Elfenbeinküste erfasst 26.000 Tonnen Kakao vor EU-Frist
Das nationale Rückverfolgungssystem der Elfenbeinküste hat 26.000 Tonnen Kakao erfasst, die mit Erzeugerkarten gekauft wurden. Vor der Anwendung der EU-Entwaldungsregeln auf betroffene Marktteilnehmer ab 1. Januar 2027 wird das System auf die gesamte Lieferkette ausgeweitet.
Rückverfolgung geht in den großflächigen Betrieb
Die Elfenbeinküste hat rund 26.000 Tonnen Kakao über ihr nationales Rückverfolgungssystem erfasst. Der weltweit größte Kakaoproduzent bereitet sich damit auf strengere europäische Nachhaltigkeitsvorgaben vor. Nach Angaben von KOACI haben seit dem 1. September 2026 insgesamt 600 Kooperativen Erzeugerkarten für den Ankauf und die Lieferung von Bohnen eingesetzt. Hinzu kommen spezielle Säcke und Siegel zur Kennzeichnung einzelner Partien.
Die Einführung betrifft die Vermarktungssaison 2026-2027 für Kaffee und Kakao. Registrierte Kooperativen müssen nun die Vorgaben des Nationalen Rückverfolgungssystems SNT erfüllen. Es soll den Weg des Kakaos vom Erzeuger durch die heimische Lieferkette bis zum Exportmarkt dokumentieren und Käufern sowie Behörden verlässlichere Angaben zu Herkunft und Warenbewegung liefern.
Laut KOACI hat der Kaffee-Kakao-Rat alle beteiligten Kooperativen geschult und mit elektronischen Zahlungsterminals sowie Siegeln für die physische Warenkontrolle ausgestattet. Vor dem Inkrafttreten wurden 10.000 Terminals und 10 Millionen Siegel kostenlos verteilt. Die Ausgabe läuft in den dreizehn Regionalvertretungen weiter, damit alle zugelassenen Kooperativen rückverfolgbare Transaktionen abwickeln können.
Bestandsdaten verbinden Anbaugebiete und Exportsendungen
Erste Betriebsdaten zeigen, dass in SYDORE, dem System des Kaffee-Kakao-Rats zur Überwachung ländlicher Bestände, 450 Konnossemente validiert wurden. Sie betreffen Kakao, der mit Erzeugerkarten gekauft wurde, und decken den gemeldeten Bestand von 26.000 Tonnen ab. Kooperativen, Käufer und Exporteure prüfen die Daten auf verschiedenen Stufen und schaffen so eine dokumentierte Kette vom Ankauf bis zur Verschiffung.
Die Wirksamkeit hängt von einer einheitlichen Dateneingabe und der physischen Kontrolle der Säcke und Partien ab. Erzeugerkarten weisen die Identität der Verkäufer nach, während Siegel die Bohnen beim Durchlauf durch Kooperativen und Handelsunternehmen verfolgbar machen. Exporteure benötigen eine genaue Übereinstimmung zwischen digitalen Daten, Lagerbeständen und Frachtdokumenten, um die Herkunft einer Sendung zu belegen.
EU-Regeln erhöhen den Nachweisdruck
Die Einführung erfolgt vor der geplanten Anwendung der EU-Verordnung zu importierter Entwaldung auf betroffene Marktteilnehmer ab dem 1. Januar 2027. Nach der von KOACI beschriebenen Regelung müssen Unternehmen bei erfassten Produkten für den europäischen Markt nachweisen, dass diese nicht von Flächen stammen, auf denen nach dem Referenzdatum Entwaldung oder Waldschädigung stattgefunden hat. Rückverfolgbarkeit wird damit entscheidend für den Konformitätsnachweis und den Marktzugang ivorischer Lieferketten.
Das SNT besteht bereits länger als die aktuelle Saison. Die Elfenbeinküste machte seine Umsetzung durch ein am 13. September 2023 vom Ministerrat verabschiedetes Dekret verpflichtend. Ziel war eine bessere Einhaltung sozialer und ökologischer Nachhaltigkeitsstandards. Erzeugerkarten, elektronische Terminals, gekennzeichnete Säcke und Siegel überführen diese Politik nun in den breiten operativen Einsatz.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Ausstattung und Abläufe sämtliche zugelassenen Kooperativen erreichen. Die ersten 26.000 Tonnen belegen, dass Transaktionen erfasst werden können. Eine landesweite Abdeckung verlangt jedoch auf jeder Lieferkettenstufe kompatible und überprüfbare Daten. Für Produzenten, Händler und Exporteure reicht es nicht mehr, einen Ankauf zu registrieren: Jede Partie muss bei Bündelung, Transport, Lagerverwaltung und Exportdokumentation eine glaubwürdige Identität behalten.