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El-Niño-Risiko treibt offene ICE-Zuckerpositionen auf Rekord von 2,3 Millionen Kontrakten

Das offene Interesse an ICE-Futures auf Roh- und Weißzucker ist angesichts der mit El Niño verbundenen Angebotsrisiken auf den Rekordwert von 2,3 Millionen Kontrakten gestiegen. Die Unsicherheit über die Produktion in Indien und Thailand verstärkt sowohl die Absicherung als auch die spekulative Aktivität.

El-Niño-Risiko treibt offene ICE-Zuckerpositionen auf Rekord von 2,3 Millionen Kontrakten

Marktbeteiligung erreicht neuen Höchststand

Das offene Interesse an Roh- und Weißzuckerfutures der Intercontinental Exchange ist auf den Rekordwert von 2,3 Millionen Kontrakten gestiegen. Das geht aus ICE-Daten hervor, über die Forbes Brasil berichtete. Die Kennzahl erfasst noch bestehende Kontrakte und nicht das Handelsvolumen einer einzelnen Sitzung. Der Anstieg zeigt, dass Produzenten, Verarbeiter, Händler und Finanzinvestoren mehr Positionen mit Bezug zu künftigen Zuckerpreisen halten.

Der Rekord fällt in eine Phase, in der der Markt die möglichen Auswirkungen von El Niño auf Ernten und weltweite Verfügbarkeit bewertet. Reuters berichtete über Sorgen der Händler, dass das Wetterphänomen die Produktion in Indien und Thailand begrenzen könnte. Beide Länder spielen im internationalen Zuckermarkt eine wichtige Rolle. Die Risiken veranlassen Unternehmen, Einkaufs- oder Verkaufspreise abzusichern, und ziehen zugleich Anleger an, die auf stärkere Preisbewegungen setzen.

Wetterunsicherheit erhöht Absicherungsbedarf

ICE hatte bereits im ersten Halbjahr 2023 kräftiges Wachstum bei seinen Zuckerkontrakten verzeichnet. Laut Börse stieg das Handelsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 30%, während das offene Interesse um 22% auf 1,7 Millionen Kontrakte zunahm. Bei Zuckeroptionen erhöhte sich das offene Interesse um 23%. Unternehmen und Investoren nutzten damit verstärkt Instrumente, die Schutz vor ungünstigen Preisbewegungen bieten, ohne die Beteiligung an einer günstigen Entwicklung aufzugeben.

Die Börse führte die höhere Aktivität bei Agrarderivaten auf veränderte Wettermuster und deren Folgen für das Rohstoffangebot zurück. David Farrell, Chief Operating Officer von ICE Futures U.S., erklärte, Derivatemärkte ermöglichten Produzenten und Verbrauchern seit mehr als 100 Jahren die Steuerung von Preisrisiken. ICE betreibt Referenzmärkte für Rohrohrzucker und raffinierten Weißzucker und liefert damit verschiedenen Stufen der Lieferkette eine gemeinsame Grundlage für Preisbildung und Absicherung.

Angebotssorgen reichen über den Terminmarkt hinaus

Die steigende Beteiligung fiel mit einer angespannten Lage am physischen Markt zusammen. Reuters meldete im August 2023, dass die Preise für raffinierten Zucker wegen drohender Produktionsausfälle in Indien und Thailand sowie Exportbeschränkungen einiger Länder ein 12-Jahres-Hoch erreicht hatten. Die Weltorganisation für Meteorologie bezifferte die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño in der zweiten Hälfte 2023 anhalten würde, auf 90%. Das Wetterphänomen wurde damit zu einer wichtigen Größe für Ernteprognosen, Handelsverfügbarkeit und Raffineriemargen.

Spätere ICE-Daten zeigten die enge Verbindung zwischen physischem und derivativem Markt. Nach dem Auslaufen des Sugar-No.-11-Kontrakts für Oktober 2023 gingen 56470 Lots mit insgesamt 2,82 Millionen Tonnen Rohzucker in die Lieferung. Das war die größte Lieferung in der Geschichte des Kontrakts. Der vorherige Rekord von 2,62 Millionen Tonnen stammte aus Oktober 2020. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Rohzuckervolumina laut ICE 22% und das offene Interesse mit 1,64 Millionen Kontrakten 31% über dem Vorjahreswert.

Ein Rekord beim gesamten offenen Interesse zeigt allein keine Preisrichtung an, weil jedem Käufer eines Futures ein Verkäufer gegenübersteht. Er bedeutet jedoch, dass mehr Kapital und kommerzielle Risiken an den Markt gebunden sind. Für Produzenten und Exporteure kann zusätzliche Liquidität die Absicherung erleichtern. Raffinerien und Importeure erhalten mehr Möglichkeiten, ihre Rohstoffkosten zu steuern. Ändern sich Wetterprognosen und passen viele Teilnehmer gleichzeitig ihre Positionen an, kann dies allerdings auch kurzfristige Preisschwankungen verstärken.

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