweiten Stromerzeugung soll von 33 % im Jahr 2025 auf 37 % bis 2027 steigen und damit Kohle überholen. Der globale Verbrauch erreicht voraussichtlich 30.700 TWh, wobei die Photovoltaik den größten Erzeugungszuwachs liefert.

Erneuerbare überholen Kohle, globaler Stromverbrauch steigt bis 2027 auf 30.700 TWh

Stromverbrauch nähert sich 30.700 TWh

Erneuerbare Energien werden Kohle voraussichtlich als größte Quelle der weltweiten Stromerzeugung ablösen. Das geht aus einer Analyse der Internationalen Energieagentur hervor, über die Energetyka24 berichtet. Ihr Anteil am Strommix soll von 33 % im Jahr 2025 auf 37 % bis 2027 steigen. Für die erneuerbare Erzeugung wird 2026 ein Wachstum von rund 8 % und 2027 ein weiterer Zuwachs von 9 % erwartet.

Der Wandel vollzieht sich bei steigendem globalem Stromverbrauch, der von 28.600 TWh im Jahr 2025 auf 30.700 TWh im Jahr 2027 zulegen soll. Industrieproduktion, die Elektrifizierung des Straßenverkehrs sowie die stärkere Nutzung von Kühl- und Heizgeräten treiben die Nachfrage. Ein stärker als erwartetes El-Niño-Ereignis könnte den Kühlbedarf zusätzlich erhöhen und zugleich die Erzeugung aus Wasser- und Windkraft begrenzen.

Photovoltaik liefert den größten Zuwachs

Die Photovoltaik bleibt der wichtigste Motor des weltweiten Angebotswachstums. Ihre Erzeugung soll 2026 um 610 TWh steigen und damit ungefähr den Rekordzuwachs von 2025 erreichen. China dürfte rund die Hälfte des globalen Anstiegs beisteuern. Auch Indien und andere asiatische Volkswirtschaften gewinnen an Bedeutung: Ihr gemeinsamer Beitrag soll von knapp 10 % im Jahr 2025 auf etwa 17 % im Jahr 2026 steigen.

Die Windstromerzeugung soll 2026 um mehr als 6 % wachsen und damit ungefähr das Tempo von 2025 halten. In China dürfte sich der Zuwachs wegen niedrigerer Windgeschwindigkeiten und zunehmender Einschränkungen abschwächen. Für die Europäische Union wird dagegen nach der wetterbedingten Schwäche von 2025 eine Erholung erwartet: um 9 % im Jahr 2026 und um nahezu 10 % im Jahr 2027.

LNG-Ausfall stützt Kohle vorübergehend

Die Schließung der Straße von Hormus entzog dem Markt zeitweise fast 20 % des weltweiten LNG-Angebots. Große Volkswirtschaften passten sich jedoch mithilfe neuer Projekte und einer höheren Produktion an. Energetyka24 zufolge löste der Ausfall starke Preisschwankungen aus; die Gaspreise in Asien und Europa erreichten den höchsten Stand seit der Energiekrise 2022-2023. Teures Gas bremste die Gaskraftproduktion und begünstigte kurzfristig einen höheren Kohleeinsatz.

Die IEA erwartet dennoch, dass erneuerbare Energien, Kernkraft und Erdgas den steigenden Strombedarf decken und bis 2027 weltweit Kohlestrom verdrängen. Die Kohlendioxidemissionen dürften deshalb trotz des vorübergehend höheren Kohleeinsatzes stabiler bleiben. Erneuerbare haben zudem die Stromversorgung diversifiziert und die Abhängigkeit von Schocks an den Brennstoffmärkten verringert.

Nachfrage und Preise in Europa steigen

Die Stromnachfrage in der EU stieg im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 2 %. Ein kälterer Winter erhöhte den Heizbedarf, Rekordhitze im Mai und Juni den Kühlbedarf. In Polen nahmen die Heizgradtage im Jahresvergleich um 14 % und die Kühlgradtage um 150 % zu. Für 2027 wird in der EU ein Nachfragewachstum von 1,3 % erwartet.

Die fossile Stromerzeugung in der EU wuchs im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 3 % gegenüber dem Vorjahr, obwohl die erneuerbare Erzeugung wieder um mehr als 5 % zulegte. Die durchschnittlichen Großhandelspreise für Strom lagen in der EU und Japan im zweiten Quartal etwa 30 % höher als im Vorjahr. In Australien sanken sie dagegen um rund 45 %, weil eine hohe erneuerbare Erzeugung und schnell wachsende Speicherkapazitäten die Abhängigkeit von Gaskraftwerken in Spitzenlastzeiten verringerten.

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