Enagás erhöht Saggas-Anteil auf 92,5 % und treibt Spaniens Wasserstoffnetz voran
Enagás kauft für 31 Millionen Euro den 20-%-Anteil von Osaka Gas am LNG-Terminal Saggas und erhöht seine Beteiligung auf 92,5 %. Parallel beantragt der spanische Netzbetreiber Genehmigungen für die ersten Abschnitte des Wasserstoff-Kernnetzes und treibt BarMar nach Frankreich voran.
Enagás festigt die Kontrolle über ein strategisches LNG-Terminal
Enagás hat vereinbart, den 20-%-Anteil von Osaka Gas am LNG-Terminal Saggas in Sagunto bei Valencia für 31 Millionen Euro zu übernehmen, berichtet El Periódico. Damit steigt die Beteiligung des spanischen Gasnetzbetreibers auf 92,5 %. Die übrigen 7,5 % verbleiben bei Oman Oil Holdings Spain.
Saggas übernimmt im Hafen von Sagunto die Annahme, Entladung, Lagerung und Regasifizierung von LNG. Vier Tanks bieten 600.000 Kubikmeter Lagerraum und damit 18 % der gesamten spanischen Kapazität. Die Regasifizierungsleistung von 1.000.000 Normkubikmetern pro Stunde entspricht 15 % des nationalen Gesamtwerts. Diese Größenordnung macht das Terminal wichtig für Versorgungssicherheit und Bezugsdiversifizierung in Spanien und im europäischen Gasmarkt.
Enagás sieht zudem die Möglichkeit, Saggas mit Infrastruktur für eine nachhaltige Kohlendioxidlogistik zu verbinden. Der Kauf folgt weiteren Portfolioänderungen: Das Unternehmen erwarb 31,5 % am französischen Gasinfrastrukturbetreiber Térega und verkaufte den Großteil seiner zuvor mehrheitlichen Beteiligung an Enagás Renovable.
Erste Abschnitte des Wasserstoff-Kernnetzes gehen ins Genehmigungsverfahren
Neben der LNG-Investition entwickelt Enagás das spanische Wasserstoff-Kernnetz und den H2Med-Korridor weiter. Dieser soll die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff auf der Iberischen Halbinsel mit den Märkten in Frankreich und Deutschland verbinden. Ende Juni beantragte das Unternehmen für die ersten vier Netzabschnitte die behördliche Genehmigung, die Umweltfreigabe und die Erklärung des öffentlichen Nutzens.
Diese Abschnitte sind den wichtigsten Zentren der frühen Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff zugeordnet. Das Verwaltungsverfahren wird voraussichtlich 18 Monate dauern. Die Anträge für die übrigen Abschnitte will Enagás zwischen dem vierten Quartal 2026 und dem ersten Quartal 2027 einreichen.
Bei BarMar, der geplanten Unterwasser-Wasserstoffleitung zwischen Barcelona und Marseille als Teil von H2Med, sind die Pläne zur Öffentlichkeitsbeteiligung in Spanien und Frankreich abgeschlossen. Zudem wurde der Übergang vom Basic Engineering zum Detail Engineering formell genehmigt. Damit rückt das Projekt einer späteren Bauentscheidung näher.
Marktinteresse wächst, regulierte Erträge sinken
Ein in diesem Jahr gestarteter Interessenaufruf für Wasserstoffinfrastruktur zog 128 Unternehmen und rund 300 Projekte an. An einer gesonderten Konsultation zum nachhaltigen Kohlendioxidmanagement beteiligten sich 69 Unternehmen mit 125 Projekten. Enagás will im ersten Halbjahr 2027 einen neuen Strategieplan mit aktualisierten Wasserstoff-Investitionszusagen in Milliardenhöhe vorlegen.
Die Expansion erfolgt unter Druck auf das Ergebnis des etablierten Geschäfts. Enagás meldete für das erste Halbjahr einen Nettogewinn von 126,9 Millionen Euro, 27,9 % weniger als die 176 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damals enthielt das Ergebnis Erträge im Zusammenhang mit Soto la Marina und eine Fair-Value-Anpassung für Gasoducto Sur Peruano. Im aktuellen Wert ist ein positiver Effekt von 9,5 Millionen Euro aus dem Verkauf von 40 % an Enagás Renovable an Hy24 enthalten.
Der wiederkehrende Nachsteuergewinn erreichte 118,6 Millionen Euro; das Jahresziel für den wiederkehrenden Nettogewinn liegt bei 235 Millionen Euro. Das EBITDA sank im ersten Halbjahr um 4,7 % auf 314 Millionen Euro, einschließlich eines regulatorischen Effekts von 30 Millionen Euro. Enagás bestätigte das EBITDA-Jahresziel von 620 Millionen Euro. Ende Juni betrug die Liquidität 2,626 Milliarden Euro, die Nettoverschuldung lag bei 2,305 Milliarden Euro und damit 170 Millionen Euro unter dem Stand von Ende 2025.