Eramet bereitet sich auf Gabuns Exportverbot für rohes Manganerz ab 2029 vor
Eramet hat einen Verantwortlichen für die lokale Manganverarbeitung eingesetzt, bevor Gabun am 1. Januar 2029 ein Exportverbot für rohes Erz einführen will. Entscheidend werden neue Verarbeitungskapazitäten sowie Energie- und Verkehrsinfrastruktur sein.
Gabun setzt Frist für die lokale Verarbeitung
Eramet stellt sich auf eine größere Rolle in der Manganverarbeitung in Gabun ein, nachdem die Regierung ein Ausfuhrverbot für unverarbeitetes Erz angekündigt hat. Nach Angaben von Agence Ecofin hat der französische Bergbaukonzern einen Manager ernannt, der eigens für die lokale Verarbeitung zuständig ist. Damit schafft das Unternehmen eine interne Anlaufstelle für einen Politikwechsel, der seine Bergbau-, Logistik- und Metallurgieaktivitäten im Land unmittelbar betrifft.
Das Verbot soll am 1. Januar 2029 in Kraft treten. Die Regierung betrachtet die Maßnahme als Teil ihres Ziels, die nationale Industriebasis zu stärken und einen größeren Anteil der Wertschöpfung aus den Rohstoffen im Land zu halten. Gabun ist der zweitgrößte Manganproduzent der Welt. Die Entscheidung betrifft deshalb neben der heimischen Industrie auch Stahlhersteller und internationale Käufer von gabunischem Erz.
Eramet ist über Comilog stark engagiert
Eramet ist seit mehr als 30 Jahren in Gabun tätig und Hauptmitgesellschafter von Comilog. Laut Le Monde entfallen 90 % der Manganproduktion des Landes auf Comilog und die Minen von Moanda, die die Zeitung als die größten der Welt bezeichnet. Wegen dieser Konzentration wird die praktische Umsetzung des Verbots maßgeblich von den Investitionen und Betriebsplänen von Eramet und Comilog abhängen.
Über die Bahntochter Setrag ist der Konzern auch direkt von der Logistik abhängig. Setrag betreibt die Transgabunische Eisenbahn, über die Mineralerzeugnisse durch das Land transportiert werden. In einer Erklärung vom 2. Juni 2025 teilte Eramet mit, dass Comilog und Setrag 10.460 Arbeitsplätze für Gabuner sichern. Der Konzern will ihre Rolle als international bedeutender Manganlieferant für die globale Stahlindustrie erhalten und zugleich die Tragfähigkeit seiner Bergbau- und Metallurgieaktivitäten schützen.
Kapazitäten und Infrastruktur werden zum Prüfstein
Das Verbot beendet Gabuns Zugang zu ausländischen Märkten nicht, verändert aber die Form der Ausfuhren. Erz, das derzeit ohne heimische Weiterverarbeitung exportiert wird, müsste künftig zunächst lokale Anlagen durchlaufen. Daraus entstehen Chancen für Verarbeitungswerke und verbundene Dienstleistungen. Zugleich steigen die Anforderungen an Stromversorgung, Produktionskosten, Bahnleistung und Hafenkapazität. Agence Ecofin betonte, dass der Erfolg sowohl von Investitionen der Betreiber als auch von wettbewerbsfähigen Energie- und Infrastrukturbedingungen abhängt.
Mangan ist laut Le Monde ein wichtiger Rohstoff für Legierungen, insbesondere Stahl, und wird zunehmend in Batterien für Elektrofahrzeuge verwendet. Abnehmer müssen daher prüfen, ob Gabun während des Ausbaus der Verarbeitung eine zuverlässige Versorgung gewährleisten kann. Produzenten und Investoren müssen entscheiden, welche Erzeugnisse sich im Land wettbewerbsfähig herstellen lassen und wie die Projekte bis zum Stichtag finanziert und fertiggestellt werden können.
Eramet hat die industriepolitischen Ziele der Regierung anerkannt und eine Zusammenarbeit bei der Suche nach neuen Möglichkeiten zugesagt. Die Ernennung eines Verantwortlichen für die lokale Verarbeitung zeigt, dass die Vorbereitung nun in der Betriebsorganisation verankert wird. Ausschlaggebend bleiben Umfang und Zeitplan neuer Kapazitäten, die Definition ausreichend verarbeiteter Produkte und die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur bis 2029.